Universität Erfurt

Max-Weber-Kolleg

Dr. Benjamin Bunk: Junior Fellow

Universität Erfurt
Max-Weber-Kolleg für kultur- und sozialwissenschaftliche Studien
Postfach 900221
99105 Erfurt

Vita

Dr. phil. Benjamin Bunk (Jg. 1981) war nach seinem Studium in Jena und Belo Horizonte (Brasilien) seit 2011 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl Historische Pädagogik und Erziehungsforschung des Instituts für Bildung und Kultur (IBK) an der Friedrich-Schiller-Universität Jena. 2013 hat er dort seine Promotion zum Thema "Bildung in Sozialen Bewegungen" abgeschlossen. Nach einer Koordinatorentätigkeit am Zentrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung der FSU ist er seit April 2015 Postdoktorand am Max-Weber-Kolleg der Universität Erfurt. Neben der Auseinandersetzung mit Sozialen Bewegungen beschäftigt er sich mit Konzepten des Globalen Lernens und allgemeinen Fragen der Bildungstheorie, Reformpädagogik und pädagogischen Soziologie. Ein regionaler Forschungsschwerpunkt verbindet ihn mit Lateinamerika, insbesondere Brasilien.

Mit einem Feodor Lynen-Research Fellowship der Alexander von Humboldt-Foundation (AvH) war er von Juli 2017 bis Juni 2018 in Brasilien, am Centro Brasileiro de Pesquisas em Democracia (CBPD) der Pontifíca Universidade Católica do Rio Grande do Sul (PUCRS). Von September bis Oktober 2018 ist er als Visiting Scholar in World Politics in Finnland, im Projekt Democratic Decision Making in Social Movements und dem Center for Research on Activity, Development and Learning der University of Helsinki.

Forschungsprojekt

Projekt: Bildung, Biografie und Bewegung(en). Bildungsprozesse in der Landlosenbewegung und Müllsammlerinitiativen in Brasilien zwischen persönlichem Bezug und sozialen Bedingungen

Ziel des Vorhabens ist es, die bildungsbezogene Bedeutung Sozialer Bewegungen – anknüpfend an vorangegangene Arbeiten – weiterführend zu erforschen und zu theoretisieren. Damit verortet sich das Vorhaben in der internationalen Bewegungsforschung und ist gleichzeitig ein Beitrag zur Eta­blierung eines neuen Feldes in der Erziehungswissenschaft. Die interdisziplinäre Anlage des Projektes zielt dabei grundlegend auf eine Verknüpfung von bildungs- und sozialisationstheoreti­schen Überlegungen anhand der forschungsmethodischen Rekonstruktion von Bildungsprozessen und Biografien in Bewegungen, situiert in einem regionalwissenschaftlichen Kontext.

Im Kern geht das geplante Forschungsvorhaben der Frage nach, wie sich Subjekte in Sozialen Bewe­gungen bilden. Genauer: Wie konstituieren und/oder transformieren sich Selbstverhältnisse, Welt­verständnisse und Weltverhältnisse in Bewegungen und inwiefern spielt dies eine Rolle für die bio­grafische Entwicklung? Dabei ist davon auszugehen, dass sich Bildungsprozesse unter Bedingungen der Veränderung anders gestalten und Protestbewegungen daher besondere Sozialisationsräume darstellen. Da aus einer subjektzentrierten Perspektive zum einen der persönliche Bezug zur Bewegung variiert und sich lebensgeschichtlich verändert wie auch demgegenüber die sozialen Bedingungen für Bildungsprozesse in Bewegungen sich unterscheiden, stehen in methodischer Hinsicht prozessorientierte Fallanalysen im Vordergrund, die kontrastierend (minimal und maximal) in ihrem Bezug zur Bewegung, nach Bewegungsformen und regionaler Einbettung geführt und in ihrer Typik vergleichen werden sollen. Forschungsgegenstand sind hier: die Landlosen­bewegung (Movimento dos Sem Terra, MST) sowie lokale Müllsammlerinitiativen (Catadores de Papel, CdP) in Brasilien.

Bisher durchgeführt wurde ein Forschungsaufenthalt von 12 Monaten in Brasilien (Porto Alegre; Humboldt-Gastgeber: Prof. Dr. Emil Sobottka) und anschließenden weiteren drei Monaten in Finnland (Helsinki; bei Prof. Dr. Teivo Teivainen, und Prof. Dr. Yrjö Engeström). Zentrales Anliegen war es zunächst, Feldforschung ‚vor Ort‘ durchzuführen (Porto Alegre, Brasilia, Belo Horizonte). Wich­tigste Maßnahme war dabei die Erhebung, Transkription und (teilweise) Auswertung von biografischen Interviews.

Navigation

Werkzeugkiste

Nutzermenü und Sprachwahl