University of Erfurt

Matthäus Schlummer

Ich habe von 2004 bis 2007 in Erfurt Staatswissenschaften auf B.A. studiert (Major in Wirtschaft und Recht, Minor in Sowi). Zunächst stieß meine Entscheidung als Westfale "in den Osten" zu gehen auf Unverständnis in meinem Bekanntenkreis, jedoch: Meine Entscheidung zum Studieren nach Erfurt zu gehen habe ich nie bereut.

Sowohl die Uni, der Studiengang als auch die Stadt bieten vieles, was man anderswo vergebens sucht. Die Universität Erfurt im Herzen Thüringens ist keine Massenuniversität. So konnte es gut passieren, dass Studierende und Dozenten sich nach einer Veranstaltung im Sommer ganz ungezwungen auf der Terrasse der "Klause" trafen und auch mal das ein oder andere Bier zusammen tranken. Auch sonst standen die Türen der Dozenten bei Problemen und Fragen immer offen. Wie ernst die Universität Erfurt ihren Reformauftrag auch in der Verwaltungsorganisation nimmt, wurde mir allerdings erst so richtig mit Ende meines Studiums deutlich, als ich mich für Master-Studiengänge an Massen-Unis bewarb.

Die Atmosphäre innerhalb der StaWi-Fakultät kann man als familiär bezeichnen, schon nach kurzer Zeit kennt man sowohl Kommilitonen als auch Dozenten. Nicht zuletzt durch die legendären Kennenlernwochenenden des Fachschaftsrates lassen sich schon früh intensive Kontakte knüpfen. Hinzu kam, dass sich jeder freiwillig als Tutor für die jeweiligen neuen "Erstis" melden und so auch in den nachfolgenden Semestern viele neue Freunde finden kann. Meine Prüfungsordnung war noch so gestrickt, dass ich in der Orientierungsphase (O-Phase) alle drei Staatswissenschaften gleichberechtigt nebeneinander studieren konnte. Dabei konnte ich mich lange nicht recht für eine Spezialisierung entscheiden - mir gefiel einfach alles. Geschadet hat es mir nicht, ganz im Gegenteil erhielt ich so eine breit gefächerte, gut fundierte Ausbildung.

Dabei hat man neben dem eigentlichen Studium reichlich Gelegenheit auch selbst etwas an der Uni zu bewegen. Für ein Jahr war ich etwa Haushaltsverantwortlicher des Studierendenrates und damit zuständig für die ordnungsgemäße Verwendung der Beiträge aller Studierenden. Nebenbei konnte ich als studentische Vertretung im Senatsausschuss für Forschung eine spannende Zeit erleben, in der es galt für die Universität Erfurt ein Forschungsprofil zu erarbeiten. Interessante Einblicke in die Abläufe der universitären Selbstverwaltung konnte ich darüber hinaus in einer Berufungskommission für einen Wirtschaftslehrstuhl erhalten.

Wem dies jedoch zuviel Uni ist, der wird in der Stadt selbst fündig. Auch wenn einige meiner Kommilitonen größere Städte gewohnt waren sich über mangelnden Freizeitaktivitäten beklagten, so konnte ich dies nie nachvollziehen. Erfurt habe ich als eine Stadt mit einer sehr hohen Lebensqualität in Erinnerung behalten: Schöne Häuser und Gassen, viel Gastronomie, Grünflächen (wozu auch der Campus zählt) und ein kulturelles Angebot, dass sich für die Größe der Stadt sehen lassen kann. Insbesondere die vielen internationalen Veranstaltungen (etwa das Café International im Café DuckDich oder der Internationale Stammtisch im Erfurter Brauhaus) haben mir immer gefallen. Insgesamt kann man sagen, dass die Erfurter Uni eine sehr internationale Uni ist. Wenn es sich irgendwie einrichten lässt, so rate ich jedem Studenten ein Auslandssemester zu absolvieren. Mein Auslandssemester in Indonesien hat mir ungemein geholfen mich in die Lage der internationalen Gäste in Erfurt hineinzuversetzen.

Es fiel mir nicht leicht Erfurt zu verlassen und so lasse ich auch heute noch keine Gelegenheit aus, mal wieder alte Bekannte zu treffen und mich mit ihnen an eine wunderbare Zeit zu erinnern. Dank der guten Ausbildung sind wir uns in unserem Semester jedoch einig: Im weiteren Geschäftsleben werden wir uns sicher wieder sehen. Jetzt studiere ich an der Universität Duisburg-Essen den Masterstudiengang "Politikmanagement, Public Policy und öffentliche Verwaltung".

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