Universität Erfurt

Studienstätte Protestantismus

Bildungsgeschichte

Wolfgang Ratke: Handschrift von 1629, FB Gotha, Chart B 830 (1), 1r und 2r.

Die Wittenberger Reformation war von Anfang an auch eine Bildungsbewegung, die entscheidende Impulse vom Humanismus erhielt. Die Universitäten und Schulen wurden zu institutionellen Trägern in theoretischer und praktischer Hinsicht. In Gotha wurden dabei nicht nur die handschriftlichen und gedruckten Dokumente für das Herzogtum gesammelt, sondern weit darüber hinaus für den gesamten deutschsprachigen Raum. So besitzt die Forschungsbibliothek eine umfangreiche Sammlung von Universitätsordnungen, offiziellen Bekanntmachungen, Vorlesungen, Disputationen und ähnlichen Dokumenten. Besonders dicht ist das Material für die Universitäten Leipzig, Rostock, Tübingen, Wittenberg, Frankfurt an der Oder, Marburg, Jena und Helmstedt sowie für die Akademie Straßburg und die Hohe Schule Herborn. Auch für das Schulwesen liegen einzigartige Bestände vor. Zu ihnen gehören die zahlreichen Schulordnungen, die auf Geheiß der Herzöge verfasst worden sind. Frühe reformpädagogische Ansätze eines Wolfgang Ratke, dessen Nachlass sich in der Forschungsbibliothek befindet, wurden in Gotha ebenso diskutiert wie die eines Johann Amos Comenius. Davon zeugen die Schriften sowie der Nachlass des Gothaer Schulrektors Andreas Reyher. Einen faszinierenden Einblick in das frühneuzeitliche Schulwesen bietet ferner die Bibliothek des seit 1596 bestehenden Gymnasiums, die mit ihren etwa 50.000 Bänden nach dem Zweiten Weltkrieg in die Forschungsbibliothek integriert worden ist

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