Die Universität Erfurt residiert in denkmalgeschützten Gebäuden, die überwiegend in den 1950er und frühen 1960er Jahren errichtet worden waren und mit zeitgenössischen Kunstobjekten, Wandbildern und Bauschmuck geziert sind. Eine von Ulrike Wollenhaupt-Schmidt verfasste ausführlichere und bebilderte Darstellung der Kunst auf dem Uni-Campus mit Belegen bieten wir als pdf-Datei, eine Übersicht nachstehend.
Lehrgebäude I (1952-1954)
Die als Hochrelief ausgeführten Friese stammen von Hans Walther (1888-1961) und Helmut Braun (*1925). Sie thematisieren Literatur, Kunst und Musik (Nordseite, von Braun und Walther geschaffen) und verschiedene Lehrsituationen (Westseite, von Walther geschaffen, Südseite, von Braun geschaffen).
Vor Hörsaal 3 befindet sich ein monumentales Wandbild von 1966, geschaffen von dem Erfurter Künstler Lutz Gode (*1940), das (in einem Stil, der an die Kunst der Neuen Sachlichkeit denken lässt) Studenten zeigt.
Ebenfalls von Gode aus dem Jahre 1990 stammt ein Ölgemälde vor Hörsaal 4, eine leicht abstrahierte figürliche Komposition. Auf demselben Flur hängen zwei weitere, querformatige Ölgemälde: "Landschaft mit Erntearbeitern", ein im Stil des Realismus des 19. Jahrhunderts geschaffenes Gemälde des Erfurter Künstlers Karl Ortelt (1907-1972), sowie „Industrielandschaft bei Sondershausen“ des Erfurter Künstlers Wolfgang Taubert (1909-1990), das thematisch und stilistisch ebenfalls an Werke des Realismus im 19. Jahrhundert denken lässt.
Auditorium Maximum (1956-1961)

- Figurengruppe am Giebel von Helmut Braun (*1925)
Die Figurengruppe am Giebel oberhalb des neoklassizistischen Portikus wurde von Helmut Braun (*1925) entworfen, der auch an den Hochreliefs am Hörsaalanbau des Lehrgebäudes I beteiligt war. Dargestellt sind eine weibliche und eine männliche allegorische Figur, die unbekleidet mit vor ihrer Scham verschränkten Beinen in ihrer Mitte einen Globus mit ihren Armen halten, auf dem eine Friedenstaube abgebildet ist. Die Ausführung in Kalkstein oblag dem Erfurter Steinmetzmeister Otto Lehmann.

- Stein-Mosaiken von Gottfried Schüler (1923-1999)
Im Foyer des Hörsaals sind drei von Gottfried Schüler (1923-1999) gestaltete Stein-Mosaiken angebracht. Sie thematisieren Aufbau (links), Freundschaft - Liebe - Familie (Mitte) und Musik - Lernen - Kunst (rechts).
Lehrgebäude II (1958-1962)
Im Treppenhaus des 1958-1962 in einer Stahlskelettkonstruktion errichteten Lehrgebäudes II befindet sich zwei nach Norden ausgerichtete, über mehrere Geschosse ausgedehnte, die Wand komplett ausfüllende Glasfenster in der Größe 6 x 10 m, die 1963 nach einem Entwurf von Otto Kayser (1915-1988) und Gottfried Schüler (1923-1999) entstanden und dessen Herstellung in Glasschliff- und Ätztechnik die Glasfertigung Magdeburg vorgenommen hatte. Die Fenster füllen jeweils das aus zehn Einheiten bestehende "Gefache" der Wand aus. Jedes der hochrechteckigen "Gefache" ist durch Metallsprossen noch einmal in neun Flächen unterteilt. Ursprünglich hatte das Gebäude unter anderem die Fächer Mathematik und Physik aufgenommen; dieser Thematik trägt die abstrakt gehaltenen Glasfenster Rechnung, auf denen Signaturen und Formeln von Einstein, Planck und Kopernikus zu lesen sind.
Haupteingang (1963)
Anlässlich der Umgestaltung des Eingangsbereichs nach der Errichtung des Wohnheimes V (heute Mitarbeitergebäude 1) wurde im selben Zeitraum eine von Heinz Scharr (*1924) entworfenen Stahlskulptur errichtet, die den Eingangsbereich der Pädagogischen Hochschule auffallend prägte. Die Gesamtkomposition ist durch deutlich konturierte Personen (was in der Natur der Technik liegt), aber auch durch starke Schwarzweiß-Kontraste geprägt. Die Figurenauffassung erinnert - gerade, was die Darstellung der Gesichter anbetrifft - deutlich an Fernand Leger. Da in dessen Werke tatsächlich Elemente eines sozialistisch-heroischen Impetus’ enthalten, ist eine Einflussnahme des Franzosen auf den Urheber der Metallplastik durchaus vorstellbar.
Bronzebüste Th. Neubauer (1965)
Vor dem Verwaltungsgebäude findet sich auf einer Stele eine Bronzebüste Theodor Neubauers nebst einer Inschrift. Die Umbenennung des Pädagogischen Instituts in "Pädagogische Hochschule Theodor Neubauer" erfolgte 1965, und aus diesem Jahr stammt auch die Bronzebüste. Geschaffen wurde sie von Walter Arnold (1909-1979).
Wohnheim I (Wandbild 1969)
1969 wurde am Nordgiebel des Wohnheims I das Gurtgesims entfernt und stattdessen ein großflächiges Wandbild angebracht.






