Universität Erfurt

Dogmatik

Dominique-Marcel Kosack, MTheol

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Forschungsgebiet

Erlösung des Selbst – „Identität“ als Leitbegriff einer spätmodernen Soteriologie

Die christliche Erlösungsbotschaft ist zentral für Verkündigung und Selbstverständnis der Kirchen. Zugleich fällt es immer schwerer, zu kommunizieren, was eigentlich damit gemeint ist, dass den Menschen durch Leben, Sterben und Auferstehung Jesu Christi „Erlösung“ zuteilwerde. Zwar tritt neben Schlagwörter wie „stellvertretender Sühnetod“ oder „Rechtfertigung des Sünders“, welche seit langem das abendländische Christentum prägen, als Leitmotiv mittlerweile vielfach ein moderner Freiheitsbegriff. Doch ist mit dieser (epochal verspäteten) Wende zum Subjekt das Plausibilitäts- und Relevanzproblem der Soteriologie nicht überwunden.


Die Voraussetzungen für theologische Modelle haben sich gegenüber der „klassischen“ Moderne weiterentwickelt. So sind diese nun weniger mit einer Kritik am Gottesgedanken oder an religiösen Heilsvorstellungen konfrontiert, sondern bereits mit einer weitgehenden Bedeutungslosigkeit der Frage nach Gott. Zugleich wird das autonome Subjekt in bisher ungekannter Weise gefordert und teils auch überfordert. Angesichts wegfallender gesellschaftlicher oder familiärer Vorgaben kann der Einzelne seine Identität selbst bestimmen, muss sogar ständig beruflich, privat, virtuell usw. artikulieren und inszenierten, was ihn authentisch ausmacht.

Dieses Promotionsprojekt soll untersuchen, ob und ggf. wie ausgehend vom Leitbegriff „Identität“ und seinen Implikationen eine Reflexion des christlichen Erlösungsglaubens unter spätmodernen Voraussetzungen gelingen kann. Es ist damit in der systematischen Theologie verortet, hat aber auch Verknüpfungen mit Philosophie und Soziologie. Zum spezifischen Zugang des Projekts gehören u.a. eine hermeneutische Auseinandersetzung mit Vielfalt und Kontextualität soteriologischer Modelle sowie die erprobende Reflexion eines „Identitätsmodells“ im Hinblick auf die christologische Dimension von Erlösung und seine Möglichkeit, sich unter den veränderten Bedingungen von Glauben und Religiosität zu bewähren.

Berufliche Tätigkeit

seit 08/2017Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Dogmatik der Universität Erfurt
08/2016 – 07/2017Pastoralkurs in der Katholischen Innenstadtpfarrei St. Laurentius Erfurt, abgeschlossen mit der Ersten kirchlichen Dienstprüfung
06/2015 – 09/2016Studentische Hilfskraft am Lehrstuhl für Dogmatik der Universität Erfurt (bei Prof. Dr. Josef Freitag)

Ausbildung

2013 – 2016Studium der katholischen Theologie an der Universität Erfurt, Abschluss: Magister theologiae
2012 – 2013Theologisches Studienjahr in Jerusalem, Abtei Dormitio B.M.V.
2010 – 2012Studium der katholischen Theologie an der Universität Erfurt
2009 – 2010Studium der evangelischen Theologie an der Universität Leipzig
2008Allgemeine Hochschulreife (Abitur) am Theodor-Heuss-Gymnasium Wolfsburg

Stipendien und Förderungen

2016Förderpreis der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Erfurt für die Magisterarbeit „Ecclesia de martyria. Die Bedeutung des Glaubenszeugnisses für die Lehre von der Kirche“
2012 – 2013Stipendium des Deutschen Akademischen Austauschdienstes für das Theologische Studienjahr in Jerusalem
2011 – 2016Stipendium der Konrad-Adenauer-Stiftung (Studienförderung)

Publikationen:

Katholizität des Zeugnisses. Kontinuität und Innovation vor dem Hintergrund einer martyrologischen Ekklesiologie, in: Bernd Oberdorfer / Oliver Schuegraf (Hgg.), Reform im Katholizismus. Traditionstreue und Veränderung in der römisch-katholischen Theologie und Kirche, Leipzig 2018 (BÖR 119), 393-405.

Rezension zu Ursula Lievenbrück, Zwischen donum supernaturale und Selbstmitteilung Gottes. Die Entwicklung des systematischen Gnadentraktats im 20. Jahrhundert, Münster 2014, in: ThG 59 (2016) 237-238.

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