Universität Erfurt

Gotha Portal zur Bildungsgeschichte der Frühen Neuzeit

Sammlungen

Bildungsgeschichtliche Sammlungen

Andreas Wilke, Suada Gothana Latialis, Frankfurt/Main 1657.

Schloss Friedenstein Gotha versammelt erstrangige schul- und bildungsgeschichtliche Sammlungen von überregionaler Bedeutung, die bislang von der internationalen Forschung nur unzureichend wahrgenommen und benutzt wurden. Bibliothek, Archive und museale Sammlungen verfügen über die bedeutendste, geschlossen erhaltene Überlieferung zur Schul- und Bildungsgeschichte des 17. und 18. Jahrhunderts im deutschsprachigen Raum. Diese Ausnahmestellung gründet in der Reformpolitik Herzog Ernsts des Frommen (1601-1675), die ihren Niederschlag beispielsweise in den in einmaliger Dichte angelegten Akten der landesherrlichen Schulaufsichtsbehörden gefunden hat. Diese heute im Landesarchiv Thüringen - Staatsarchiv Gotha verwahrten Quellen ermöglichen genaue Einblicke in den Alltag und die sozialen Rahmenbedingungen von schulischer und kirchlicher Bildungsvermittlung in Stadt und Land.  

Die Bestände der Forschungsbibliothek und der Stiftung Schloss Friedenstein gehen auf die durch Herzog Ernst noch während des Dreißigjährigen Krieges zielstrebig begonnene Sammlungstätigkeit des Herzoghauses Sachsen-Gotha-Altenburg zurück. Zu diesen Sammlungen gehörten von Beginn an auch dezidiert bildungsgeschichtliche Bestände. Allein die Forschungsbibliothek bewahrt unter ihren frühneuzeitlichen Beständen rund ein Viertel bildungsgeschichtlicher Quellen im engeren und weiten Sinne. Hervorzuheben sind vor allem die Nachlässe bedeutender Pädagogen wie Wolfgang Ratke (1571-1635) und Andreas Reyher (1601-1673). In den Sammlungen der Stiftung Schloss Friedenstein spiegeln beispielsweise die Objekte der für Schulzwecke verwendeten fürstlichen Kunst- und Naturalienkammer die außerordentlich frühe Förderung der Naturlehre und anderer „Realien“ wider. Von größter Wichtigkeit ist auch die weitgehend unbekannte schriftliche Hinterlassenschaft des großen Universalgelehrten und Organisators Veit Ludwig von Seckendorff (1612-1692), die in Gotha, vor allem aber im Staatsarchiv Altenburg aufbewahrt wird. Ein weiteres singuläres Element stellt schließlich die Überlieferung des Gothaer Gymnasiums dar, an dem Seckendorff aber auch August Hermann Francke (1663-1727) ausgebildet wurden und zu der neben  Lehrplänen, Unterrichtskonzepten, Schülermatrikeln, Korrespondenzen auch die nach dem Zweiten Weltkrieg in die Forschungsbibliothek integrierte, etwa 50.000 Bände umfassende Bibliothek dieser Schule gehört.

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