Wie kommen Sie nach Erfurt zum "Haus zum Roten Schild" in der Meienbergstraße 5?
Nach Erfurt (www.erfurt.de) kommen Sie am einfachsten mit der Bahn (ICE-Bahnhof; www.bahn.de). In der Straßenbahn gilt auch das "City-Ticket" ("+City") der Bahn; die Einzelfahrt im Stadtgebiet kostet sonst 1,80 Euro (Tickets auch an Automaten in der Straßenbahn erhältlich), die Tageskarte 4,20 Euro.
Die Meienbergstraße (früher Eimergasse) im Kaufmannsviertel (Mercatorum) bildet die Verbindung vom Anger bei der Kaufmannskirche im Osten zum Wenigemarkt und zur Krämerbrücke im Westen.
Von Bahnhof laufen Sie etwa 1 km bis zum Haus oder fahren genau eine Station mit einer beliebigen Straßenbahn nach Norden zum "Anger", wenden sich bei der Großbuchhandlung Hugendubel nach rechts (Osten) in Richtung des Kaufhauses "Anger 1" (Karstadt; hier befindet sich auch ein Parkhaus; in der Meienbergstraße selbst kann man nicht parken - siehe http://www.erfurt.de/ef/de/mobil/auto/parken ) bis zur evangelischen Kaufmannskirche mit dem Lutherdenkmal (hier predigte 1522 Martin Luther, hier heirateten 1668 die Eltern von Johann Sebastian Bach und hier sind Christianes Vorfahren bestattet).
Links an der Kirche vorbei kommen Sie zur Meienbergstraße. Dem Mercure-Hotel "Erfurt Altstadt" gegenüber liegt dort zwischen Fleischerei und Reisebüro über einem mittelalterlichen Keller das im 16. Jahrhundert errichtete verputzte und von der Bauhütte Mühlhausen denkmalgerecht sanierte Fachwerkhaus Meienbergstraße 5, das "Haus zum Roten Schild".
Eine Karte finden Sie hier. Anschrift: Haus zum Roten Schild, Meienbergstraße 5, D-99084 Erfurt. Tel. 0361 6443424, e-mail kai.brodersen@uni-erfurt.de .
Zur Geschichte des "Hauses zum Roten Schild"
Die Meienbergstraße (früher Meymer-, Meimer- oder Eimergasse) bildet als ein innenstädtischer Abschnitt der alten europäischen Handelsstraße Via Regia die Verbindung von der Krämerbrücke und dem Wenigemarkt im Westen zum Anger und der Kaufmannskirche im Osten.
Die Straße war seit dem Mittelalter ein wichtiger Verkehrsweg im sog. Kaufmannsviertel (Mercatorum); die ansässigen Händler und Handwerker wurden aber wiederholt Opfer von Stadtbränden, so zuletzt 1538: "Freitags nach Lichtmeß Nachmittag um 3 Uhr", also am 8. Februar 1538, wurden die Gebäude in der “Meimergasse” durch Feuer zerstört, darunter das Haus auf dem Grundstück Mercatorum 28; nur der (bis heute erhaltene) mittelalterliche Gewölbekeller blieb bewahrt.
Auf dem Grundstück Mercatorum 28 wurde bald nach 1538 wieder ein Haus errichtet und nach einem Hauszeichen als “Haus zum Roten Schild” benannt (1585 brannte das gegenüberliegende, ebenfalls nach 1538 wiederrichtete “Haus zur güldenen Flasche” [Nr. 25] erneut ab, nicht aber das “Haus zum Roten Schild”).
Ein Handwerkerhaus aus dem 16. Jahrhundert, das auf mittelalterliche Vorgängerbauten zurückgeht, bildet also den Kern des “Hauses zum Roten Schild”. Anders als die benachbarten Bauten, die im 19. Jahrhundert verändert wurden, blieb der verputzte Fachwerkbau in Kubatur, Raumaufteilung und Geschoßhöhen erhalten bei unserer denkmalgerechten Sanierung durch die Bauhütte Mühlhausen 2008/9 erhalten. Die Stadt Erfurt und die IG Erfurter Grüne Hausnummer der Bürgerstiftung Erfurt hat das Haus "für bewußten Umgang mit Fauna und Flora, wohngesundes Bauen mit regionalen Produkten und nachhaltigen Umgang mit Energieträgern zur Erreichung der Ziele der AGENDA 21" mit der "Grünen Hausnummer" ausgezeichnet.
Den seit 1680 vorliegenden Verrechtsbüchern können die Eigentümer des Hauses entnommen werden (angeführt sind nach den Namen jeweils die laufende Nummer, der Stadtbezirk - hier Merc[atorum] = Kaufmannsviertel -, der Band und das Jahr):
- Leich, Hans, Böttner 66. Merc. 37. 1680
- Jacob, Hans Melchior, Böttner 66. Merc. 37r. 1685. 71. Merc. 20. 1693. 78, Merc. 28. 1716
- Jacob, Wwe. 95. Merc. 53. 1734
- Heider (Heyder), Johann Georg, Teppichmacher 95. Merc. 53. 1753. 97. Egid. 78. 1753. 114. Merc. 22. 1754
- Heider, Wwe., dann wieder verehel. Ochsenfurt 114. Merc. 22, 1767
- Ochsenfurt, Johann Georg, Glaser & Branntweinschenk, namens seiner Ehefrau verw. gew. Heider 114. Merc. 22. 1769. 120. Merc. 18. 1774
- Ochsenfurt (Oxfort), Wwe. Marie Elisabeth geb. Tröster, dann wieder verehel. Bartholmä, & 3 Kinder [1. Oxfοrt, Rebekka Susanne, 2. Oxfort, Johann Andreas, 3.Oxfort, Johann Georg] 120. Merc. 18. 1817
- Abel, Friedrich Wilhelm, Kaminfeger 120. Merc. 18. 1825
- Wellmann, Johann Gottfried, Weber, & Ehefrau Elisabeth geb. Karl 120. Merc. 17c. 18. 1827
- Hohndorf, Gustav, Böttcher, & Braut Christine Marie Seidler 136. 1835
- Cramer, Johann Nikolaus, Schuhmacher, & Ehefrau Marie Sophie geb. Müller 136. 1846
Wir haben das Haus von den Erben des letztes Besitzers gekauft, dem langjährigen Hausmeister des benachbarten Hauptpostamtes von Erfurt.
Grundstücksbezeichnungen:
- 1680 (Stadtlagerbuch): Mercatorum 28
- 1716: Meymergasse/Meimergasse, Haus zum Rothen Schilde (Im Stadtlagerbuch von 1717ff wird das Grundstück gemeinsam mit dem Nachbarhaus [Nr.6] vorübergehend als "Haus zum Bunten Faß und Roten Schilde" bezeichnet)
- 1826: Nr. 1351
- 1870: Eimergasse 5
- 1938: Meienbergstraße 5
Quellen: Volcma(rus) Wendel(ius), Kurtzer Historische [!] Entwurff deren ... Erfurttisch Feuer-Brünsten, Erfurt 1711; Heinrich Ernst Seebach, Erffurthische Feuer-Chronicka, Erfurt 1736; Otto Rollert, Einwohner, Häuser und Gärten vom Ende des 16. Jahrhunderts bis Mitte des 19. Jahrhunderts. Manuskript Erfurt o.J., Bd. 8.1, S. 10 (Stadtarchiv Erfurt, Sign. 5/201-8/1; Rollert hat die Angaben in den sog. Verrechtsbücher ausgewertet; die Belege nennen jeweils die laufende Nummer, den Stadtbezirk - hier Merc[atorum] = Kaufmannsviertel -, den Band und das Jahr).



