Universität Erfurt

Dogmatik

Herzlich willkommen auf der Homepage des Erfurter Lehrstuhls für Dogmatik!

Julia Knop zur Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft katholische Dogmatik und Fundamentaltheologie gewählt

Julia Knop, Professorin für Dogmatik an der Universität Erfurt, ist zusammen mit Gregor-Maria Hoff (Fundamentaltheologie, Salzburg) zur neuen Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft katholische Dogmatik und Fundamentaltheologie des deutschen Sprachraums gewählt worden.

Die AG ist der Zusammenschluss der an Universitäten und Hochschulen lehrenden und forschenden bzw. emeritierten Professorinnen und Professoren der systematisch-theologischen Fächer Dogmatik und Fundamentaltheologie sowie der in diesen Fächern Habilitierten. Ihr gehören derzeit etwa 240 Mitglieder vor allem aus Deutschland, Österreich und der Schweiz an.

Die im zweijährlichen Rhythmus stattfindenden großen Fachtagungen widmen sich aktuellen Themen und wissenschaftstheoretischen Fragen der systematischen Theologie. Die soeben abgeschlossene Tagung, die vom 16. bis 18. September 2019 in Salzburg stattfand, stand unter dem Eindruck der Missbrauchskrise in der katholischen Kirche. Fachkolleginnen und -kollegen sowie Gäste benachbarter Disziplinen referierten darin und debattierten normentheoretische und kirchenpolitische, historisch- und systematisch-theologische sowie praktische Fragen zu kirchlichen Strukturen und Selbstbildern sowie Konzepten von Amt und Autorität in der Kirche, die Machtmissbrauch und sexualisierte Gewalt durch Kleriker begünstigen, systemische Vertuschung erlauben und eine umfassende und unabhängige Ahndung dieser Verbrechen erschweren. Die Arbeitsgemeinschaft sprach sich dabei einmütig für eine Unterstützung des begonnenen synodalen Prozesses der katholischen Kirche in Deutschland aus, der eine schonungslose Analyse der Situation, konkrete Strukturreformen und eine zeitgemäße Erneuerung der kirchlichen Sexualmoral und Geschlechteranthropologie anstrebt.

Dieser Beitrag wurde dem WortMelder-Newsportal der Universität Erfurt entnommen: https://aktuell.uni-erfurt.de/2019/09/19/julia-knop-zur-vorsitzenden-der-arbeitsgemeinschaft-katholische-dogmatik-und-fundamentaltheologie-gewaehlt/

Die Ehe – ein ganz spezieller Fall.
Theologische Perspektiven und aktuelle Fragen zur Sakramentalität der Ehe.

Studientag am 2.7.2019 in Erfurt

Katholikinnen und Katholiken heiraten zweimal – einmal auf dem Standesamt und einmal in der Kirche. Im Traugottesdienst stellen zwei Menschen, die ihre rechtlichen Verbindlichkeiten vor dem Standesbeamten geregelt haben, ihre Beziehung in den Horizont des Glaubens und unter den Segen Gottes. Die kirchliche Trauung macht ihre Beziehung weder liebevoller noch resistenter gegenüber den Herausforderungen des gemeinsamen Lebens. Aber sie spricht dem Paar Gottes Gnade und Segen zu. Die Eheschließung ist deshalb in der katholischen Kirche ein „Sakrament“: ein kraftvolles Zeichen, in dem Gottes Zuwendung erbeten und erfahren wird. Die Sakramentalität der Ehe kann keineswegs auf Regeln und Abläufe oder formale rechtliche Fragen reduziert werden. Gerade als Sakrament steht die Ehe im größeren Kontext von Glauben und Leben, Gebet und Gottesdienst. Das ist für Theologie, Pastoral und Kirchenrecht, die sich je auf ihre Weise mit der Ehe beschäftigen, eine Herausforderung ersten Ranges.

Dieser Herausforderung stellten sich am 2. Juli 2019 gut 60 Interessierte aus dem ganzen Bundesgebiet, die zu einer Tagung nach Erfurt gekommen waren. Der Studientag zur Theologie der Ehe fand im Anschluss an den Festakt zum 40. Jubiläum des Interdiözesanen Offizialates in Erfurt statt. Eingeladen hatte der Lehrstuhl für Dogmatik an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Erfurt unter der Leitung von Prof. Dr. Julia Knop. Professorinnen und Professoren aus dem In- und Ausland traten mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus Ordinariaten und Offizialaten, Seelsorgerinnen und Seelsorgern, Verantwortlichen der Ehe- und Familienberatung, Studierenden und Promovierenden ins Gespräch. Ein solcher Austausch ist ebenso selten wie notwendig, sind doch die jeweiligen Perspektiven auf die Ehe recht verschieden, teils unvereinbar. Lehre und Leben, Kirchenrecht und Erfahrung gehen bekanntlich gerade im Bereich von Familie und Partnerschaft weit auseinander. Der Anspruch der katholischen Kirche, Paarbeziehungen von Christen moralisch zu beurteilen und rechtlich zu regeln, steht zudem in einer modernen Gesellschaft insgesamt in Frage. Denn seit fast 150 Jahren erfüllen die Religionsgemeinschaften keine zivilrechtlichen Funktionen mehr. Lebens- und Beziehungsfragen sind Gewissensfragen im strengen Sinne. Auch der Staat agiert nur subsidiär, er stützt und schützt, was für die Gesellschaft stützens- und schützenswert ist.

Was bedeutet das für eine zeitgemäßes kirchliches Eheverständnis? Papst Franziskus hat dazu 2016 in seinem nachsynodalen Schreiben „Amoris Laetitia“ starke Impulse gesetzt. Die Kirche sei „berufen, die Gewissen zu bilden, nicht aber dazu, den Anspruch zu erheben, sie zu ersetzen“ (Nr. 37). Sein Schreiben sollte ein „Aggiornamento“, also eine „Verheutigung“, kirchlichen Lebens initiieren, die den Gläubigen wirklich gerecht wird. Was das im Einzelnen bedeutet und was in den verschiedenen Kulturen der Weltkirche jeweils nötig ist, lässt sich freilich nicht zentral dekretieren. Hier ist neben einer erneuerten Pastoral und Rechtsprechung die Theologie vor Ort besonders gefragt, die Franziskus 2017 als „kulturelles Laboratorium“ beschrieben und zu einem „mutigen Paradigmenwechsel“ aufgefordert hat (Veritatis Gaudium, Nr. 4). Sie kann und sie muss auch diejenigen Fragen diskutieren, bei denen bisherige Antworten der Kirche an ihre Grenzen kommen. Damit kann sie den eingeschlagenen synodalen Weg der Kirche in Deutschland konstruktiv unterstützen. Die Themen liegen auf der Hand; sie sind nicht neu: Über die Option einer Ehe-Annullierung hinaus geht es darum, einen angemessenen Umgang mit Brüchen von Partnerschaften und Lebensläufen zu entwickeln. Erkenntnisse heutiger Sexual- und Genderforschung sind ernsthaft zu rezipieren und in kirchliche Geschlechteranthropologien zu integrieren; entsprechende gesellschaftspolitische und grundrechtliche Standards sind aufzunehmen; Diskriminierungen aufgrund der sexuellen Identität, des Geschlechts oder der Lebensform muss auch in der Kirche entgegengewirkt werden. Dogmatische, ethische, ökumenische und liturgische Fragen zu Partnerschaft, Ehe und Familie stellen sich heute anders und müssen womöglich auch anders beantwortet werden als in der Vergangenheit – zumindest dann, wenn sich die katholische Kirche auch 2019 wirklich der „Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Menschen von heute“ (II. Vatikanisches Konzil, Gaudium et Spes, Nr. 1) annehmen will.

 

An der Tagung wirkten durch einen Vortrag mit:

  • Julia Knop (Dogmatik, Erfurt), Sakrament und Glaube, Bund und Berufung. Ehetheologische Impulse aus Amoris Laetitia
  • Gabriele Zieroff (Liturgiewissenschaft, Regensburg), Die Feier der Trauung als locus theologicus in Wort und Symbol. Liturgietheologische Sondierungen zur Sakramentalität der Ehe
  • Stephan Winter (Liturgiewissenschaft, Osnabrück), Wie viel Segen darf’s denn sein? Liturgietheologische Überlegungen zur rituellen Begleitung von Paarbeziehungen
  • Michael Seewald (Dogmatik, Münster), Wenn die Ehe ein Sakrament ist, dann… Dogmatische Hypothesen in ökumenischer Absicht
  • Hans-Joachim Sander (Dogmatik, Salzburg), Von heute bis in Ewigkeit oder: Kann ein Sakrament scheitern? Partnerschaftliche Prozesse von Wachsen und Scheitern dogmatisch denken
  • Tobias Gremler (Familienseelsorge, Bistum Erfurt), „Ich liebe dich, so gut ich kann.“ Wachsen, Gelingen und Scheitern familialer Wirklichkeiten. Ein Blick aus der Praxis

Flyer zur Tagung

Plakat zur Tagung

Deutsch-türkische Kooperation mündet in christlich-muslimische theologische Anthropologie

Link zum Kohlhammer-Verlag


Christentum und Islam sind die beiden größten Weltreligionen. Sie tragen in besonderer Weise Verantwortung für die Gestaltung der gemeinsamen Welt und ihrer Gesellschaften. Gegenseitige Kenntnis und wechselseitiges Verständnis sind dafür unverzichtbar. Christliche und muslimische Theologinnen und Theologen haben im Rahmen eines mehrjährigen Projektes gemeinsam erarbeitet, worin, ausgehend jeweils vom Standpunkt ihrer eigenen Religion, der Beitrag ihrer Glaubenstraditionen für das geschichtlich gewordene Verständnis und die zukünftige Entwicklung von Mensch-Sein besteht. Am Leitfaden menschlicher Existenz entfalten sie das Menschenbild ihrer jeweiligen Religion und schreiben so eine bireligiöse theologische Anthropologie.

Der Band ist für einen breiteren Leserkreis gedacht.

Alle Beiträge sind sowohl auf Deutsch als auch auf Türkisch abgedruckt.

Gefördert durch die Eugen-Biser-Stiftung in München und die Ankara Üniversitesi Rektörlüğü.

 

Mualla Selçuk / Martin Thurner (Hg.), Der Mensch in Christentum und Islam, Stuttgart 2019 (418 S.), darin:

Julia Knop,

-          Einführung zur Grundfrage: Was ist der Mensch? 25–29 (dt.), 31–34 (türk.).

-          Gebet, Spiritualität und Gottesdienst, 221–227 (dt.), 229–235 (türk.).

-          Verheißung, Vertrauen und Erlösung, 341–347 (dt.), 349–355 (türk.)

Neuerscheinungen im Januar

Für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler:

Julia Knop (Hg.), Die Gottesfrage zwischen Umbruch und Abbruch. Theologie und Pastoral unter säkularen Bedingungen, Freiburg/Basel/Wien 2019.

In der Gegenwart stellt sich die Gottesfrage vielen Menschen nicht einfach anders als früheren Generationen. Sie scheint als lebensrelevante Frage zunehmend gänzlich zu verschwinden. Religiöse Indifferenz wird zum Signum unserer Zeit.
Hat die Theologie, hat kirchliche Praxis die jüngeren Umbrüche der Gottesfrage, die vielfach schlichtweg Abbrüche genannt werden müssen, bereits angemessen wahrgenommen und ernsthaft reflektiert? Was bedeutet das Phänomen religiöser Indifferenz für die Reflexion, Rekonstruktion und Verantwortung von Bekenntnisinhalten? Welchen Anforderungen müss(t)en kirchliche Verkündigung und Pastoral unter säkularen Bedingungen genügen? Welche gewohnten, für selbstverständlich genommenen theologischen und anthropologischen Voraussetzungen der Gottesthematik sind heute neu zu bedenken und ggf. zu korrigieren? In der Quaestio sondieren Theologen, Philosophen und Religionssoziologen diese Herausforderung.

Mit Beiträgen von: Florian Baab, Notker Baumann, Rainer Bucher, Benjamin Dahlke, Susanne Gillmayr-Bucher, Veronika Hoffmann, Hans-Joachim Höhn, Martin Kirschner, Tobias Kläden, Julia Knop, Kurt Kardinal Koch, Jan Loffeld, Friederike Nüssel, Gert Pickel, Dorothea Sattler, Michael Schüßler, Bernhard Spielberg, Eberhard Tiefensee, Robert Vorholt und Jürgen Werbick

Für alle, die an Ökumene interessiert sind:

Julia Knop / Stefanie Schardien, Heute christlich glauben. Der Leitfaden für die Ökumene im Alltag, Freiburg/Basel/Wien 2019.

Die Ökumene ist weit vorangeschritten. Uns eint weit mehr als uns trennt; und vieles, was noch trennt, ist weniger bedeutsam als das Gemeinsame.
Das Buch macht ernst mit dieser Überzeugung: Die einzelnen Kapitel nehmen das Ganze des christlichen Glaubens in den Blick. Konfessionelle Spezifika werden dem Gemeinsamen zugeordnet und in ihrer Bedeutung eingeordnet. Bibel und Credo, Rechtfertigung und Kirche, Kirchenjahr und Sakramente, Amt und Ethik werden so gut nachvollziehbar und pointiert aufgeschlüsselt.
Die einzelnen Themenbereiche sind so konzipiert, dass sie auch zum Querlesen geeignet sind – so entsteht ein informatives Sachbuch zum christlichen Glauben, das auch als Nachschlagewerk dient.

Für Kinder, Eltern, Paten:

Julia Knop, Rund um den Glauben. 99 Fragen und Antworten, Freiburg/Basel/Wien, Neuausgabe 2019.

Wer hat die Bibel geschrieben? Wie wird man Papst? Ist Jesus Christus ein Doppelname? Diesen und vielen anderen Fragen geht Julia Knop auf den Grund. In fünf Kapiteln erfahren die jungen Leser alles rund um die Bibel, den Glauben, die Kirche, den Gottesdienst und das Kirchenjahr.

Theologie in der Diaspora: Das FORUM JUNGE THEOLOGIE startet in Erfurt

Am 29. Juni trafen sich rund 30 Promovierende der katholischen, evangelischen und jüdischen Theologie aus Ostdeutschland in Erfurt, um einen ganzen Tag lang die besonderen Chancen theologischer Forschung in der religiösen Diaspora zu diskutieren, die eigenen Promotionsprojekte vorzustellen und sich miteinander auszutauschen. Es handelte sich um die Auftaktveranstaltung des FORUM JUNGE THEOLOGIE, das – von Angehörigen der theologischen Institute und Fakultäten an den Universitäten Erfurt, Jena, Leipzig, Halle und Dresden ins Leben gerufen – künftig im Jahrestakt stattfinden und eine Plattform für fachliche Diskussion, Unterstützung und Vernetzung auf Promotionsebene bieten wird. Weitere Infos unter https://theologie-aktuell.uni-erfurt.de/forum-junge-theologie-startet-in-erfurt/

Das neue Heft der Internationalen katholischen Zeitschrift COMMUNIO (3/2018) greift eine für Erfurt höchst aktuelle Thematik auf. Es steht unter dem Titel "Diakonische Kirche in säkularer Gesellschaft". In verschiedenen Beiträgen kommen Herausforderungen und Chancen für Theologie und Kirche zur Sprache, die sich aus der religiösen Diaspora-Situation in Mittel- und Ostdeutschland sowie Osteuropa ergeben. Die Heftverantwortung lag bei Julia Knop, Mitglied in der Redaktion der COMMUNIO.

Sie eröffnet die Thematik durch eine theologische Grundlegung der drei kirchlichen Grundvollzüge Martyria, Diakonia und Liturgia und ihre Möglichkeiten in der Situation religiöser Diaspora. Tomáš Halík weitet den Blick für ein Verständnis von Katholizität, das, statt die institutionellen oder konfessionellen Grenzen der sichtbaren Kirche zu massieren, offen bleibt für diejenigen, die ihren Ort an den Rändern oder jenseits des Katholizismus bestimmen. Thomas Brose blickt zurück auf die politische und gesellschaftliche Bedeutung der Kirchen zur Zeit der friedlichen Revolution, die den eisernen Vorhang zu Fall brachte. Mit Reinhard Feuersträter, Gregor Giele und Reinhard Hauke kommen ein Diakon, ein Priester und ein (Weih-) Bischof aus drei ostdeutschen Diözesen zu Wort, die von ihren Erfahrungen in einer säkularen Welt berichten und innovative pastorale Konzepte vorstellen. Benedikt Kranemann schließlich beschreibt die Herausforderung einer besonderen Form von Ritendiakonie, die entsteht, wenn die Kirchen angesichts gesellschaftlicher Katastrophen (Naturkatastrophen, Unglücke, Terrorangriffe) um gottesdienstliche Begleitung einer pluralen, manchmal überwiegend nichtreligiösen Trauergemeinde gefragt sind. Das Heft ist im Buchhandel erhältlich und hier https://www.communio.de/inhalte.php?jahrgang=2018&ausgabe=3&artikel=2 einsehbar.

Am Donnerstag, 2. November 2017, hielt Prof. Dr. Julia Knop ihre Antrittsvorlesung zum Thema: 

Glaubensfreiheit dogmatisch denken

Fotograf: Sebastian Holzbrecher

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