Der Lehrstuhl für Geschichte Westasiens an der Universität Erfurt lädt am kommenden Donnerstag, 24. November, zu einem Gastvortrag von Götz Nordbruch (Centre for Contemporary Middle East Studies, University of Southern Denmark) ein. Sein Titel: „Arabische Begegnungen mit dem Nationalsozialismus. Kontroversen der Forschung“. Beginn ist um 12 Uhr im Lehrgebäude 1, Raum 223.
Die Beziehungen der arabischen Länder zum Nationalsozialismus sind bis heute Gegenstand heftiger Debatten. Anhand der Auseinandersetzungen in der Presse und in diversen politischen und kulturellen Zirkeln, aber auch auf der Grundlage der bisher weitgehend unberücksichtigt gebliebenen Memoirenliteratur arabischer Akteure lassen sich die kontroversen und oft widersprüchlichen Sichtweisen aufzeigen, von denen zeitgenössische arabische Debatten um den Nationalsozialismus geprägt waren. Interesse und Faszination für den Nationalsozialismus waren dabei ebenso verbreitet wie Skepsis und vehemente Kritik. Der Nationalsozialismus war dabei weder zwangsläufiger ideologischer Referenzpunkt noch a priori unvereinbar mit den zeitgenössischen politischen Strömungen. In den Debatten um eine zukünftige gesellschaftliche Ordnung bot der Nationalsozialismus vielmehr diverse ideologische Anknüpfungspunkte, deren Anwendbarkeit für den lokalen Kontext ebenso leidenschaftlich wie kontrovers diskutiert wurde.
