Universität Erfurt

Projekt von Prof. Dr. Irina Podgorny

Die deutsche Industrie des Mate um 1900

Im Rahmen der deutschen Kolonialwirtschaft versuchten um 1900 nicht nur die großen Gesellschaften, sondern auch Privatleute mit geringerem Kapital ihr Glück mit dem Handel andersartiger tropischer Pflanzen. Denn der Kreis der anzubauenden Kulturgewächse sollte auch auf weniger etablierte Produkte als Kakao, Kautschuk oder Fasern ausgeweitet werden, die auf dem Weltmarkt in großem Stil vertrieben wurden. Der Aufbau von Kleinkulturen, wie Mate- oder Paraguay Tee (Ilex paraguariensis), eröffnete Privatpflanzern die Möglichkeit, auf dem Weltmarkt eine Rolle zu spielen. Die sogenannte „deutsche Einbürgerung“ und der Konsum solcher Kleinkulturen aus Süd-Amerika ist eine immer noch ungeschriebene Geschichte. Ziel der Arbeit in der Forschungs-Bibliothek Gotha ist deshalb die Erarbeitung einer Basis für eine Geschichte des Mate in Deutschland, die in enger Verbindung mit der Geschichte der Wissenschaften (Chemie, Botanik), des globalen Konsums und der kolonialen Landwirtschaft steht.

Kurzbiographie

Irina Podgorny ist Investigadora Principal des Consejo Nacional de Investigaciones Científicas y Técnicas (CONICET, Argentinien) und Professorin und Direktorin des Archivo Histórico an der Facultad de Ciencias Naturales y Museo der Universidad Nacional in La Plata. Zu ihren Forschungsschwerpunkten gehören die Wissenschaftsgeschichte, insbesondere die Geschichte der Archäologie und Paläontologie sowie die Geschichte der Sammlungen und Museen. Ihre Arbeiten, die gerade im Bereich der Museums- und Sammlungsgeschichte die enge Verknüpfung von deutschen, europäischen und lateinamerikanischen Sammlungen und deren Kommunikationswege sichtbar machen, verbinden historische Forschung und die Gestaltung neuer Formen der Kooperation.

Ihre Publikationen finden Sie unter diesem Link.

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