Universität Erfurt

Forschungszentrum Gotha für kultur- und sozialwissenschaftliche Studien

Dr. Hermann Schüttler

Projektinformationen

Zur Person:

Studium der Philosophie, Geschichte und Germanistik in Heidelberg und München

1983 Promotion in Philosophie bei Prof. Reinhard Lauth, Universität München

1984 –1986 Stipendiat der Fritz-Thyssen-Stiftung (Projekt "J. J. C. Bodes Wirken in geheimen Gesellschaften")

1987 – 1998 Selbständiger wissenschaftlicher Autor sowie Tätigkeit im Bereich Computer- und Photosatz/DTP, Layout, Redaktion und Lektorat

1998 – 2006/07 Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Interdisziplinären Zentrum für die Erforschung der europäischen Aufklärung (IZEA, Univ. Halle-Wittenberg), Forschungsprojekt "Utopie–Anthropologie–Politik: Strategien und Strukturen des  Geheimbunds der Illuminaten" (Projekt der DFG, Prof. Monika Neugebauer-Wölk)

2008 Herzog-Ernst-Stipendiat der Forschungsbibliothek Gotha

Seit November 2008 Mitglied des Graduiertenkollegs "Religion und Aufklärung!" – Untergrundkommunikation (Projekt "Kommunikation im arkanen Raum: Die 'Geheime Geschichte' Gothas zur Zeit des Herzogs Ernst II. von Sachsen-Gotha-Altenburg", Prof. Martin Mulsow)

Projektbeschreibung:

"Kommunikation im arkanen Raum: Die 'Geheime Geschichte' Gothas zur Zeit  des Herzogs Ernst II. von Sachsen-Gotha-Altenburg"

Die arkanen Bünde der Freimaurer und Illuminaten sind – unter den Aspekten etwa der Sozietäten-, Ideen-, Religions- oder der Kulturgeschichte – ein markantes Arbeitsgebiet der Früh-Neuzeit-Forschung geworden. In diesem Rahmen stellt das Doppelherzogtum Gotha-Altenburg zur Zeit von Ernst II. im letzten Drittel des Achtzehnten Jahrhunderts überlieferungsgeschichtlich gesehen einen einmaligen Sonderfall dar: Für keinen anderen Ort, für kein anderes Territorium im Alten Reich existiert ein derart reicher Fundus an archivalischen Quellen, die bis heute zum größten Teil unbearbeitet  in den Freimaurerbeständen des Geheimen Staatsarchivs Preußischer Kulturbesitz in Berlin liegen.

Auf dem Höhepunkt der bayerischen Illuminatenverfolgung um 1785 zeigten sich die Gothaer Illuminaten, die auch in der Loge "Zum Kompaß" zu finden waren, als Erben des Ordensgründers Adam Weishaupt. Von der Gothaer Loge wiederum ging der Versuch zur Reform des deutschen Freimaurertums aus, der unter dem Begriff "Bund der deutschen Freimaurer" bekannt wurde, aber geschichtswissenschaftlich so gut wie unbearbeitet blieb.

Ziel des Projektes sind die Dokumentation und die Darstellung der geheimbündlerischen Arbeiten im Herzogtum von der ersten Logengründung in Gotha im Jahre 1774 bis zur Einstellung der Logentätigkeit auf herzogliche Anordnung im Jahre 1793. Zentral eingebettet in diesen Themenkomplex ist dabei das von 1783 bis etwa 1788 dokumentierte Wirken des Illumiantenordens, das 1790 vom Reformprojekt des "Bundes der deutschen Freimaurer" abgelöst wurde. Die überlieferten Dokumente – Korrespondenzen, Berichte, Protokolle – lassen dabei idealerweise die Rekonstruktion eines Beziehungsgeflechts möglich werden, das beispielhaft Kommunikation und Wissensvermittlung im "arkanen Raum" aufzeigen kann.

Laufzeit: seit 01.04.2009

Kontakt: hermann.schuettler(at)uni-erfurt.de

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