Universität Erfurt

BA WS 2018/19

Vorlesungen

Berechnen – Planen – Perhorreszieren Eine Geschichte der Zukunft im Zeitalter der Extreme

Dozentinnen

Prof. Dr. Christiane Kuller
christiane.kuller@uni-erfurt.de

Prof. Dr. Iris Schröder

iris.schröder@uni-erfurt.de

Veranstaltungstyp, Modul(e), Termin(e) und Ort(e)

Vorlesung | LP: 3

Dienstag 14-16 Uhr |LG I/HS 4

B Ges 2012 E06#01 // V 3LP 
B Ges 2012 W06#01 // V 3LP 
MEd R 2014 FWGe#07 // V 3LP  

Kommentar

Das 20. Jahrhundert war ein Jahrhundert der Gewalt, getragen von apokalyptischen Untergangserwartungen ebenso wie von euphorischen Hoffnungen auf eine bessere Zukunft. Vorstellungen künftiger Entwicklungen, die für Menschen vor 30, 50 oder 100 Jahren handlungsleitend waren, wirken heute gleichwohl manchmal banal, wenn nicht sogar bisweilen pathologisch oder schlicht abstrus. Für frühere Generationen waren sie jedoch von elementarer Bedeutung und bestimmten ihr Handeln wesentlich mit. Zur Geschichte des Zeitalters der Extreme (Hobsbawm) gehört daher auch die Geschichte seiner "vergangenen Zukunft" (Koselleck).

Die Vorlesung fragt sowohl nach euphorischen Bildern einer glücklichen Zukunft als auch nach Angstszenarien, die vom prophezeiten „Untergang des Abendlandes“ wenn nicht sogar vom Untergang der Menschheit handelten. Es geht also ebenso darum, wie Menschen sich eine komfortable neue Zeit im Zeichen von Atomenergie, Raumfahrt oder auch neuester Computertechnik ausmalten, wie um Warnungen vor zahllosen möglichen Fehlentwicklungen von Moderne und neuer Globalität. Diskutiert werden Zukunftsvorstellungen unterschiedlicher Reichweite, bezogen auf Deutschland und Europa oder gar mit Blick auf die ganze Welt. Insgesamt fragt die Vorlesung nach Zukunftsbildern in Politik, Medien und Kunst und diskutiert auch die filmische Umsetzung regelrechter Science Fiction, in denen wissenschaftliche Neuerungen, Berechnungen und Prognosen die Hauptrolle spielten. In dem Maße wie der Blick auf „vergangene Zukunft“ nicht nur genuin historische Fragen erschließt, werden wir auch einen kritischen Blick auf aktuelle Zukunftsszenarien werfen. Die Vorlesung schaut daher nicht nur historisch zurück, sondern diskutiert ebenfalls, welche Bedeutung das Wissen um die vergangene Zukunft für die Gegenwart hat.

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Seminare

Kino in der DDR

Dozentin

Prof. Dr. Christiane Kuller
christiane.kuller@uni-erfurt.de

Veranstaltungstyp, Modul(e), Termin(e) und Ort(e)

Seminar | LP: 9/12

Donnerstag 14-16 Uhr, LG IV/D03

B Ges 2012 E08#01 // S 9LP 
B Ges 2012 EXX#01 // S 12LP 
B Ges 2012 W07#01 // S 9LP 
B Ges 2012 W09#01 // S 9LP 
B Ges 2012 WXX#01 // S 12LP 

Kommentar

Das Seminar untersucht, inwiefern Kinofilme als Quellen und Darstellungen für historische Forschung genutzt werden können. Das Seminar nähert sich dem Thema von verschiedenen Seiten: In einem ersten Block werden unterschiedliche Arten von Spielfilmen der DDR-Produktionsfirma DEFA in den Blick genommen (Märchenfilm, Jugend-/Problemfilm, im Westen verbotene Filme, in der DDR verbotene Filme und Filme zur NS-Vergangenheit). Außerdem werden wir über die Langzeitdokumentation „Die Kinder von Glotzow“ (1961-2007) diskutieren sowie in einer Sitzung auch Filme über die DDR exemplarisch ansprechen (z.B. „Gundermann“). In einem weiteren Block soll eine Forschungsrecherche zu Filmerfahrungen in der DDR durchgeführt werden. Dazu interviewen die Seminarteilnehmer ZeitzeugInnen und werten die Ergebnisse geschichtswissenschaftlich aus.

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Public History - Historische Bildung, Erinnerungskultur und zivilgesellschaftliches Engangement

Dozentin (Kopie 1)

Prof. Dr. Christiane Kuller
christiane.kuller@uni-erfurt.de

Prof. Regina Möller
regina.moeller@uni-erfurt.de

Veranstaltungstyp, Modul(e), Termin(e) und Ort(e)

Seminar | LP: 6

Mittwoch, 12-14 Uhr, LG 1/327

B Stu 2011 MTG#02 // S 6LP 
MTheol KaTh 2009 296SF#01 // S 6LP 
MTheol KaTh 2015 A696SF#01 // S 6LP  

Kommentar

Die Anmeldung erfolgt über das zentrale Verteilungsverfahren: https://www.uni-erfurt.de/stufu/aktuelles/.

Historische Themen werden nicht nur im akademischen Elfenbeinturm untersucht, sondern auch in Politik und Öffentlichkeit diskutiert. Geschichte ist beliebt in Filmen und Computerspielen, historische Ausstellungen entwickeln sich zu Publikumsmagneten, bei Festen und Gedenkterminen werden historische Ereignisse als gesellschaftliches Ereignis zelebriert. Dabei geht es nicht nur darum, historische Bildungsinhalte in die Gesellschaft zu vermitteln (im Sinne von history for the public). Public History ist auch und vor allem history by the public, wird also von gesellschaftlichen und politischen Akteuren selbst gestaltet. Dabei steht die Public History vielfach vor neuen Herausforderungen, nicht zuletzt durch die unterschiedlichen Überzeugungen in einer zunehmend inhomogenen, globalisierten Gesellschaft. Mit wachsendem zeitlichem Abstand zu den historischen Ereignissen stellt sich auch die Frage, wie historische Bildung mit der aktuellen Alltagswelt verbunden wird („Was geht mich das an?“). Nicht selten besteht ein Spannungsverhältnis zwischen historischer Bildung, die zu eigenständigem kritischem Denken und Urteilsbildung anregt und damit zum zivilgesellschaftlichen Handeln bringt, und einer erstarrten Erinnerungskultur, die in ihrer "schlechten" Form lediglich political correctness einfordert und dadurch den Weg zu eigenständigem Denken geradezu verstellen kann. Inwiefern können durch historische Bildung Menschenrechtsbildung und zivilgesellschaftliches Engagement vorangetrieben werden? Sind z.B. Zwangsverpflichtungen zu Gedenkstättenbesuchen ein sinnvolles Instrument?

Das Seminar beginnt mit begrifflichen Klärungen und der Vorstellung von aktuellen wissenschaftlichen Forschungsansätzen. Zudem werden unterschiedliche Konzepte vorgestellt und diskutiert, wie historische Bildung und zivilgesellschaftliches Engagement didaktisch konkret verklammert werden. Daran anschließend sollen konkrete Beispiele aktueller erinnerungskultureller Debatten diskutiert werden (Schwerpunkt Zeitgeschichte). Wir werden dafür exemplarisch lokale und überregionale Erinnerungsereignisse untersuchen und wollen darüber auch mit Gastreferenten diskutieren. Zudem ist geplant, ausgewählte Erinnerungsereignisse während der Laufzeit des Seminars einzubinden und teilw. vor Ort in Erfurt mitzugestalten.

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Die Geschichte der Dinge. Fundstücke vom Gelände der Gedenkstätte Bergen-Belsen (mit Exkursion)

Dozenten

Karen Bähr, M.A.
karen.baehr@uni-erfurt.de

Veranstaltungstyp, Modul(e), Termin(e) und Ort(e)

Seminar | LP: 3

Donnerstags 16-18 Uhr | LG I/229

B Ges 2012 E06#02 // S 3LP 
B Ges 2012 W06#02 // S 3LP 
MEd R 2014 FWGe#08 // S 3LP  

 

 

Kommentar

Bei dieser Lehrveranstaltung im Bereich der Public History erhalten die Teilnehmenden die Möglichkeit, in die Rolle des bzw. der Gedenkstättenhistoriker_in zu schlüpfen, die Geschichte der Fundstücke vom Gelände der Gedenkstätte Bergen-Belsen selbstständig zu erforschen und die gewonnen Erkenntnisse Besuchenden zur Verfügung zu stellen. Im Vorfeld werden wir die Geschichte der drei Lager Bergen-Belsens, des Kriegsgefangenenlagers, des Konzentrationslagers und des Displaced Persons Camps, sowie der Gedenkstätte gemeinsam erarbeiten. Aufbauend auf diesem Hintergrundwissen können wir dann bei einer viertägigen Exkursion vor Ort die Geschichte der Fundstücke recherchieren. Dabei werden wir von Mitarbeitenden der Gedenkstätte betreut. Ziel ist es die Objekte und ihre Geschichte in der Tablet Application der Gedenkstätte sichtbar zu machen und der Bildungsarbeit vor Ort zur Verfügung zu stellen. Die Tablet Application enthält eine digitale Rekonstruktion des Lagergeländes in verschiedenen Bauphasen und verknüpft Fotos, Zeichnungen, Beschreibungen von ehemaligen Häftlingen und andere Quellen mit dem Ort ihrer Entstehung oder dem Ort, den sie beschreiben. In diesem Seminar werden die Teilnehmenden an den Umgang mit nicht-schriftlichen Zeugnissen herangeführt, bei der eigenen Forschung angeleitet und angeregt den Forschungsprozess zu reflektieren. Sie lernen die verschiedenen Recherchemöglichkeiten in der Institution Gedenkstätte kennen und bekommen die Möglichkeit ihre Ergebnisse der Öffentlichkeit zu präsentieren.

Die Veranstaltung findet in Kooperation mit der Gedenkstätte Bergen-Belsen statt. Die Teilnahme an der ersten Sitzung und der Exkursion (2.-5. Januar 2019) sind verpflichtend.

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Und wir können alles kaufen - Konsum und Verzicht im 20. Jahrhundert

Dozent

Veranstaltungstyp, Modul(e), Termin(e) und Ort(e)

Seminar | LP: 6/9

Montag 10-12 Uhr | LG IV/D06

Module:

B Ges 2012 E08#01 // S 9LP 
B Ges 2012 EXX#01 // S 12LP 
B Ges 2012 W07#01 // S 9LP 
B Ges 2012 W09#01 // S 9LP 
B Ges 2012 WXX#01 // S 12LP 

 

 

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Krankheit und Gesundheit im langen 20. Jahrhundert

Dozent (Kopie 1)

Veranstaltungstyp, Modul(e), Termin(e) und Ort(e)

Seminar | LP:3

Donnerstag 12-14 Uhr | LG IV/D07

Module:

B Ges 2012 E06#02 // S 3LP 
B Ges 2012 W06#02 // S 3LP 
MEd R 2014 FWGe#08 // S 3LP

 

 

Kommentar

Im Seminar soll auf verschiedene politische und gesellschaftliche Dimensionen der seelischen und körperlichen Gesundheit bzw. Krankheit eingegangen werden. Im Fokus stehen staatliche Gesundheitspolitik, der Umgang mit (erkrankten) Minderheiten, Aus- und Abgrenzungsmechanismen sowie Geschlechteraspekte. Schlaglichtartig wird das Thema über einen Zeitraum vom Ende des 19. Jahrhunderts bis in die 1980er Jahre entwickelt. Über exemplarische Tiefenbohrungen hinweg soll eine Reflexion über soziale Gesundheitskonzeptionen im historischen Wandel erfolgen. Im Mittelpunkt steht der deutsche Raum, Einflüsse aus anderen inner- und äußereuropäischen Ländern werden je nach Themenzuschnitt mit aufgegriffen.

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