Begrüßung durch den Direktor

Director
Prof. Dr. Achim Kemmerling

Herzlich Willkommen an der Willy Brandt School of Public Policy, einer echten Perle der Policy-Lehre in Deutschland. Mein Name ist Achim Kemmerling; ich bin der derzeitige Direktor der Brandt School und Inhaber des Gerhard Haniel Lehrstuhls für Internationale Entwicklung und Public Policy hier an der Brandt School.

Bevor ich zur Brandt School kam, arbeitete ich acht Jahre an der Central European University in Budapest. Mich faszinieren Themen im Bereich der Entwicklungs-, Sozial und Arbeitsmarktpolitik. Dabei ist meine größte Motivation herauszufinden, wie enorme Armut und übermäßige Verhältnisse sozio-ökonomischer Ungleichheit beseitigt werden können.

Es gibt viele Gründe, weswegen ich zur Brandt School gekommen bin: Zu allererst hat die Brandt School eine der diversesten Studierendenschaften, die ich jemals gesehen habe. Studierende aus allen Himmelsrichtungen treffen hier zu inspirierenden Gesprächen in der Mittagspause aufeinander und fordern so stetig eigene Meinungen und Vorstellungen heraus. Ich denke, es ist ein im „Westen“ unterschätzter Wert, dass Menschen, Länder und Weltregionen gegenseitig voneinander lernen. Vielmehr besteht die typische Annahme, dass reiche Länder armen Ländern zeigen, „wie man es richtig macht“. Nichts könnte weniger der Wahrheit entsprechen. Altmexikanische Bauern gaben uns die grundlegende Genetik der Tomate, der Chili und der Vanilleschote. Es gibt ernstzunehmende Argumente dafür, dass das preußische alias Weber'sche Bürokratiemodell – das Herzstück deutscher Effizienz – eigentlich eine Kopie chinesischer administrativer Traditionen ist, das von jesuitischen Mönchen nach Europa gebracht wurde. Lernprozesse müssen in alle Richtungen erfolgen und die Brandt School ist genau der Ort für diese Erfahrungen.

Ich sehe die Brandt School als eine Petrischale für neue Ideen zu Konflikten, Unternehmertum, Entwicklung sowie zu internationaler und globaler Public Policy. Anstatt prinzipientreue (und ehrlicherweise ideologische) Diskussionen zu führen, ob es Märkte, Staaten, lokale Gemeinden oder NGOs sind, welche Veränderung hervorbringen sollten, schauen wir darauf, was unter welchen Bedingungen funktionieren kann und warum. In diesem Sinne sind wir sowohl pragmatisch als auch sehr interdisziplinär. Wir betrachten nicht nur verschiedene separate Perspektiven eines Policy Problems (z.B. die ökonomische, politikwissenschaftliche oder soziologische Perspektive), sondern schauen auf zusammenwirkende und gleichzeitige Einflüsse aller Dimensionen. Zum Beispiel untersuchen wir, wie die soziale und kulturelle Eingebundenheit der Märkte dazu führt, dass Menschen manchmal das Gegenteil von dem tun, was einfache ökonomische Theorien uns lehren. Oder wir beschäftigen uns damit, wie Politik und Wirtschaft vereint werden müssen, um zu verstehen, warum scheinbar sinnvolle Reformen oft drastisch fehlschlagen.

Die Brandt School verbindet Theorie und Praxis ohne dabei zu fordern, dass AkademikerInnen aus dem Elfenbeinturm von PraktikerInnen geerdet werden müssen. Das ist ein Mythos. AkademikerInnen und PraktikerInnen zum gemeinsamen Gespräch zu zwingen, führt zu gegenseitiger Befruchtung und Infragestellung der eigenen professionellen Defizite. AkademikerInnen entwickeln und testen oft Theorien, die irrelevant, zu abstrakt oder zu vereinfacht sind. PraktikerInnen benutzen oder wenden oft Theorien mit einer verzerrten Weltsicht an, ohne dies zu realisieren. Die Brandt School zwingt uns dazu, unsere intellektuellen Denkmuster kritisch zu hinterfragen und herauszufinden, was wirklich warum und wann funktioniert.

Außerdem gefällt mir die Brandt School, weil sie klein und flexibel ist. Wir stellen uns gerne als eine kleine Boutique-Einrichtung vor, welche vielleicht weniger umfangreiche Kursverzeichnisse und Aktivitäten als größere Policy Institute anbietet, dafür aber großartige Kurse auf innovative Weise unterrichtet. Klein zu sein bedeutet auch, dass die Brandt School eine intime Atmosphäre bietet, die es Studierenden und Mitarbeitenden ermöglicht sich gegenseitig kennenzulernen. Zu guter Letzt befindet sich die Brandt School in der wunderschönen Stadt Erfurt mit mittelalterlichem Charme und exzellenter moderner Infrastruktur. Über viele Jahrhunderte hinweg diente Erfurt als Drehkreuz zwischen Ost und West, Nord und Süd. Deswegen eignet sich dieser Ort hervorragend für die Brandt School!

Direktor
(Willy Brandt School of Public Policy)
Willy Brandt School (Nordhäuser Straße 84) / Raum 0206
Weltkarte
Von hier kommen unsere Studierenden