Universität Erfurt

Projekt von Antje Schloms M.A.

Antje Schloms M.A.

August Hermann Francke und sein Waisenhaus in Halle – eklektisch oder innovativ? Eine Neueinordnung anhand eines umfassenden Waisenhauskatasters 1648–1806

Das Projekt beabsichtigt, den in der Forschung geläufig verwendeten Begriff des „pietistischen“ Waisenhauses mit Hilfe eines komparativen Ansatzes kritisch zu hinterfragen. Es wird zu klären sein, ob es einen solchen Typus von Waisenhaus überhaupt gegeben hat, und wenn ja, wie er sich von anderen Waisenhäusern unterschied. Deshalb ist es wichtig, neben der Analyse von prosopographischem Datenmaterial aus einem Waisenhauskataster vertiefende Quellenstudien zu betreiben. Dabei steht die Frage im Mittelpunkt, woher August Hermann Francke, dessen Waisenhausgründung 1695 in Glaucha als Initialgründung des ‚pietistischen‘ Waisenhauses gilt, seine Ideen nahm, wer oder was ihm als Vorbild diente und welchen allgemeinen Wissenshorizont seiner Zeit er besaß. Deshalb findet eine vertiefende Untersuchung seiner „vor-halleschen“ Lebensphase statt: sein Pfarramt in Erfurt (1690/91) und sein Aufenthalt in der Stadt seiner Schulzeit Gotha (1666–1678, 1691). Es bleibt allerdings unbestritten, dass A. H. Francke mit einer neuartigen Kompilation von bereits erprobten Ideen dennoch innovativ war und seine Form der Außendarstellung überaus großen Erfolg zeigte: Nicht umsonst folgen seinem Beispiel zahlreiche Nachahmer. Auf deren Übernahme von halleschen ‚Marketingstrategien‘ im Bereich des Publikationswesens wird ein weiterer Fokus gelegt.

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