Universität Erfurt

Dogmatik

Dominique-Marcel Kosack, MTheol

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Forschungsgebiet

Erlösung des Selbst. Hermeneutik und Kategorien einer spätmodernen Soteriologie

Theologische Verstehensmodelle verändern sich mit dem Kontext, in dem Sie entwickelt werden. Das zeigt sich besonders deutlich an der Reflexion des christlichen Erlösungsglaubens (Soteriologie). Eine Theologie, die z.B. mit Vorstellungen einer hierarchischen Welt- und Gesellschaftsordnung arbeitet, bringt einen anderen soteriologischen Entwurf hervor als eine Theologie, die vom modernen Autonomie- und Subjektdenken bestimmt ist. Dieser geschichtliche Wandel der Kategorien ist notwendig, da sonst eine Ungleichzeitigkeit von soteriologischer Reflexion und deren Kontext entsteht.

Die katholische Theologie, insbesondere die Soteriologie ist in den letzten Jahrzehnten zunehmend durch die modernen Schlüsselbegriffe ‚Autonomie‘ und ‚Subjekts‘ geprägt. Diese (epochal verspätete) Entwicklung wirkt dem Problem der Ungleichzeitigkeit entgegen, löst es aber möglicherweise nicht. Denn die Voraussetzungen für theologische Modelle haben sich bereits gegenüber der ‚klassischen‘ Moderne weiterentwickelt. Um überhaupt als freies Subjekt auftreten zu können, muss der einzelne Mensch zunächst bestimmen, wer er eigentlich ist – muss ständig beruflich, privat, virtuell usw. artikulieren und inszenierten, was ihn authentisch ausmacht.

Ziel des Dissertationsprojektes ist es, diese spätmoderne Verschiebung der Schlüsselkategorien für die Soteriologie nachzuvollziehen – von der ‚Autonomie‘ zur ‚Authentizität‘ und ‚personalen Identität‘. Bietet ein solcher, veränderter Zugang zum christlichen Erlösungsglauben die Möglichkeit, diesen unter spätmodernen Voraussetzungen nachvollziehbar zu explizieren und zu reflektieren?

Video vom 4. Erfurter Science Slam zum Forschungsprojekt

Berufliche Tätigkeit

seit 08/2017Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Dogmatik der Universität Erfurt
08/2016 – 07/2017Pastoralkurs in der Katholischen Innenstadtpfarrei St. Laurentius Erfurt, abgeschlossen mit der Ersten kirchlichen Dienstprüfung
06/2015 – 09/2016Studentische Hilfskraft am Lehrstuhl für Dogmatik der Universität Erfurt (bei Prof. Dr. Josef Freitag)

Ausbildung

2013 – 2016Studium der katholischen Theologie an der Universität Erfurt, Abschluss: Magister theologiae
2012 – 2013Theologisches Studienjahr in Jerusalem, Abtei Dormitio B.M.V.
2010 – 2012Studium der katholischen Theologie an der Universität Erfurt
2009 – 2010Studium der evangelischen Theologie an der Universität Leipzig
2008Allgemeine Hochschulreife (Abitur) am Theodor-Heuss-Gymnasium Wolfsburg

Förderungen und Preise

2019Gewinner des Publikumspreises der Salzburger Hochschulwochen
2018Gewinner des 4. Erfurter Science Slam
2016Förderpreis der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Erfurt für die Magisterarbeit „Ecclesia de martyria. Die Bedeutung des Glaubenszeugnisses für die Lehre von der Kirche“
2012 – 2013Stipendium des Deutschen Akademischen Austauschdienstes für das Theologische Studienjahr in Jerusalem
2011 – 2016Stipendium der Konrad-Adenauer-Stiftung (Studienförderung)

Publikationen

Katholizität des Zeugnisses. Kontinuität und Innovation vor dem Hintergrund einer martyrologischen Ekklesiologie, in: Bernd Oberdorfer / Oliver Schuegraf (Hgg.), Reform im Katholizismus. Traditionstreue und Veränderung in der römisch-katholischen Theologie und Kirche, Leipzig 2018 (BÖR 119), 393-405.

Rezension zu Ursula Lievenbrück, Zwischen donum supernaturale und Selbstmitteilung Gottes. Die Entwicklung des systematischen Gnadentraktats im 20. Jahrhundert, Münster 2014, in: ThG 59 (2016) 237-238.

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