Universität Erfurt

Projekt von Michael Rocher M.A.

Schulalltag im pädagogischen 18. Jahrhundert. Ein Vergleich der Unterrichtspraxis des Pädagogiums in Halle und des Philanthropins in Dessau

Michael Rocher M.A.

In meinem Forschungsvorhaben untersuche ich vergleichend die Unterrichtspraxis einiger Schulen, die für die Entwicklung der Pädagogik als richtungsweisend gelten. Den Schwerpunkt der Untersuchung bilden dabei das Philanthropin in Dessau sowie das Pädagogium der Franckeschen Stiftungen zu Halle im späten 18. Jahrhundert; ergänzend hinzugezogen werden u.a. die philanthropische Erziehungsanstalt Schnepfenthal und das Gothaer Gymasium illustre Ernestinum. Eine vergleichende Betrachtung des Schulalltags in Dessau und Halle durch die Forschung fehlt bislang; vielmehr wurden beide Einrichtungen nur jeweils isoliert auf eine allgemeine „pietistische“ beziehungsweise „philanthropische“ oder „aufklärerische“ Konzeption hin untersucht. Als Quellen hierfür dienten in erster Linie Schulordnungen und Konzeptionen der berühmten Schulgründer und Lehrkräfte. Einmal abgesehen von der Frage, ob und inwiefern sich „aufgeklärte“ oder „pietistische“ Schulen überhaupt von „herkömmlichen“ Einrichtungen dieser Zeit unterschieden haben, verhindert eine solche Sichtweise, die lediglich nach den postulierten und normativen Faktoren sucht, den Blick auf die tatsächlichen Vorgänge an den Schulen. Mein Vorhaben stützt sich daher auf Quellen, die über den Alltag in den unterschiedlichen Institutionen Auskunft geben können: Unterrichtsmaterialien (Stundenpläne, Examina, Übungen und Aufsätze), Medien der Disziplinierung (schriftliche Bewertungen sowie das sogenannte „Dessauer Meritenbuch“), Egodokumente (Tagebücher von Zöglingen), Korrespondenzen (z.B. von Eltern mit der Schulleitung) sowie Verwaltungsdokumente (Visitationsberichte und Schulakten). Zusammen genommen erlauben diese Quellen tiefergehende Einblicke in die pädagogische Praxis des Schulbetriebes im späten 18. Jahrhunderts.

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