Universität Erfurt

Projekt von PD Dr. Nóra Gózonné Etényi

Ungarnbild und Türkenkrieg in der politischen Öffentlichkeit des Deutsch-Römischen Reiches im 17. Jahrhundert

In der internationalen Öffentlichkeit präsent zu sein, war im späten 17. Jahrhundert schon längst zu einem wesentlichen politischen Faktor geworden. Während jedoch die europäischen Großmächte die internationale Öffentlichkeit in erster Linie zur Demonstration bzw. Steigerung ihres außenpolitischen Gewichtes nutzten, diente sie der ungarischen politischen Elite der Epoche, die über keine eigenständige Außenpolitik verfügte, als wirksames Mittel zur politischen Interessenvertretung. Die Vertreibung der Osmanen am Ende des 17. Jahrhunderts bedeutete für den Donauraum eine besondere Zäsur, da mit ihr die Herrschaft der Habsburger im zurückeroberten Königreich Ungarn begann. Die neue politische Situation erzeugte neue europäische Machtverhältnisse; der Diskurs darüber schlug sich in einer Fülle von Traktaten, Flugschriften, Pamphleten und Gesprächsspielen für das gebildete Lesepublikum nieder. Ziel des Forschungsprojektes ist es, die „Hungarica” der Forschungsbibliothek Gotha (Zeitungen, Flugschriften, Relationen, Reiseberichte, Flugblätter u.v.m.) aus dem Zeitraum 1648–1699 als „zeitgenössische Spiegel” der Vorstellungen über Ungarn und den Türkenkrieg zu betrachten. Dies geschieht in transnationaler Perspektive, da im 17. Jahrhundert zwischen Ungarn und deutschen Herzogtümern wie Sachsen-Gotha-Altenberg sowohl ein reger Austausch von Informationen als auch intensive Migrationsbewegungen stattfanden.

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