Universität Erfurt

Universitätssportverein Erfurt e.V.

Bitte auswechseln!

Es gibt Sportarten, die kennt jeder: Fußball, Tennis, Badminton, Basketball und so weiter. Um genau diese geht es jetzt aber nicht. Wir wollen ein paar Sportarten ins Rampenlicht rücken, die nicht so bekannt sind. Und das Beste daran: Alle hier vorgestellten Aktivitäten sind im Angebot des Hochschulsports dabei. Vielleicht habt ihr im nächsten Semester dann ja auch mal Lust, was Neues auszuprobieren. Bis dahin bekommt ihr hier schon mal einen kleinen Einblick in vier nicht ganz so alltägliche Sportarten.

Von Jan Grooten und Lukas Neuerburg (Campus Echo)

Den Anfang macht  Flag- bzw. Tacklefootball, wobei letzteres auch als American Football bekannt ist. Im Prinzip werden beide Sportarten nach den gleichen Regeln gespielt, nur dass beim Flagfootball kein Körperkontakt besteht. Anstatt den Gegner zu „tackeln“ werden Flaggen von der Hüfte gerissen, woraufhin man den Ball abgeben muss. Im Durchschnitt wird Flagfootball mit fünf bis neun Spielern gespielt, American Football dagegen klassisch mit elf Spielern. An der Uni Erfurt wird der Sport seit dem Sommersemester 2010 von den „Erfurt Indigos“, dem regionalen American Football Team angeboten.  Es wurde aber aus unbekannten Gründen nicht gut besucht. „Im Winter waren es sechs Leute, die haben wochenlang mitgemacht und auf einmal dann auch nicht mehr“, so Frank Becker, Headcoach der „Erfurt Indigos“. Insgesamt sei die Resonanz bei Flagfootball leider nicht besonders gut, Tacklefootball würde jedoch umso mehr angenommen, so Becker weiter. Fragt man ihn nach dem Reiz, den Football für ihn hat, so bezeichnet er es als eine Art „Rasenschach“, das sehr viel Strategie fordere und einen angenehmen Ausgleich zum Alltag biete.

„Wer Einzelkämpfer ist, hat da wenig Chancen. Aber wer Teamsport mag, bei dem passt es ganz gut“. Eben ein „super Mannschaftssport, in dem sich einer auf den anderen verlassen muss“, finden Till und Matti, beide 19 und begeisterte Spieler bei den Indigos.

Wenn ihr euch jetzt für die Sportart interessiert, solltet ihr im Wintersemester im Hochschulsport Flagfootball wählen. Damit habt ihr die Option auf beide Varianten. Wer eher einen Laufsport sucht, ist mit Flagfootball gut beraten; wer es lieber krachen lässt, wählt Tacklefootball.

 

Als nächstes auf unserer Liste: Inlinehockey. Der Sport ist ideal für alle, die einen actionreichen und schnellen Mannschaftssport wollen. Im Prinzip ähnelt er dem Eishockey, wird allerdings auf Inlinern in einer Halle gespielt. Außerdem ist Körperkontakt verboten, was harte Attacken ausschließt. Gespielt wird in Mannschaften von drei bis vier Spielern, über die Dauer von sieben Minuten. Was nicht nach viel klingt, ist in Wahrheit sehr herausfordernd. „Wenn man gar keine Ausdauer hat, kann es schon ganz schön anstrengend sein. Aber deswegen mach ich es ja auch, um ein bisschen Ausdauer zu kriegen.“, so Marc, 31, Student und Spieler. Wer Inlinehockey spielen möchte, sollte seiner Meinung nach ein Gefühl für Gleichgewicht mitbringen, schon ein bisschen auf Inlinern laufen und sich allgemein gut bewegen können. Angst vor Verletzungen muss man übrigens nicht haben, denn dafür gibt es ja das Verbot von Körperkontakt. „Unfälle können natürlich trotzdem passieren, aber das gibt’s ja auch auf der Straße“, scherzt Marc. Zum Schutz ist man außerdem mit diversen Protektoren und Helm ausgestattet. Auch im kommenden Wintersemester wird Inlinehockey wieder angeboten – reinschnuppern lohnt sich bestimmt mal.

 

Ähnlich schnell wie beim Inlinehockey geht es beim Ultimate Frisbee zu. Im Prinzip ist Ultimate Frisbee so etwas wie eine Mischung aus Hand- oder Fußball und dem wohl allen aus den Ferien bekannten Frisbee-Werfen. Mit fünf bis sieben Spielern (fünf drinnen, sieben draußen) kämpfen zwei  Teams um die auf 175 Gramm genormte Scheibe. Wer die Frisbee hat, muss stehenbleiben und innerhalb von 10 Sekunden passen. Das Ganze läuft so lange, bis ein Spieler der eigenen Mannschaft in der Torzone die Wurfscheibe fängt. Fällt die Frisbee zu Boden, verlässt das Feld oder fängt ein Gegenspieler sie aus der Luft, darf dessen Mannschaft weiterspielen. Körperkontakt ist dabei nicht erlaubt. „Es läuft aber auch alles sehr fair ab, weil alle Regelunstimmigkeiten von den Spielern selbst geklärt werden müssen“, so Trainer Jörg Andratschke, 40 Jahre. „Mir gefällt, dass es nicht so verkrampft ist, das basiert auf Fairplay“ findet auch Tamer, 28 Jahre, der erst seit April im Team dabei ist. Und Peter, 23 Jahre, fasst zusammen: „Man hat alles dabei, man kann rennen, man wirft, man fängt – also man hat eigentlich jede Aktivität an Sport, die man machen kann, ist eben alles wirklich zusammen.“

 

Werfen und Fangen sind auch bei einer weiteren Sportart gefragt, dem Jonglieren. Der  Sport ist äußerst vielseitig. Neben einer variablen Anzahl von Bällen kommen auch Keulen, Flower- und Devilsticks, sowie Ringe zum Einsatz. Wer es etwas gewagter mag, kann sich zudem auch beim Jonglieren auf das Einrad schwingen. Aber wie beginnt man als blutiger Anfänger mit dem Jonglieren? „Zunächst mit einem Ball, dann mit zweien und dreien und man muss natürlich auch ein bisschen Geduld haben“, rät Lisa Partzsch, die als Studentin den Jonglier-Kurs an der Uni Erfurt betreut. „Wenn man hier hinkommt und gar nichts kann, kann man nicht erwarten, dass man es an einem Abend nach zwei Stunden schon geschafft hat. Es reicht aber schon, wenn man einmal pro Woche etwas dafür tut.“ Bälle sind generell einfacher zu handhaben, mit Keulen werden nach ungefähr einem halben Jahr gute Erfolge sichtbar. Was man mitbringen sollte sei vor allem Geduld, Ausdauer und der Wille, etwas Neues auszuprobieren, sowie ein gewisses Maß an Koordination und Konzentrationsfähigkeit. Jonglieren sorge für einen guten Ausgleich zum Stress des Alltags und prinzipiell könne es jeder lernen. Voraussichtlich wird der Kurs auch im nächsten Semester wieder angeboten, dann allerdings im Gegensatz zum Sommer nur drinnen.

 

Prinzipiell kann übrigens jeder Student eine Sportart an der Universität anbieten. „Natürlich muss dieser dafür gewisse Kenntnisse in der Sportart haben und die Fähigkeit besitzen, dieses zu vermitteln und anderen bei dem Erlernen der Sportart zu helfen“, so Sandra Kachel vom Universitätssportverein Erfurt e.V. „Hinzu kommt ein gewisses Potential an Motivation, was gebraucht wird, um auch nach einem anstrengenden Uni-Alltag sich selbst als überzeugender Übungsleiter und die dazu gehörigen Kursteilnehmer zu Bewegung zu motivieren. Schön ist auch wenn jemand eine entsprechende Qualifikation nachweisen kann, also eine Übungsleiter-Lizenz besitzt“, erklärt Kachel weiter. Wer sich hier nun engagieren und vielleicht eine neue Sportart einführen möchte, sollte sich direkt an den Verein wenden. Vielfalt lebt schließlich von Ideen und beim Hochschulsport von Engagement – und eurer Teilnahme.

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