Universität Erfurt

Max-Weber-Kolleg

Bennet Bergmann: Doktorand

Universität Erfurt

Max-Weber-Kolleg für kultur- und sozialwissenschaftliche Studien

Postfach 900 221

99105 Erfurt

 

Vita

  • 2008-2010 Diplomstudium Chemie JGU Mainz
  • 2010-2013 B.A. Soziologie und Philosophie JGU Mainz
  • 2013-2016 M.A. Soziologie JGU Mainz
  • Ab Oktober 2017 Doktorand am Max-Weber-Kolleg Erfurt

Forschungsprojekt

Im Einklang mit Gott und der Welt. Untersuchung des Verhältnisses von Meditationsritualen und phänomenologischen Resonanzbeziehungen zur Welt

In der Gegenwartskultur kommt dem Thema Meditation eine zunehmende Relevanz zu und zwar sowohl im alltäglichen Leben als auch in der wissenschaftlichen Erforschung. Dabei wurde vielfach die positive Wirkung der Meditation auf Psyche, Körper, Gesundheit und Wohlbefinden angedeutet. Die subjektive, phänomenologische Perspektive auf die Wirkungen von Meditation wurde in der Wissenschaft hingegen weniger beachtet. Diese Perspektive soll eingenommen werden, um zu untersuchen, wie sich Meditation auf die wahrgenommenen Beziehungen des Praktizierenden zu seiner Welt auswirkt.

Dieses Projekt basiert auf einem phänomenologischen Ansatz, der die fundamentale Bezogenheit des Menschen hervorhebt. Das Individuum befindet sich bzw. setzt sich in Relation zu verschiedenen Ausschnitten der Welt (Mitmenschen, Dinge oder transzendente Entitäten) aber auch zu sich selbst. Die hier verwendete Annahme lautet, dass die Qualität dieser Beziehungen für ein gutes, gelingendes Leben konstitutiv ist und dass alle Beziehungen mit dem Konzept der Resonanz (Rosa 2016) bzw. der Gegenüberstellung von resonanten, reziproken vs. stummen, instrumentellen, entfremdeten Relationen beschrieben werden können.

Ziel dieser Untersuchung soll sein, explorativ die Wirkungen von Meditation bzw. Meditationspraktiken auf Selbst-Welt-Beziehungen und ihre Resonanz bzw. Entfremdung zu erforschen. Zu diesem Zweck soll der empirische Kern aus Interviews mit Praktizierenden aus unterschiedlichen soziokulturellen bzw. religiösen Traditionen aufgebaut werden. Dabei soll einerseits zwischen aktuellen Resonanzmomenten und längerfristigen Resonanzachsen, andererseits zwischen passivem Welterleben und aktivem Weltaneignen unterschieden werden. Besonderes Augenmerk soll auch auf die Frage gerichtet werden, wie das Antwortverhalten der Welt wahrgenommen wird, das zu einer reziproken Verbindung führt und wie sich im Allgemeinen resonante Beziehungen (zu transzendenten Entitäten) anfühlen.

Das Dissertationsprojekt soll sich somit an der Schnittstelle zwischen drei Forschungsbereichen bewegen: Eine wichtige Säule wird von der Religionssoziologie gebildet, in deren Anschluss die Erforschung von sozio-religiösen Praktiken steht. Daneben ist aber auch explizit die (interdisziplinäre) Meditationsforschung zu nennen, deren Erkenntnisse eine fruchtbare Basis bilden können und die durch diese Untersuchung bereichert werden sollen. Schließlich komplettiert die Phänomenologie mit ihrer umfassenden Tradition und die Frage nach dem guten, gelingenden Leben den Rahmen dieses Projekts.

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