Universität Erfurt

M/MA SoSe 2017

Seminare

Zeitgeschichte und Sozialwissenschaft

Dozenten

Prof. Dr. Christiane Kuller
christiane.kuller@uni-erfurt.de


Veranstaltungstyp, Modul(e), Termin(e) und Ort(e)

Seminar | LP: 6/9

Donnerstag 16-18 Uhr | LG I/ 223

M Ges 2011 M13#01 // S 9LP 
M Ges 2011 M16#01 // S 9LP 
M GuS 2013 M11#01 // S 9LP 
MA Ges 2006 M01#01 // S-9 9LP 
MA Ges 2006 M04#01 // S-6 6LP 
MA Ges 2006 M05#01 // S-6 6LP 

Kommentar

Zeitgeschichte und Sozialwissenschaften stehen in einem engen Beziehungsverhältnis. Zeithistoriker untersuchen vielfach Phänomene, die auch von Sozialwissenschaftlern analysiert wurden und werden. Sie beschäftigen sich dabei nicht nur häufig mit denselben empirischen Erscheinungen, sondern bedienen sich auch oft derselben Theorien. Was aber ist dann das spezifisch zeithistorische an zeithistorischer Forschung? Wie gehen Zeithistoriker mit den sozialwissenschaftlichen Ergebnissen um, ohne diese einfach zu reproduzieren? Und wie grenzen sie sich von ihnen ab?

Die Zeitgeschichte gibt auf diese Fragen eine zweifache Antwort: Zum einen ist es eine zentrale Aufgabe der Zeitgeschichte, zeitgenössische sozialwissenschaftliche Analysen zu historisieren, d.h. in ihren Entstehungskontext einzuordnen und (quellen)kritisch zu hinterfragen. Hinzu kommt - mindestens ebenso wichtig - die Aufgabe, die wirklichkeitskonstituierende Kraft sozialwissenschaftlicher Forschung zu bestimmen. Denn vielfach werden zeithistorische Phänomene überhaupt erst sichtbar und greifbar über sozialwissenschaftliche Studien, geprägt durch die zeit- und fachspezifische Wahrnehmung und Deutung.

Das Seminar untersucht die Verhältnis zwischen Zeitgeschichte und Sozialwissenschaften in drei Schritten: In einem ersten Abschnitt geht es um sozialwissenschaftliche Analysen des Nationalsozialismus. Ein zweiter Block nimmt die neueste Zeitgeschichte „nach dem Boom“ näher in den Blick, in der Themen wie Wertewandel und Krisendebatten im Vordergrund stehen. In einem dritten Schritt wendet sich das Seminar dem Thema sozialer Ungleichheit in zeithistorischer Dimension zu. Während der erste Block eine Perspektive der Vergangenheitsbewältigung darstellt, geht es in den beiden anderen Teilen auch und vor allem um die Vorgeschichte gegenwärtiger Problemlagen.

Rüdiger Graf/Kim Christian Priemel: Zeitgeschichte in der Welt der Sozialwissenschaften. Legitimität und Originalität einer Disziplin, in: Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte 59 (2011), S. 479–508.

Jenny Pleinen/Lutz Raphael: Zeithistoriker in den Archiven der Sozialwissenschaften. Erkenntnispotenziale und Relevanzgewinne für die Disziplin, in: Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte 62 (2014), S. 173–195.

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Der Erfurter Kommunist Paul Schäfer als DDR-Legende und verschwiegenes Opfer im Stalinismus

Dozenten

PD Dr. Annegret Schüle
annegret.schuele@erfurt.de


Veranstaltungstyp, Modul(e), Termin(e) und Ort(e)

Seminar | LP: 6/9

Dienstag 16 - 18 Uhr | Erinnerungsort Topf & Söhne (Erfurt, Sorbenweg 7)

nur am 4. April 2017 im LG 1/326

M Ges 2011 M13#01 // S 9LP  M Ges 2011 M14#01 // S 9LP  M Ges 2011 M16#01 // S 9LP  M GuS 2013 M13#01 // S 9LP  M GuS 2013 M14#01 // S 9LP  MA Ges 2006 M03#01 // S-6 6LP  MA Ges 2006 M04#01 // S-6 6LP  MA Ges 2006 M05#01 // S-6 6LP 

 

 

Kommentar

Die Einführung am 4. April findet an der Universität statt, danach finden alle Veranstaltungen im Erinnerungsort Topf & Söhne, Sorbenweg 7, statt.

Leben und Tod des in Erfurt geborenen Paul Schäfer (1894-1938) stehen für die Höhen und Tiefen eines halben Jahrhunderts Arbeiterbewegung. Schäfer war Betriebsratsvorsitzender in der großen Erfurter Schuhfabrik Lingel, führender Kommunist in der Stadt und Sekretär der Internationalen Arbeiterhilfe in Großthüringen. Nach der nationalsozialistischen Machtübernahme emigrierte er 1933 in das Saargebiet und dann nach Paris. Ende 1935 flüchteten Paul Schäfer und seine Lebensgefährtin in die Sowjetunion. Im März 1938 wurde Paul Schäfer vom sowjetischen Geheimdienst NKWD in Moskau verhaftet, zum Tode verurteilt, aufgrund dessen von Walter Ulbricht und der KPD-Führung in Moskau aus der Partei ausgeschlossen. Im Juli 1938 wurde er in Butowo im Süden von Moskau erschossen und in einem Massengrab verscharrt. Zu einem noch unbekannten Zeitpunkt wurde in der frühen DDR die Legende verbreitet, Paul Schäfer sei im März 1937 im spanischen Bürgerkrieg gefallen. Als Kommunist und Spanienkämpfer wurde er fortan geehrt. So erhielten die zum VEB zusammengeschlossenen Erfurter Schuhfabriken, darunter auch ehemals Lingel, den Namen „Paul Schäfer“. Bis heute wird an ihn mit dem falschen Sterbedatum 1937 auf dem VdN-Ehrenhain auf dem Erfurter Hauptfriedhof erinnert.

80 Jahre nach dem Todesurteil gegen Paul Schäfer, am 17. Mai 2018, soll im Erinnerungsort Topf & Söhne die Ausstellung „Legende und Wahrheit. Leben und Tod des Erfurter Kommunisten Paul Schäfer“ eröffnet werden. Die Studierenden sind durch die Erarbeitung des historischen Kontextes – die Geschichte der Arbeiterbewegung, die Entwicklung der KPD, den Stalinismus und seine kommunistischen Opfer – sowie die Recherchen und die Analyse der Quellen an der Ausstellungsvorbereitung beteiligt, Unterschiedliche Quellen u. a. aus Moskauer Archiven werden gemeinsam untersucht, um so die politische Persönlichkeit und das Verfolgungsschicksal von Paul Schäfer zu rekonstruieren sowie die DDR-Legende um Paul Schäfer zu dekonstruieren.

Alexander Vatlin, „Was für ein Teufelspack“. Die Deutsche Operation des NKWD in Moskau und im Moskauer Gebiet 1936 bis 1941, Berlin 2013

Antje Bauer/Christoph Wirth, Der Erfurter Kommunist Paul Schäfer und die stalinistische Geschichtsbewältigung, in: Stadt und Geschichte 11 (2011), S. 36-37

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Kolloquium

Kolloquium zur Zeitgeschichte (EG)

Dozentin

Prof. Dr. Christiane Kuller
christiane.kuller@uni-erfurt.de

Veranstaltungstyp, Modul(e), Termin(e) und Ort(e)

Kolloquium | LP: 6/9

Mittwochs 18 - 20 Uhr | LG IV / D05

Das Kolloquium startet am 12.4. mit der Semestereröffnung.

11. Mai 2017, Donnerstag 17:30 - 21 Uhr LG II /305

12. Mai 2017, Freitag 9-19 Uhr LG II /305

M Ges 2011 M13#02 // Ko 9LP 
M Ges 2011 M14#02 // Ko 9LP 
M Ges 2011 M16#02 // Ko 9LP 
MA Ges 2006 M03#02 // Ko 6LP 
MA Ges 2006 M04#02 // Ko 6LP 
MA Ges 2006 M05#02 // Ko 6LP 
ZV 101-PhiF Pr#02 // Ko 

Kommentar (Kopie 1)

Das Kolloquium findet teilweise in Blockterminen statt. Das Programm steht demnächst auf der Homepage des Lehrstuhls https://www.uni-erfurt.de/geschichte/zeitgeschichte-und-geschichtsdidaktik/aktuelles/

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Selbstudieneinheit

Selbstudieneinheit zur Neuesten und Zeitgeschichte (EG)

Dozentin

Prof. Dr. Christiane Kuller
christiane.kuller@uni-erfurt.de

Veranstaltungstyp, Modul(e), Termin(e) und Ort(e)

Selbststudieneinheit | LP: 6/9

nach Vereinbarung

M Ges 2011 M13#03 // SE 9LP  
M Ges 2011 M14#03 // SE 9LP  
M Ges 2011 M16#03 // SE 9LP  
M GuS 2013 M15#03 // SE 9LP 
MA Ges 2006 M03#03 // SE 6LP  
MA Ges 2006 M04#03 // SE 6LP  
MA Ges 2006 M05#03 // SE 6LP  

 

 

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