
Max-Weber-Kolleg für kultur- und sozialwissenschaftliche Studien
Universität Erfurt
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99105 Erfurt
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- sabine.sander(at)uni-erfurt.de
Vita
- geboren am 24. Mai 1976 in Frankfurt am Main; aufgewachsen in Heilbronn.
- 1996 Abitur am Mönchsee-Gymnasium Heilbronn, sprachlich-musisches Profil.
- 1996-2002 Magisterstudium der Kulturwissenschaften, Allgemeinen und Vergleichenden Literaturwissenschaft und Journalistik an der Universität Leipzig. Magisterarbeit zum Thema "Ästhetik nach Auschwitz".
- 2000-2002 studentische Hilfskraft im Sonderforschungsbereich 417 der DFG zum Thema "Regionenbezogene Identifikationsprozesse. Das Beispiel Sachsen" im Teilprojekt "Bilder und Bildvorstellungen einer Region" unter Leitung von Professor Dr. Klaus Christian Köhnke.
- 2003-2006 Dissertation am Institut für Kulturwissenschaften an der Fakultät für Sozialwissenschaften und Philosophie zum Thema "Der Topos der Undarstellbarkeit. Ästhetische Positionen nach Adorno und Lyotard" bei Prof. Dr. Uta Kösser und Prof. Dr. Klaus Christian Köhnke.
- 2004-2007 Lehrbeauftragte am Institut für Kulturwissenschaften der Universität Leipzig. Hauptseminare u.a. zu Theodor W. Adorno, Georg Simmel, Ernst Cassirer und Jean-François Lyotard.
- Seit 2006 Mitglied im Vorbereitungskreis des studium universale an der Universität Leipzig.
- 2007-2009 Vorsitzende von Cultura. Leipziger Absolventen- und Förderverein: www.cultura-leipzig.de.
- Freie Mitarbeit und Praktika in verschiedenen Kulturbetrieben wie dem Badischen Landesmuseum Karlsruhe, bei Reclam Leipzig und dem Stadttheater Heilbronn.
- Seit 01.01.2008 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Max- Weber-Kolleg in dem von der German Israeli Foundation finanzierten Forschungsprojekt "'Jüdisches Sprachdenken'. The History of German-Jewish Contribution to modern linguistic and cultural theory" unter der Leitung von PD Dr. Gerald Hartung (Heidelberg).
- 2008-2011 Gleichtsellungsbeauftragte des Max-Weber-Kollegs
- seit August 2010 Koordiantorin des DFG-Netzwerks "Sprachdenken und politische Theorie" (Pressemitteilung)
Lehre
- SoSe 2013
Menschenwürde und Menschenrechte im JudentumUniversität Erfurt
- WS 2012/2013
Die kulturelle Existenz des Menschen. Kulturphilosophie nach Ernst Cassirer und Susanne K. Langer
Universität Erfurt, MA Philosophie, MA Staatswissenschaften (Politische Theorie), MA Religionswissenschaft (Judaistik) und MA Literaturwissenschaften - SoSe 2012
Facetten der Fremdheit. Einführung in die interkulturelle HermeneutikUniversität Erfurt, Staatswissenschaftliche Fakultät, BA-Sozialwissenschaften
- WS 2011/2012
Grundlagen der philosophischen Ästhetik
Universität Erfurt, Institut für Philosophie
SoSe 2011
Identität und Interaktion. Theorien des sozialen Selbst
Universität Erfurt, Institut für allgemeine SoziologieÄsthetik und Kulturphilosophie
Bergische Universität Wuppertal, Institut für Philosophie
SoSe 2010
Das Motiv der Todsünden in Literatur und Kunst (mit Prof. Dr. Christoph Mandry)
Universität Erfurt, studium fundamentale
WS 2009/2010
Das Problem der Fremdheit. Einführung in die phänomenologische Kultur- und Sozialtheorie (mit Dr. Andreas Pettenkofer)
Universität Erfurt, Institut für allgemeine Soziologie
SoSe 2009
Soziologie der Ästhetik (mit Dr. Patrick Wöhrle)
Universität Erfurt, Institut für allgemeine Soziologie
Lehre an der Universität Leipzig, Institut für Kulturwissenschaften:
WS 2007/2008
Konzeption und Leitung der Ringvorlesungsreihe "Die Permanenz des Ästhetischen. Perspektiven der Ästhetik"
Universität Leipzig in Kooperation mit der Hochschule für Grafik und Buchkunst
WS 2007/2008
Jean-François Lyotard
WS 2007/2008
Georg Simmel
SoSe 2007
Kunst und Künstler in ästhetischer und soziologischer Perspektive (in Zusammenarbeit mit Dr. Nina Tessa Zahner)
SoSe 2007
Manifeste der Avantgarden
WS 2006/2007
Kunst als "symbolische Form"
WS 2006/2007
Theodor W. Adornos "Noten zur Literatur"
SoSe 2006
Das Erhabene. Positionen einer ästhetischen Kategorie
WS 2005/2006
Schönheitsauffassungen von der Antike bis in die Gegenwart (mit Prof. Uta Kösser)
SoSe 2005
Theodor W. Adornos "Ästhetische Theorie"
WS 2004/2005
Der Topos der Undarstellbarkeit. Philosophische und künstlerische Positionen
Forschungsprojekte
- "Sprachdenken und politische Theorie. Jüdisch-deutsche Beiträge vom 18. bis 20. Jahrhundert", ein internationales wissenschaftliches Netzwerk in Kooperation mit dem Van Leer Institute in Jerusalem, finanziert von der DFG, koordiniert von Dr. Sabine Sander
- Zu weiteren Forschungsprojekten von Dr. Sabine Sander:
Forschungsdatenbankserver der Universität Erfurt
Habilitationsprojekt: "Relationalität des Selbst und Vertrauen in den Dialog. Jüdisch-deutsche Beiträge zur Kultur- und Sozialtheorie in der Moderne"
Im Rahmen eines ideengeschichtlichen Zuschnitts widmet sich das Projekt anhand der Sprachkonzepte und Kulturtheorien ausgewählter jüdisch-deutscher Gelehrter einer Untersuchung von Prozessen und Erscheinungsformen religiöser Individualisierung im Judentum seit der Mitte des 19. Jahrhunderts. Judentum steht dabei als Symbolisierungsmedium für religiöse und soziokulturelle Zusammenhänge – was es zu einem interessanten Forschungsobjekt sowohl für Individuierungs- als auch Individualisierungsprozesse macht. Im Mittelpunkt steht dabei die zentrale Frage nach dem Zusammenhang von geschichtlicher Erfahrung und Theoriebildung; dies wird am Beispiel des Generationszusammenhangs jüdisch-deutscher Gelehrter vom Kaiserreich über die Weimarer Republik bis zum Vorabend des Nationalsozialismus erkundet. Fokussiert wird dabei die Frage, wie jüdisch-deutsche Gelehrte in den Diskurs der Sprachtheorien interveniert und auf diesem Weg politische und soziale Paradigmen ihrer Zeit kritisiert und korrigiert haben. Im Zentrum stehen die Sprachkonzepte von Heymann Steinthal, Moritz Lazarus, Franz Rosenzweig, Martin Buber, Ernst Cassirer und Alfred Schütz. Die Auswahl dieser Autoren ist zum einen dadurch legitimiert, dass sie einander rezipiert haben, zum anderen lassen sich in deren Werken gemeinsame Nenner ausmachen: Untersucht wird einerseits das von ihnen thematisierte, auf Wilhelm von Humboldt zurück¬gehende Konzept der inneren Sprachform und andererseits der in Variationen auf¬tauchende Topos des Nächsten. Dieser Rahmen ermöglicht zu zeigen, dass das von diesen jüdisch-deutschen Gelehrten favorisierte Sprachkonzept der Vermittlung zugleich eine sozialethische Einlösungsform gefunden hat: als Verant¬wortungsethik und als Konzept des Fremdverstehens. Anhand der Verschränkung von geschichtlicher Perspektive und systematischer Untersuchung wird deutlich, dass die Internalisierung historischer Erfahrungen in das Bewusstsein des Menschen geistige Wirklichkeiten eigener Art erzeugt – im Sinne Charles Taylors könnte man auch von ›social imaginaries‹ sprechen – die lebensweltlich deutungswirksam und handlungsleitend werden. Die Stellung des Menschen in der Welt war in eine Kri¬se geraten – und die aufkommenden völkerpsychologischen, anthropologischen, soziologischen und kulturtheoretischen Debatten waren, so die zugrunde liegende Annahme, auch eine Antwort auf die hervorgetretene Brüchigkeit und Verletzlichkeit der menschlichen Existenz. Die Sprachkonzepte, in denen über Ge¬meinschaft, kulturelle Objektivationen, Prozesse der Vergesellschaftung und For¬men sozialer Ordnung reflektiert wurde, dienen als Brennspiegel für das Menschen-und Weltbild dieser Zeit; die Erkundung von Bedingungen und Möglichkeiten des Miteinanders in den untersuchten Theorieangeboten war ein Diskurs, der schließlich als Frage nach dem Verhältnis des In¬dividuums zum Kollektiv oder als Frage nach Ermöglichungsbedingungen von sozialer Ordnungsbildung zur Leitfrage der modernen Kultur-und Sozialtheorie geworden ist.
Publikationen
Zu den Veröffentlichungen von Dr. Sabine Sander gelangen Sie über den Forschungsdatenbankserver der Universität Erfurt.

