Universität Erfurt

Projekt von Mike Zuber M.A.

„In Christo zu reinem Golde transmutiret“ (Friedrich Breckling). Die Rezeption von alchemischer Literatur und Jacob Böhme unter religiösen Nonkonformisten

Seit der „new historiography of alchemy“ können religiöse und psychologische Deutungen der Alchemie nicht mehr als gegeben angenommen werden; sie sind als späte Entwicklungen des 19. und 20. Jahrhunderts diskreditiert. Im Rahmen meines Forschungsvorhabens zur kontroversen Frage nach Vorläufern dieser Deutungen der Alchemie vertrete ich die These, dass sich der spiritualisierende, psychologisierende Ansatz bis in die Frühe Neuzeit und insbesondere zu Jacob Böhme zurückverfolgen lässt. Böhmes Verwendung von alchemischen Begriffen zur Beschreibung geistlicher Vorgänge wurde im Verlauf des 17. und frühen 18. Jahrhunderts von verschiedenen religiösen Nonkonformisten im Umfeld des mystischen Spiritualismus, radikalen Pietismus und der Philadelphischen Sozietät aufgenommen und weiter ausgeführt . Mit seinem weitgespannten Netz von Kontakten kommt in diesem Zusammenhang Friedrich Breckling (1629–1711), dessen Nachlass die Forschungsbibliothek Gotha bewahrt, eine potenziell wichtige Rolle zu, die es auszuloten gilt. Dabei ist festzustellen, ab wann und wie stark Breckling sich mit Alchemie und Böhme auseinandersetzte, inwiefern diese Gemengelage sich in seiner Korrespondenz und den Druckschriften niederschlug sowie welche von Brecklings Kontaktpersonen sich diese Kombination ebenfalls aneigneten.

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