Universität Erfurt
Max-Weber-Kolleg für kultur- und sozialwissenschaftliche Studien
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Forschungsprojekt
Transformationen stadtrömischer Heiligtümer
Pagane Heiligtümer wurden im antiken Rom bis zur Durchsetzung des Christentums zwischen dem 5.-7. Jh. zahlreich und zu jeder Zeit errichtet. Zahlreiche archäologische Untersuchungen haben diese Heiligtümer zum Gegenstand ihres Interesses. Sie wurden hinsichtlich ihrer Architektur und Baudekoration sowie ihrer sozio-politischen Funktion zur Zeit ihrer Entstehung, der Monumentalisierungs- und Ausbauphasen zur Zeit der Republik (5.-1. Jh. v. Chr.), analysiert. Auch standen sakraltopographische Überlegungen im Vordergrund der Untersuchungen, ebenso wie die Gottheiten, denen die Sakralstätten geweiht waren. Zwei Aspekten begegnete die archäologische Forschung bislang mit einem regelrechten Desinteresse: (1) dem Weiterleben bestehender Heiligtümer und (2) den Sakralstätten im Kontext der Stadt Rom in der Kaiserzeit (1.-4. Jh.). Gerade letztere Epoche wurde häufig als ein vermeintlich uninteressanter Zeitraum betrachtet, in welchem bestehende Heiligtümer nur noch Renovierungen erfuhren. Erst der Einbau von Kirchen, der zumeist im 6.-7. Jh. n. Chr. erfolgte, erschien wieder betrachtenswert.
Die Jahrhunderte zwischen der ausgehenden Republik und dem Einbau von Kirchen können jedoch bereitsaufgrund der Dauer dieses Zeitraums keineswegs als veränderungslos abgetan werden. Ihnen ist nicht allein der massiven Veränderungen der politischen Stukturen wegen - wie der Übergang zur Kaiserzeit, der Tetrarchie etc. - Interesse beizumessen. Sondern es vollziehen sich während dieser Zeit überdies zahlreiche Veränderungsprozesse in gesellschaftlichen, religiösen und wirtschaftlichen Lebensbereichen, die nicht außer Acht gelassen werden dürfen. Wie sich Heiligtümer innerhalb dieses Zeitraums verändern und welchem Funktionswandel sie hierbei unterliegen, ist Gegenstand dieses Dissertationsvorhabens.

