Universität Erfurt

Max-Weber-Kolleg

Frithjof Nungesser: Gast-Doktorand am Max-Weber-Kolleg

Max-Weber-Kolleg für kultur- und sozialwissenschaftliche Studien
Universität Erfurt
Postfach 900221
99105 Erfurt

Zu meiner Homepage an der Universität Graz:
http://www-classic.uni-graz.at/sozwww/personal/nungesser/

Vita

geb. am 11. Oktober 1980

seit 4/2010 Universitätsassistent am Institut für Soziologie der Karl-Franzens-Universität Graz (Lehrstuhl für Soziologische Theorie und Ideengeschichte) sowie Gastkollegiat am Max-Weber-Kolleg; Universität Erfurt

seit 7/2009 Kollegiat am Max-Weber-Kolleg; Universität Erfurt

2008-2009 Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Rahmen des DFG-Forschungsprojekts "Die elementaren Diskurse der Gabe. Marcel Mauss' paradigmatische Wirkung auf die gegenwärtigen Sozial- und Kulturtheorien" unter Leitung von Prof. Dr. habil. Stephan Moebius

2007 Magisterabschluss; Titel der Magisterarbeit: "Pessimistischer Aktivismus und optimistisches Werben: Kontingenz, Politik und Normativität bei Michel Foucault und Richard Rorty"

2004-05 Auslandsstudium an der University of Toronto im Rahmen des Ontario/Baden-Württemberg Programms als Stipendiat der Landesstiftung Baden-Württemberg

2003-04 sowie 2006-07 Wissenschaftliche Hilfskraft am Seminar für Wissenschaftliche Politik; Universität Freiburg

2003-04 sowie 2005-06 Wissenschaftliche Hilfskraft bzw. Tutor am Institut für Soziologie; Universität Freiburg

2001-2007 Studium der Wissenschaftlichen Politik, Soziologie und Philosophie an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau

Thema der Dissertation: "Eine Theorie primärer Sozialität"

Betreuer: Professor Dr. Hans Joas (Max-Weber-Kolleg) und Professor Dr. Stephan Moebius (Karl-Franzens-Universität Graz)

Forschungsprojekt

Eine Theorie primärer Sozialität


Ziel des Forschungsprojekts ist die Ausarbeitung einer "Theorie der primären Sozialität" durch die Verschränkung von rekonstruktiv-autorenbezogenen und hierauf aufbauenden systematisch-sozialtheoretischen Analysen. Unter primärer Sozialität wird hierbei ein zeichenvermittelter, intersubjektiver Vorgang verstanden, der für die Herausbildung von Identität, Handlungsfähigkeit und moralischem Weltbezug konstitutive Bedeutung hat und somit auch notwendige Bedingung von Sozialintegration ist. Der Begriff der "primären Sozialität" wird hierbei in Anlehnung an Alain Caillé und Hans Joas verwendet, die ihn unabhängig voneinander entwickelt und mit unterschiedlicher Bedeutung belegt haben.
Das Forschungsprojekt geht von dem Grundgedanken aus, dass primäre Sozialität bisher von verschiedenen Strängen der soziologischen und sozialphilosophischen Theoriebildung in unterschiedlichen gesellschaftlichen und wissenschaftlichen Kontexten, mit abweichenden Ausgangspunkten, Akzentuierungen und Zielsetzungen und damit in spezifischen Perspektiven in den Blick genommen wurde. Angefangen mit dem soziologischen Pragmatismus Cooleys und Meads und den Studien des späten Durkheim und Mauss, über phänomenlogische Autoren (Scheler, Merleau-Ponty) trifft dies auch auf aktuelle Theoriekonzeptionen wie die von Charles Taylor, Hans Joas oder der MAUSS-Gruppe um Alain Caillé zu. Gemeinsam ist diesen "Dialekten primärer Sozialität", dass sie Identität und Handlungsfähigkeit weder unhinterfragt voraussetzen, noch aufgrund der Abkehr vom apriorischen Selbst in einem deindividualisierenden Lebensprozess oder einer überindividuellen Struktur auflösen. Es lässt sich zeigen, dass zwischen diesen verschiedenen Ausformulierungen primärer Sozialität ein verzweigtes, aber bisher nicht eingehend analysiertes Netz von Verweisen und Zusammenhängen existiert.
Hauptziel des Forschungsprojekts ist die systematische Erfassung der sozialtheoretischen Konsequenzen, die sich aus dem Zusammenwirken der verschiedenen "Dialekte" ergeben. Dies ist nötig, da die bisherigen Beiträge zu einer Theorie der primären Sozialität unzureichend waren. Zwar eint es die hier versammelten Positionen, die Unmöglichkeit einer Konstituierung des Selbst unabhängig von Sozialität ähnlich zu betonen wie die Bedeutung der Individualität des einzelnen Subjekts, doch geschieht dies je auf sehr spezifische und begrenzte Weise.
Der Ertrag dieser systematischen Erfassung liegt dann einerseits in einer größeren Binnendifferenzierung des Konzepts der primären Sozialität, die insbesondere durch die Beleuchtung der theoretischen Unterschiede zwischen den "Dialekten" möglich werden wird. Andererseits soll die Frage nach der sozialtheoretischen Bedeutung des Konzepts beantwortet werden, die sich aufgrund seiner Eigenschaft als sozialtheoretischem Kreuzungspunkt – in ihm bündeln sich Fragestellungen der Subjekt-, Sprach-, Handlungs-, Sozialisations- und Integrationstheorie – stellt.

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