Universität Erfurt

Ausbau der Forschungsbibliothek Gotha zu einer Forschungs- und Studienstätte für die Kulturgeschichte des Protestantismus in der Frühen Neuzeit

Konfessionskulturen

Johann Conrad Dannhauer: "Hodosophia christiana" von 1695 (Theol 8° 355/06)

Die Herzöge von Sachen-Gotha-Altenburg verstanden sich bis weit ins 18. Jahrhundert hinein als Sachverwalter des wahren Luthertums. Daher liegt ein weiterer Schwerpunkt der Sammlung im Bereich der Konfessionskulturen. Gewaltig ist dabei der Bestand zum Luthertum selbst. Im Bereich der Handschriften zählen hierzu die (Teil-)Nachlässe, Korrespondenzen bzw. Sammlungen der Historiographen Veit Ludwig von Seckendorff, Wilhelm Ernst Tentzel, Christian Schlegel und Ernst Salomon Cyprian. Letzterer legte für das Reformationsjubiläum 1717, das als Selbstvergewisserung des orthodox-lutherischen Erbes initiiert wurde, eine umfassende handschriftliche Sammlung an, von der ein Teil 1719 in Gotha unter dem Titel Hilaria Evangelica veröffentlicht worden ist. Hinzu kommt Cyprians Korrespondenz mit mehreren tausend Briefen in 26 Foliobänden. Von reformierter Seite liegt der handschriftliche Teilnachlass des Herborner Theologen Johannes Piscator vor, der aus Korrespondenzen, Gutachten, Akten und Abhandlungen zu bestimmten theologischen Fragestellungen besteht. Handschriften zum Jesuitenorden, die den gesamten Zeitraum von seiner Gründung im Jahre 1540 bis zu seiner Aufhebung im Jahre 1773 umfassen, ergänzen den interkonfessionellen Bestand.

Auch im Bereich der alten Drucke bestimmt das orthodoxe Luthertum mit seinen führenden Theologen Martin Chemnitz, Leonhard Hutter, Jacob Martini, Friedrich Balduin, Balthasar Meisner, Abraham Calov, Johann Gerhard, Johann Conrad Dannhauer und Valentin Ernst Löscher mit tausenden Schriften und Disputationen das Bild. Zu allen Gegnern – den Philippisten, Osiandristen, Flacianern, Kryptocalvinisten, Synkretisten und Pietisten sowie den Katholiken, Reformierten, Sozinianern, Enthusiasten, Spiritualisten, Täufern, Quäkern, Atheisten, Deisten und Juden – finden sich umfassende Sammlungen. Doch ist auch der Bestand der anderen Konfessionen bzw. heterodoxen Gruppierungen beträchtlich. Ein Schwerpunkt liegt hier erkennbar bei den Jesuiten, Reformierten, Sozinianern und Pietisten.

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