Universität Erfurt

Forschungszentrum Gotha der Universität Erfurt

Aktuelles

SPD-Landesinnenminister tagen im Forschungszentrum Gotha

19.09.2019

Am 18. September trafen sich die Landesinnenminister und
-senatoren der SPD in Gotha. Neben dem Tivoli als Gründungsstätte der Sozialdemokratie besuchten sie auch das ehemalige Landschaftshaus am Schloßberg, das heute das Forschungszentrum Gotha (FZG) beherbergt. An traditionsreichem Ort – im heutigen Vortragssaal des FZG tagte nach 1848 der Landtag des Herzogtums Sachsen-Gotha sowie von 1918 bis 1920 das erste demokratisch gewählte Parlament des Freistaates Sachsen-Gotha – diskutierten die Minister, Senatoren und Staatssekretäre über das Thema „wehrhafte Demokratie“ und verabschiedeten eine gemeinsame Gothaer Erklärung.

Die Gäste zeigten sich beeindruckt von der demokratischen Tradition des Hauses wie auch der aufwändigen Sanierung, die in den Jahren 2015 bis 2018 von der Baugesellschaft Gotha mbH im Auftrag der Stadt durchgeführt wurde. Das Forschungszentrum ist daher, wie der Wissenschaftliche Geschäftsführer, Dr. Markus Meumann, hervorhebt, gerne dem Wunsch nachgekommen, seine Räumlichkeiten für diesen Anlass zur Verfügung zu stellen und das in neuem Glanz erstrahlende Haus ebenso wie das Forschungszentrum auch außerhalb der akademischen Welt überregional bekannt zu machen. 

Virtuelles Kartenlabor im World Wide Web

18.09.2019

Im Rahmen des Projektes „Globalisierung und lokales Wissen: Sammlungsbezogene Forschungen zum Verlag Justus Perthes“ am Forschungszentrum Gotha der Universität Erfurt, das die kartografisch-geografische „Sammlung Perthes Gotha“ erstmals umfassend aufzeigen soll, ist ein virtuelles Kartenlabor entstanden, das ausgewählte Bestände der Sammlung Perthes nun digital zugänglich macht. Das sogenannte „GlobMapLaboratory“ ist in die Digitale Historische Bibliothek Erfurt/Gotha (DHB) als Teil der Universal Multimedia Electronic Library (UrMEL) der Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek Jena (ThULB) integriert worden und soll nun unter dem Label „Perthes Digital“ zum digitalen Repositorium für alle Materialien der Sammlung Perthes weiter ausgebaut werden. Weiterlesen

Universität Erfurt vergibt wieder Herzog-Ernst-Stipendien

22.07.2019

Das Herzog-Ernst-Stipendienprogramm geht in die nächste Runde: Dank der großzügigen Unterstützung der Ernst-Abbe-Stiftung kann die Universität Erfurt auch in diesem Jahr die renommierten Herzog-Ernst-Stipendien an der Forschungsbibliothek Gotha und am Forschungszentrum Gotha ausschreiben. Die Stipendien sollen die wissenschaftliche Beschäftigung mit den Beständen der Bibliothek und den historischen Sammlungen des Verlags Justus Perthes sowie der Stiftung Schloss Friedenstein Gotha fördern. Die inhaltliche Ausrichtung des Stipendienprogramms trägt den vielfältigen Sammlungsbeständen und dem universellen Geist der ehemaligen herzoglichen Bibliothek und der musealen Sammlungen auf Schloss Friedenstein Rechnung.

Die Stipendien werden an Promovierende (monatlich 1.300 Euro, für die Dauer von max. neun Monaten) und Postdocs (monatlich 1.800 Euro, für in der Regel bis zu sechs Monate) vergeben. Bewerbungsschluss ist der 6. Oktober 2019, der früheste Stipendienbeginn ist der 1. Februar 2020. Besonders erwünscht sind Bewerbungen, die den folgenden Förderformaten entsprechen: Explorationsstipendien für Doktorand*innen, die den Einstieg in ein Promotionsvorhaben ermöglichen sollen sowie „Text- und Objekt-Stipendien“ für Doktorand*innen und Postdocs, die sich speziell dem Verhältnis von Text und Objekt zuwenden. Projekte zu den Arbeitsschwerpunkten des Forschungszentrums sind ebenfalls besonders willkommen (Profilstipendium).

Darüber hinaus sind Senior Scholars eingeladen, sich auf ein Hiob-Ludolf-Fellowship zu bewerben (Erstattung der Reise- und Aufenthaltskosten bis 1.500 Euro monatlich, für einen bis zwei Monate). Weitere Informationen finden Sie unter: www.uni-erfurt.de/forschungszentrum-gotha/herzog-ernst-stipendien.

Wohl älteste Münzgeschichte Sachsens in Gotha entdeckt

19.07.2019

Einen bemerkenswerten Fund machte Prof. Dr. Martin Mulsow, Direktor des Forschungszentrums Gotha der Universität Erfurt, bei seinen Forschungen: Als er das lateinische Manuskript über die „Historiae Saxoniae … Veritas“ in der Forschungsbibliothek Gotha entdeckte, war zunächst nicht klar, von wann es stammte und ob es je veröffentlicht worden war. Mulsow begann mit umfangreichen Recherchen und erlebte eine Überraschung: „Ich konnte zeigen, dass diese Schrift des Gothaer Numismatikers Christian Schlegel von 1696 stammt und bisher völlig unbekannt war, aber als die erste Geschichte des mittelalterlichen Sachsen gelten muss, die auf Münzen basiert geschrieben worden ist. Für die sächsische Geschichte ist das ein sensationeller Fund.“ Die Ergebnisse von Mulsows Forschung wurden nun in der Fachzeitschrift „Neues Archiv für sächsische Geschichte“ veröffentlicht.

Christian Schlegel war Fachmann für sogenannte Brakteaten, dünne Blechmünzen aus dem 12. und 13. Jahrhundert. Zuvor waren sie unbeachtet geblieben, doch um 1700 herum begann man sie zu erforschen – Schlegel war einer der Pioniere. „Und er erkannte als Erster“, erläutert Mulsow, „dass man die legendendurchzogene Geschichte Sachsens auf besserer wissenschaftlicher Grundlage schreiben kann, wenn man nicht nur Texte, sondern Objekte hinzuzieht – in diesem Fall Münzen.“ Mulsow konnte überdies zeigen, welche Münzen Schlegel benutzt hatte. Sie gehörten dem Dresdener Minister Friedrich Adolph von Haugwitz, der 1697 gestürzt wurde. „Deshalb konnte Schlegels Publikation nicht mehr realisiert werden und auch die Druckplatten mit den Abbildungen blieben unbenutzt.“ Mulsow plant nun, den Text in einer lateinisch-deutschen Fassung zu edieren.

Die Thüringer Allgemeine berichtete in einem Artikel.

Gothaer Karten stoßen auf großes Interesse in Äthiopien

19.07.2019

Die internationale Ausstellung „Das Äthiopien der Kartenmacher“ in Addis Abeba, die von Gothaer Sammlungs- und Forschungseinrichtungen gestaltet wurde, ist ein großer Publikumserfolg: Da das Interesse ungebrochen hoch bleibt, wurde sie nun bis zum 23. August verlängert. Die Ausstellung wurde vom Forschungsprojekt Ethiomap, das am Forschungszentrum Gotha der Universität Erfurt, der École des Hautes Études en Sciences Sociales (EHESS) in Paris sowie der Mekelle University in Äthiopien angesiedelt ist, mit Unterstützung der Forschungsbibliothek Gotha organisiert. 

Zur Eröffnung kamen unter anderem die deutsche Botschafterin, der französische Kulturattaché und der Direktor der Alliance éthio-française in Addis Abeba. Die Ausstellung präsentiert eine große Auswahl an historischen Karten Äthiopiens, des Roten Meers und des Horns von Afrika vom Mittelalter bis zur Neugründung des modernen Kaiserreichs Äthiopien im späten 19. Jahrhundert. Der größte Teil der Ausstellung beruht auf Karten der Sammlung Perthes in Gotha und ging aus den 8. Kartenwochen 2017 mit dem Thema „Äthiopien in Gotha“ hervor. „Die ausgestellten Karten sind in der Wissenschaft überwiegend unbekannt und wurden in Äthiopien noch nie gezeigt“, erklärt Dr. Wolbert G. C. Smidt (Forschungszentrum Gotha/Mekelle University), der das Ethiomap-Projekt mit seinem französischen Kollegen Dr. Eloi Ficquet leitet. „Dazu gehören handschriftliche Detailkarten von europäischen Forschern und Siedlern aus dem 19. Jahrhundert, die eritreisch-äthiopische Grenzregionen zeigen, sowie Karten aus der Frühzeit der Regierung des Kaisers Menilek II., welche die Gründung der späteren Hauptstadt Addis Abeba abbilden.“ Auch die nächsten Stationen der erfolgreichen Ausstellung stehen schon fest: Nach Addis Abeba soll sie in der Alliance éthio-française in der äthiopischen Stadt Dire Dawa gezeigt werden und im Anschluss an mehrere äthiopische Universitäten wandern.

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Neue Impulse für den Forschungsstandort Gotha

Mit jährlich 100.000 Euro unterstützt die Ernst-Abbe-Stiftung Jena in den kommenden fünf Jahren die Gothaer Forschungseinrichtungen der Universität Erfurt. Im Zentrum stehen die Weiterführung und der Ausbau des Herzog-Ernst-Stipendienprogramms. Ergänzend fördert die Ernst-Abbe-Stiftung auch Forschungsprojekte und wissenschaftliche Veranstaltungen, die in besonderer Weise dazu geeignet sind, das Profil des Forschungsstandorts Gotha zu schärfen und seine internationale Sichtbarkeit zu erhöhen. Die strategische Partnerschaft zwischen der Universität Erfurt und der Ernst-Abbe-Stiftung wird institutionell durch ein Kuratorium gestützt, das zum 1. Januar 2020 seine Arbeit aufnehmen wird. Neben Vertretern der Stiftung, des Präsidiums der Universität Erfurt und des Forschungszentrums Gotha werden ihm weitere Persönlichkeiten aus Wissenschaft, Kultur undWirtschaft angehören.

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