Universität Erfurt

Projekt von Dr. des. Johannes Eberhardt

Aneignungen der Münzprägung. Historisieren und Deuten der ersten Münzen im östlichen und westlichen Mittelmeerraum seit der Zeit des Barock

Dr. des. Johannes Eberhardt

Die ‚Ursprungsdebatten‘, welche in der Frühen Neuzeit v.a. um die angenommenen biblischen Hintergründe und Anfänge aller Kulturleistungen angesiedelt waren, ließen auch die frühe Münzprägung verschiedener Orte und Zeiten in den Blick der Gelehrten treten. Wer die ersten Münzen prägte, ist in der Wissenschaft seit der Barockzeit umstritten und wurde zunehmend heiß diskutiert. Dabei standen Fragen nach dem Ort, Zweck, Zeitpunkt und der Wahl sowie den Funktionen der Bildsprache von Münzen im Zentrum der Auseinandersetzungen. Diese Debatten sowie die Art und Weise, mit der man sich das Material zugänglich machte, es sammelte, bearbeitete, beschrieb, katalogisierte und analysierte, sind für das Forschungsvorhaben von wesentlichem Interesse: Es soll gewissermaßen in das ‚Labor‘, die Werkstatt der Numismatiker geblickt werden. Die Vorstellungen von der ‚Erfindung‘, der medialen Seite und den die frühesten Münzen umgebenden Praktiken lassen sich über die Jahrhunderte hinweg aufspüren und analysieren. Die Ergebnisse der Arbeiten an der Forschungsbibliothek Gotha sollen schließlich in ein Kapitel meiner geplanten Habilitationsschrift überführt werden. Die reichhaltige Basis, welche die Forschungsbibliothek für das Projekt bietet, erstreckt sich nicht nur auf bedeutende frühneuzeitliche Werke, welche sich mit den frühen griechischen und außergriechischen Münzprägungen befassen, sondern v.a. auch auf erhaltene Briefe (beispielsweise Morell, Sagittarius, Paullini, Schlegel an Tentzel, FB Gotha B 199–209), Münzinventare und Kataloge von Münzerwerbungen, Werkmanuskripte sowie Rechnungsbücher des 17. und 18. Jahrhunderts.

Navigation

Untermenü

Werkzeugkiste

Nutzermenü und Sprachwahl