Universität Erfurt

Universitätssportverein Erfurt e.V.

Wintereinbruch bremst USV-Läufer am Mont Blanc

Jens Panse und Frank Becker starten beim Ultra Trail du Mont Blanc

Chamonix. Gemischt fällt die Bilanz der Reise der zwei Erfurter zum 10. Ultra-Trail du Mont Blanc Ende August aus. Ein vorzeitiger Wintereinbruch bremste die beiden USV-Läufer Frank Becker und Jens Panse bei ihrem Vorhaben der Umrundung des mit 4.810 Meter höchsten Berges Europas. Während Becker seinen wegen der Wetterlage auf 103 Kilometer verkürzten UTMB noch erfolgreich finishen konnte, musste USV-Präsident Jens Panse seinen 100-Kilometerlauf vorzeitig beenden. Zwei Tage vor dem Lauf hatten die Veranstalter bereits vor Starkregen und Schnee ab 1.800 Meter gewarnt.

Am 31. August wurde zunächst im italienischen Courmayeur der CCC gestartet. Zwei Stunden nach dem Start begann es zu regnen. Den Mont Blanc bekamen die Läufer nicht zu sehen, dafür aber den ersten Schnee des Jahres. Beim Anstieg auf den mit 2.537 Meter höchsten Punkt, den Grand Col Ferret, hatte Panse mit seiner Ausrüstung noch dem Wintereinbruch getrotzt. Der folgende Dauerregen weichte aber die zwei Paar Handschuhe und die Laufschuhe durch. Beim Anstieg zum knapp 2000 Meter hohen Berg Bovine ging es dann kurz vor Mitternacht zum zweiten Mal in den Winter. „Ich habe die halb erfrorenen Läufer in dem zur Aufwärmhalle umfunktionierten Schafstall gesehen und wollte keine weiteres Risiko eingehen“, sagte Panse. Auf den schlammigen Wegen bergab gab es zudem kaum noch ein Halten. Beim Aufstieg hatte sich der 46-jährige schon den Kopf an einem über dem Weg liegenden Baum aufgeschlagen. Froh, ohne weitere Blessuren das Tal im schweizerischen Trient erreicht zu haben, warf er  nach 15 Stunden und 71 Kilometern zum ersten Mal in seiner Läuferkarriere das Handtuch und stieg in den Bus nach Chamonix. Im Nachgang haderte Panse, von Beruf Pressesprecher, aber auch mit der Informationspolitik des Veranstalters. Dieser hatte den letzten Berg wegen der Wetterlage kurzfristig aus dem Lauf gestrichen. Eine Information gab es für die Läufer unterwegs aber nicht. „Hätte ich gewusst, dass es nur noch einmal den Winter zu überstehen gab, hätte ich es vielleicht probiert.“ Unzufrieden war der Kirschlauforganisator aber auch mit der schlecht organisierten Versorgung und dem riskanten Krisenmanagement. „Wir sind da in Deutschland wahrscheinlich verwöhnt“, sagte er mit Blick auf den Rennsteigsupermarathon, den er schon 6 Mal erfolgreich absolviert hat. Trotzdem will er wieder an den „weißen Berg“, den er diesmal im Nebel gar nicht gesehen hat. „Die Rechnung  bleibt offen und beim nächsten Mal  klappt es“, bilanziert er trotzig.

Obwohl die Bedingungen beim am Abend gestarteten Wettbewerb, dem UTMB, auch nicht besser waren, erreichte Frank Becker mit seiner Erfahrung das Ziel. Der Veranstalter hatte die Strecke allerdings entschärft. Statt der geplanten168 Kilometer und 9.600 Höhenmetern, wurde der Kurs auf 103  Kilometer und 6.000 Höhenmeter verkürzt. Trotzdem führte der Lauf die Teilnehmer mit einer gefühlten Temperatur von -10 Grad in den Bergpassagen, Regen, Schnee und viel Schlamm in steilen An- und Abstiegen an ihre Grenzen und darüber hinaus. Viele Stürze und abgebrochene oder verbogene Stöcke unterstreichen das. Der „UTMB-Light“, befriedigte die härtesten Läufer aber nicht. Von den 2.500 gestarteten Läufern gaben viele wegen „fehlender Motivation“ auf. Nicht so Becker. Nach 20,5 Stunden erreichte er das Ziel als 1086. Für Becker war es nach 2009 (UTMB) und 2011 (TDS) die dritte erfolgreiche Teilnahme an dem Lauf. Der diesjährige Lauf war für ihn aber der Härteste, da er als  einer von ganz wenigen Teilnehmern aus Überzeugung immer ohne Stöcke startet und so die rutschigen Wege viel Kraft kosteten. Der UTMB wurde wieder einmal seinem Ruf als einem der härtesten Laufwettbewerbe der Welt gerecht.

Fotos:
Beim Aufstieg zum Grand Col Follet empfing die Läufer der Winter.
Jens Panse auf dem mit 2.537 Metern höchsten Punkt seines Laufes.

 

Navigation

Werkzeugkiste

Nutzermenü und Sprachwahl