Universität Erfurt

Bibliotheca Amploniana

Amplonius-Stipendium

Das Stipendienprogramm der Katholisch-Theologischen Fakultät, das aus Drittmitteln finanziert wird, soll es Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen aus dem In- und Ausland ab 2007 ermöglichen, für jeweils bis zu drei Monate in Erfurt an den Beständen der Amploniana zu forschen. Gedacht ist an Projekte, die einzelnen Handschriften, Autoren oder anderen Fragen der mittelalterlichen Bibliothek gelten. Das jeweilige Forschungsprojekt muss an die Bestände der "Bibliotheca Amploniana" gebunden sein.
Um die Amplonius-Stipendien können sich Promovenden und Postgraduierte bewerben. Es stehen jährlich mehrere Stipendien in Höhe von 1600 Euro pro Monat zur Verfügung. 

Die Bewerbung kann seit Sommer 2010 laufend erfolgen, der Stipendienbeginn ist frei wählbar.

Ausschreibungstext deutsch und englisch.

Winter-Semester 2013/2014

Dr. Iolanda Ventura (CNRS - IRHT/Université d`Orleans))

"Mittelalterliche Pharmazie im Spiegel der Bibliotheca Amploniana: Texte, Handschriften, Kontexte"

1. Einleitung
Eine umfassende Geschichte der mittelalterlichen Pharmazie muss noch geschrieben werden. Dank der Arbeiten von D. Jacquart, J. M. Riddle, R. Schmitz, G. Keil und B. Schnell besitzen wir allgemeine Kenntnisse über die «Makrogeschichte» der mittelalterlichen Pharmazie, und zwar über die verschiedenen Hauptphasen der Entwicklung dieser Disziplin. Hierzu gehören der Einfluss der ins Lateinische übertragenen arabischen Werke, der Anfang und Durchsetzung einer Universitätspharmazie, die Rückkehr der antiken – dioskorideischen, galenischen – Pharmazie und die Verbreitung einer professionellen pharmazeutischen Literatur.
Es fehlen uns jedoch ausführliche Informationen zu den einzelnen Werken, vor allem zu ihrer tatsächlichen handschriftlichen Überlieferung und Verbreitung. Von bedeutenden Schriften wie dem einem Pseudo-Serapion zugeschriebenen «Aggregator de simplicibus medicinis» haben wir keine Informationen über die Natur der lateinischen Übersetzung und ihre Rezeption und noch keine Liste der erhaltenen Handschriften. Von Bedeutung sind auch ausführlichere Daten über die Rezeptionsmechanismen der verschiedenen Typologien und Trends spätmittelalterlicher Pharmazie (griechisch-lateinisch, arabisch-lateinisch, universitär), über die Prinzipien der Konstitution und Tradition medizinischer Codices und Textkorpora sowie über die effektive Präsenz der Pharmazie in der mittelalterlichen professionellen und akademischen Kultur.

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Sommer-Semester 2013

Dr. Anthony J. Celano (Boston)

"An investigation of the general organization of the collection of Amplonius on moral issues"

Scholars, such as E. Döbler, M. Markowski, and J. Pilvousek, agree that Amplonius collected codices which were to be used according to his scholarly interests. They maintain further that the contents of the library were directed toward their relevance to the curriculum at the University of Erfurt in the early fifteenth century. The question still remains whether they might also be a doctrinal unity in the acquisitions of Amplonius himself. J. Pilvousek poses just such a possibility concerning theological manuscripts when he writes: "Die Frage, ob Amplonius den Kauf, die Anfertigung von Kopien oder die Schenkung seiner theologischen Werke nach einer bestimmten theologisch-philosophischen Grundüberzeugung betrieb und worin die eigentliche Bedeutung seiner theologischen Handschriften bestand, sucht nach einer Antwort." Previous analyses of this question have concentrated upon relation of the courses of study to the individual manuscripts, but I would attempt to discover thematic unity in the works containing questions on the meaning of happiness, the nature of virtue, the attainment of beatitude and the importance of prudence.

Kurzportrait: "Ein Dude in der Amploniana"

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