University of Erfurt

Bibliotheca Amploniana

Bisherige Stipendiaten

Winter-Semester 2010/2011

Dr. Christian Thomas Leitmeir (Bangor)

"Petrus dictus Palma ociosa, Compendium de discantu (1336): Kritische Edition und Interpretation"

Weitere Informationen zu diesem Forschungsvorhaben unter "Editionsprojekte"und in einer Pressemitteilung.

Dr. Christian Thomas Leitmeir ist Lecturer in Music an der Bangor University, School of Music. Er studierte in München und London, wo er sein Studium am King’s College beendete. 2003 wurde er in Tübingen mit einer Arbeit über die Musik der Spätrenaissance promoviert. Danach nahm er ein Langzeitstipendium am ‚Warburg Institute‘ in London wahr. Seit 2006  lehrt er in Bangor und ist als Lehrbeauftragter an verschiedenen Colleges in Oxford tätig.

Vortrag: 27. Oktober 2010, 19 Uhr s.t., Coelicum, Domstr. 10
Pressemitteilung zum Vortrag vom 21. Oktober 2010

Christian Leitmeir ; Homepage

Sommer-Semester 2010

Prof. Dr. Konrad Amann (Jena/Erfurt)

"Amplonius Rating de Berka (+ 1435) und Nikolaus von Kues (1464). - Ihre Bibliotheksstiftungen im Vergleich"

1412 stiftete Amplonius Rating seine Sammlung wissenschaftlicher Handschriften dem von ihm neu gegründeten "Collegium Amplonianum" an der seit wenigen Jahren bestehenden Universität Erfurt. Von mehr als 600 Bänden haben sich bis heute noch etwa 2/3 im Bestand der "Bibliotheca Amploniana" erhalten. Der Kardinal Nikolaus von Kues errichtete 1458 in seinem Geburtsort ein 'Armenhospital' und übertrug der Stiftung seine für damalige Verhältnisse umfangreiche Bibliothek von rund 170 Codices.

Beide Sammlungen repräsentieren das großzügige Mäzenatentum einzelner Stifterpersönlichkeiten auf der Basis eines neuzeitlichen (proto-)humanistischen Wissenschaftsverständnisses, in dem naturphilosophisch ausgerichtete Forschungen aufgewertet wurden.

Doch diese Sammlungen sind nicht nur bedeutende Zeugnisse gelehrter Bücherliebe, sondern hatten auch bereits zu ihrer Zeit einen großen materiellen Wert.

Was kosteten damals solche wissenschaftlichen Handschriften und welcher finanzielle Aufwand war erforderlich, um eine solche Gelehrtenbibliothek aufzubauen? Vor allem in den Codices der Bibliotheca Amploniana finden sich zahlreiche Preisangaben und Kaufvermerke. Diese Angaben zusammenzustellen und durch weitere Funde aus Archivalien und anderen zeitgenössischen Notizen zu Buchkosten zu ergänzen, ist das vordringliche Ziel dieses Projekts.

konrad.amann(at)gmx.net

Prof. Dr. Konrad Amann widmet sich schwerpunktmäßig der Geschichte des 15. und 16. Jahrhunderts und erforscht seit 2008 die 'Bibliotheca Electoralis' bis 1548 (ehemalige Schloss- und Universitätsbibliothek Wittenbergs).

Winter-Semester 2009/2010

Dr. Klaus-Bernward Springer (Erfurt)

"Erfurter Bursen und Kollegien: ein Beitrag zu studentischem Leben und zum Studium in Spätmittelalter und Früher Neuzeit (15. und 16. Jahrhundert)"

Die Mitglieder der 1392 errichteten Erfurter Hochschule lebten nicht auf einer Campusuniversität, sondern studierten in Magisterhäusern, Bursen, Kollegien und Fakultäten wie in Klöstern und anderen geistlichen Einrichtungen. Die große Attraktivität der Hierana machte eine entsprechende Infrastruktur studentischen Lebens notwendig. Doch stellte R. C. Schwinges erneut 2008 fest: „… über die soziale Realität der Burse, zumindest der ‚deutschen Burse’, wissen wir indes sehr wenig.“
Das interdisziplinär anzugehende Forschungsprojekt strebt unter Einbeziehung der Bücherschätze der Amploniana eine vertiefte Kenntnis des studentischen Lebens in den Bursen und Kollegien der alten Universität Erfurt an. Auf Basis einer sozialgeschichtlich orientierten, den gesellschaftlichen wie kirchlichen Kontext erschließenden Vorgehensweise, wird dabei zwar vor allem Erfurt und seine Alma mater in den Blick genommen werden; Von diesem Einzelfall ausgehend soll darüber hinaus jedoch auch das spätmittelalterliche und frühneuzeitliche „Studentenleben“ wie das Stipendien- und „Drittmittelwesen“ (auch am Beispiel des von Amplonius gestifteten Kollegs) insgesamt sowie die historische Reflexion auf das gemeinsame Zusammenleben von Individuen nicht zuletzt auch in religiöser Perspektive exemplarisch untersucht werden. Insofern ist diese Fallstudie auch für die Erforschung der mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Universitätsgeschichte von Interesse. Die internationale Bedeutung Erfurts und seiner Studenten innerhalb der damaligen Hochschullandschaft ist komparativ würdigend und kritisch in den Blick zu nehmen.

Vortrag: 11. Januar 2011, 19 Uhr s.t., Georgenburse
Pressemitteilung vom 5. Januar 2011

klaus-bernward.springer(at)uni-erfurt.de

 

Dr. Carolin Oser-Grote und Dr. Andreas E.J. Grote (Würzburg)

"Der Sentenzenkommentar des Dionysius von Borgo San Sepolcro". Vorarbeiten zu einer Edition aus dem Codex Dep. Erf. CA. 2° 131"

Für weitere Informationen zu diesem Editionsprojekt siehe hier...

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Winter-Semester 2007/2008

Dr. Sabine Lütkemeyer (Jena)

"Die "Ecloga Theoduli" in mittelalterlicher Sicht (Handschriften UB Erfurt, Dep. Erf. CA. 4° 388 und CA. 8° 15)"
Eposé (pdf)

Vortrag: 10. Juli 2008, 14 Uhr c. t., Sonderlesesaal der UB Erfurt
Pressemitteilung vom 9. Juli 2008: "Raritäten aus der Erfurter Handschriftensammlung" (pdf)

sabine.luetkemeyer(at)uni-jena.de


Prof. Dr. Dr. Georg Schuppener (Leipzig)

"Computus-Handschriften der Amploniana"
Exposé (pdf)

Colloquium: 18. Dezember 2007, 14 Uhr c. t., Sonderlesesaal der UB Erfurt
Pressemitteilung vom 13. Dezember 2007: "Osterrechnung und Kalender im Mittelalter" (pdf)

schuppen(at)rz.uni-leipzig.de
http://www.uni-leipzig.de/~germ/mitarb/index.php?id=schup


Dr. Andrej Tchernodarov (Weimar/Erfurt)

"Wissenschaftliche Erschließung des mittelalterlichen Evangeliars des byzantinisch-slawischen Ritus aus der UFB Erfurt/Gotha"
Exposé (pdf)

Vortrag: 10. Juli 2008, 14 Uhr c. t., Sonderlesesaal der UB Erfurt
Pressemitteilung vom 9. Juli 2008: "Raritäten aus der Erfurter Handschriftensammlung" (pdf)

 chernodarov(at)yahoo.de
http://www.uni-erfurt.de/orthodoxes_christentum/mitarbei/tchernodarov.html

Pressemitteilung vom 9. Oktober 2007 zur Vorstellung der Stipendiaten: "Von mittelalterlicher Versdichtung bis zur Kalenderberechnung" (pdf)

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Sommer-Semester 2007

Dr. Mikhail Khorkov (Moskau)

"Die Rezeption von Heinrich Seuses "Horologium Sapientiae" und ihre Bedeutung für das Theologiestudium im 14. Jahrhundert (Handschrift UB Erfurt, Dep. Erf. CA. 4° 144)"

Exposé (pdf)

Vortrag: 26. Juli 2007, 19:30 Uhr, Coelicum, Domstraße 10
Paradoxien der Mystikrezeption: ein Fragment von Heinrich Seuses "Horologium Sapientiae" aus der Bibliotheca Amploniana
Man kann die Rezeption des lateinischen Werkes von Heinrich Seuse als Folge der Notwendigkeit einer Konstruktion von Brücken zwischen Thomismus, Albertismus und Augustinismus interpretieren, die die verurteilten Theorien, Begriffe und die exegetische Methode Meister Eckharts neu ins Spiel bringen sollte. Die Handschrift UB Erfurt, Dep. Erf. CA. 4° 144 stellt jedoch ein neues exegetisches Programm dar, das die biblische Exegese mit den Zitaten aus den Werken verschiedener Autoren (nach der Postillae-Art) und der Methodik Seuses verknüpft. Dieser Exemplarismus Seuses orientiert sich an den Kirchenvätern und revidiert damit die ganze dominikanische Tradition der Exegese der biblischen Texte (anschließend an Meister Eckhart). Die hier behandelte Erfurter Handschrift vermag zu zeigen, dass in der Mitte des 14. Jh. (d. h. bereits kurz nach seiner Abfassung um 1334), der "mystische" Text des "Horologium Sapientiae" aus dem Kontext der "klösterlichen Spiritualität" hinaustritt und eine Bedeutung auch für das Studium der Theologie an den Ordenshochschulen und Universitäten bekommt.
Pressemitteilung vom 21. Juni 2007: "Unbekannte Version des "Horologium Sapientiae" gefunden: Erster Amplonius-Stipendiat entdeckt verschollen geglaubte Handschrift für die Forschung zurück" (pdf)

Hochschuldozent für Philosophie der Antike und des Mittelalters
Institut für Geschichte der Philosophie, Fakultät für Geistes- und Sozialwissenschaften
Russische Universität der Völkerfreundschaft
Miklukho-Maklay Str. 6
117198 Moskau
RUSSISCHE FÖDERATION
mkhorkov(at)mail.ru

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