Universität Erfurt

Universitätssportverein Erfurt e.V.

Erfurter sind beste ostdeutsche Mannschaft aller Zeiten: Endausscheid in Göttingen

Erfurter sind beste ostdeutsche Mannschaft aller Zeiten

Die Uni-Liga. Ein deutschlandweites System von Ligabetrieben an 21 verschiedenen Hochschulen. Jede dieser Uni-Ligen spielt einen Meister aus und hat ein bestimmtes Kontingent an Startplätzen für das nationale Turnier in Göttingen. Die Anzahl der Startplätze pro Standort richtet sich dabei nach der Größe der Liga. Die neu gegründete Uni-Liga Erfurt hatte zwei Startplätze. Leider konnte aufgrund der Terminierung mitten in der Prüfungsphase der Hochschulen nur einer wahrgenommen werden. Der Titelträger aus Erfurt, „die anderen“, traten die Reise ohne Mittelfeldregisseur Hammer und Abwehrrecke Lehne am Samstagmorgen (7.7.) an. Im Verlauf des Turniers musste aus privaten Gründen zudem Flügelspieler Buschendorf abreisen. Insgesamt waren 21 Teams angemeldet, nur 15 reisten aber tatsächlich an.

Der Modus in Göttingen: drei Gruppen à fünf Mannschaften mit einer Spielzeit von jeweils 20 Minuten ohne Halbzeit. In die KO-Phase kamen die Erst- und Zeitplatzierten, sowie die zwei besten Gruppendritten jeder Gruppe. Gespielt wurde auf Kunstrasen mit ungewohntem Regelwerk für die Erfurter. Statt acht Spielern, standen in Göttingen z. B. für jedes Spiel nur sechs Spieler auf dem Feld. Nach Auslosung der Gruppen stand fest: Das Losglück war nicht unbedingt auf Erfurter Seite. Die erste Partie sollte gegen den amtierenden Deutschen Meister der Uni-Liga gehen: „Das Weiße Ballett“ aus Göttingen. Man merkte sofort, dass der Gegner aus Göttingen ein über sechs Jahre eingespieltes Team war. Zu Beginn stand der Erfurter Meister, „die anderen“, der erst seit einem halben Jahr zusammenspielt, in der Abwehr gut und ließ wenig zu. Doch der erste individuelle Fehler wurde eiskalt bestraft und es stand 1:0. Man entwickelte selbst viel Druck, hatte aber nur wenige zwingende Chancen. Zwei weitere individuelle Fehler und es stand 3:0 für „Das Weiße Ballett“, die ihre wenigen Chancen präzise nutzten. Der Anschlusstreffer für „die anderen“ zum 3:1 durch Poland, war allerdings nur Ergebniskosmetik. „Das Weiße Ballett“ nutzte einen letzten Abspielfehler im Mittelfeld „der anderen“ zum Endstand 4:1. Kein guter Auftakt, aber man gab die Hoffnung nicht auf. Im zweiten Spiel traf man auf den Liga-Dritten aus Göttingen, „Schmerzgebirge Aua“. „Die anderen“ zeigten eine gute Leistung, erspielten sich zahlreiche Tormöglichkeiten, scheiterten aber immer wieder am Aluminium und der eigenen Konzentration. „Schmerzgebirge Aua“ genügte ein zweimal abgefälschter Schuss zum 1:0-Sieg. Wollte man jetzt noch die Final-Runde erreichen, musste man die letzten beiden Spiele in jedem Fall gewinnen. „Die anderen“ bewiesen Moral und zeigten ihrem nächsten Gegner aus Braunschweig, „International Football Artists“, deutlich die Grenzen auf und siegten durch drei Tore von Buschendorf, der nach dem Spiel, mitten im Turnier, abreisen musste und jeweils einem Tor durch Lenzner und Kroek, dem aktuellen Toptorjäger der Erfurter Liga. Doch auch im letzten Spiel musste ein Sieg her. Gegen die stark eingeschätzten Jungs von „Dynamo Tresen“, die die heimische Liga in Aachen zweimal in Folge gewinnen konnten, musste man nochmal alle Kräfte sammeln und den extremen Wetterbedingungen mit einem ständigen Wechsel aus Regen und drückender Hitze trotzen. Ein präziser schneller Angriff über mehrere Stationen in der Anfangsphase und dem daraus resultierenden Tor durch Kroek sorgte für die Führung „der anderen“. In der Folge verteidigte man leidenschaftlich die Führung. Jeder rannte für den Nebenmann und kämpfte um jeden Zentimeter Rasen. Eine geschlossene Mannschaftsleistung und der erneut starke Keeper Lippold sicherten den knappen, aber verdienten Sieg. Das Minimalziel war erreicht. Jetzt musste man nur noch auf die Ergebnisse aus den anderen Gruppen warten. Würde man den zu besten Gruppendritten gehören und ins Viertelfinale einziehen? Kurze Zeit später konnte verkündet werden: Die Jungs aus Erfurt stehen im Viertelfinale und sorgen bereits damit für die beste Platzierung einer ostdeutschen Mannschaft aller Zeiten bei der Königsklasse in Göttingen. Die Pflicht war geleistet, jetzt sollte die Kür folgen. Im Viertelfinale traf man auf die beste Mannschaft der Gruppenphase, den „FC Ruthless“ aus Hannover. Sofort merkte man das Kaliber der Mannschaft. Ebenfalls über mehrere Jahre eingespielt, zeigte sich das Team aus Hannover von Beginn an ballsicher und beweglich. Nach einem Freistoß am Strafraum-Eck prallte der Ball zurück zu einem Spieler des „FC Ruthless“, der sicher zur Führung einnetzen konnte. „Die anderen“ versuchten weiterhin mit aller Kraft dagegen zu halten und erspielten sich zwei gute Möglichkeiten, die vom guten gegnerischen Schlussmann allerdings vereitelt werden konnten. Mit andauernder Spielzeit war die Kombination aus Kräfteverschleiß und von Beginn an dezimiertem Kader bei „den anderen“ deutlich zu spüren. Langsam aber sicher konnte man das Tempo nicht mehr mitgehen und musste drei weitere Gegentore hinnehmen. Der Endstand 4:0 für den „FC Ruthless“ war somit auch in der Höhe verdient. Die Plätze fünf bis acht wurden nicht ausgespielt. Man darf sich also mit einem Augenzwinkern fünftbeste Mannschaft Deutschlands nennen. Ein kleiner Trost für „die anderen“: Der „FC Ruthless“ gewann die diesjährige Königsklasse gegen den Titelverteidiger „Das Weiße Ballett“ im Elfmeterschießen. Man schied also gegen den Titelträger aus. Dennoch ein gutes Ergebnis für den Neuling aus Erfurt. Man erkämpfte sich trotz teilweise anderen Regelwerks und unvollständigem Kader einen respektablen 5. Platz und sicherte sich den inoffiziellen Titel: Beste ostdeutsche Mannschaft aller Zeiten!

Bild: Beim nationalen Turnier in Göttingen spielten „die anderen“ (Meister aus Erfurt) so wechselhaft wie es an diesem Tag auch das Wetter war. 1. Reihe (v.l.): Buschendorf, Sporn, Thome, Grundig, Korn, Weiß; 2. Reihe (v.l.): Poland, Lenzner, Kroek, Lin, Lippold, Vock; Es fehlen: Hammer, Lehne

Autor: Max Thome

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