Karl F. A. Gützlaff
(1803-1851)

Zur interkulturellen Karriere
eines Missionars
zwischen Europa und Ostasien

Symposium

Erfurt, 15.-16.06.2001

Die Beiträge des Symposiums sind 2005 unter dem Titel

Karl Gützlaff (1803-1851) und das Christentum in Ostasien: Ein Missionar zwischen den Kulturen

von Thoralf Klein und Reinhard Zöllner im Steyler Verlag, Nettal, herausgegeben worden (ISBN: 3-8050-0520-2).



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KARL F.A. GÜTZLAFF (1803-1851) steht wie kaum eine andere Gestalt der protestantischen Mission in Ostasien exemplarisch für vielfältigste Facetten christlicher Missionstätigkeit. Dabei erstreckte sich sein Wirken, wenn auch in unterschiedlichem Maß, auf China ebenso wie auf Japan und Korea.

Durch seine Reise- und Tätigkeitsberichte erlangte er öffentliche Aufmerksamkeit und konnte eine breite Unterstützung für die Mission in Ostasien mobilisieren. Seine Bibelübersetzungen ins Chinesische und Japanische sowie die letztlich gescheiterte Strategie, das Christentum primär mit Hilfe einheimischer Prediger zu verbreiten, zählen zu den frühesten Bemühungen um die Indigenisierung des Christentums in Ostasien. Daneben unterhielt Gützlaff aber auch Verbindungen zum Opiumhandel, war auf britischer Seite in den ersten Opiumkrieg (1840-1842) verwickelt und beteiligte sich an einem freilich erfolglosen Versuch, Japan für den westlichen Handel zu öffnen.

Das Symposium untersucht das interkulturelle Wirken von Gützlaff in interdisziplinärer Perspektive. Zu Wort kommen Literatur- und Sprachwissenschaftler ebenso wie Historiker.


PROGRAMM:

Freitag, 15.06.2001, LG I HS 3

15:00 Uhr
Begrüßung und Einführung

1. Das historische Umfeld

15:30 – 16:30 Uhr
Dr. Peter Merker (Berlin)
Gützlaffs Rolle im Opiumkrieg: Zum Verhältnis von
Mission, Handel und Imperialismus in China

16:30 – 17:30 Uhr
Prof. Dr. Reinhard Zöllner (Erfurt)
Gützlaffs Japanreise und das Bojutsu yume monogatari:
Zur japanischen Fremdenpolitik am Vorabend der „öffnung“

17:30 – 18:00 Uhr Pause

2. Der Missionar als Reiseschriftsteller

18:00 – 19:00 Uhr
Dr. Sylvia Bräsel (Erfurt)
Missionar aus Überzeugung, Entdecker mit Marketingtalent: Gützlaff – der erste Deutsche in Korea

19:00 – 20:00 Uhr
Dr. Hartmut Walravens (Berlin)
Gützlaffs Reiseberichte und das europäische Chinabild


Sonnabend, 16.06.2001, LG IV D 08

3. Der Missionar und seine Heimatbasis


9:30 – 10:30 Uhr
Prof. Dr. Jessie G. und Prof. Dr. Rolland R. Lutz (Havre de Grace, Maryland)
Gützlaff und seine Unterstützer:
Amerika und Europa im Vergleich

10:30 – 11:30 Uhr
Cand. phil. Patrick Dreher (Zürich)
Eine gemeinsame deutsche Mission für China?
Gützlaff und die Chinesische Stiftung in Kassel

4. Der Missionar als Übersetzer

13:30 – 14:30
Dr. Jost Zetzsche (Reedsport, Oregon)
Gützlaffs Bedeutung für die frühen protestantischen Bibelübersetzungen ins Chinesische

14:30 – 15:30
Yoko Nishina M.A. (Erfurt)
Gützlaffs japanisches Johannesevangelium

15:30 - 16:00 Uhr
Pause

5. Westliche Missionsmethode und einheimisches Christentum

16:00 – 17:00
Dr. Gerhard Tiedemann (London)
Missionarischer Einzelgänger oder Visionär? Die Missionsmethode Gützlaffs

17:00 – 18:00 Uhr
Thoralf Klein M.A. (Erfurt)
Gützlaff als Vorläufer einer indigenen chinesischen Kirche? Kontrafaktische überlegungen zum Zusammenhang von Christianisierung, Synkretismus und Kulturwandel

18:00 – 18:30
Schlußdiskussion


Veranstalter:
Arbeitskreis Japanische Geschichte der Gesellschaft für Japanforschung
Lehrstuhl für Ostasiatische Geschichte der Universität Erfurt

Tagungsort:
Universität Erfurt,
99089 Erfurt, Nordhäuser Str. 63, Lehrgebäude I Hörsaal 3 (Freitag)
Lehrgebäude IV D 08 (Sonnabend)


Information und Anmeldung:

Lehrstuhl für Ostasiatische Geschichte
Universität Erfurt, PSF 300221, D-99105 Erfurt
info@asianhistory.org
Telefon: 0361-737 44 30
Telefax: 0361-737 44 39