University of Erfurt

Michael Kloß

Michael Kloß

Volkswirtschaftslehre oder Rechtswissenschaften oder Soziologie oder Politologie? Ich konnte mich nach dem Abitur nicht entscheiden – und habe an der Universität Erfurt einfach Volkswirtschaft im Haupt- und Rechtswissenschaften im Nebenfach studiert. Damit wurde der BA-Studiengang Staatswissenschaften meine Empfehlung für all jene, die sich vorab nicht auf eines der vier Fächer festlegen können oder wollen.
Staatswissenschaften zu studieren heißt, mit Individualität, Flexibilität und einem hohen Maß an Eigenverantwortung an einer kleinen Campus-Uni in kleinen Gruppen zu studieren und unterschiedlichste Perspektiven kennen zu lernen. Der Preis für soviel Freiraum: Man verzichtet auf eine punktuell-tiefschürfende Ausbildung. Damit eignet sich dieser Studiengang nicht für denjenigen, der mit Sicherheit weiß, welches konkrete Fach er allein, dafür aber sehr intensiv studieren möchte.

Für mich persönlich überwogen aber die Vorteile des Erfurter Studiensystems – bei weitem.

  • Individualität: Jedes Fach der Staatswissenschaften kann als Haupt- und Nebenfach mit jedem anderen Fach der Universität Erfurt kombiniert werden. Auch der persönlichen Wahl der Ver-anstaltungen in einem Fach sind fast keine Grenzen gesetzt.
  • Flexibilität: Nach zwei Semestern können Haupt- und Nebenfach getauscht oder ggf. neu ge-wählt werden. Wer zum Beispiel statt Sozialwissenschaften doch lieber Volkswirtschaft stu-dieren möchte, kann dies ohne Zeitverlust und ohne Universitätswechsel tun.
  • Eigenverantwortung: Auf zwei Semester Grundlagenstudium mit nahezu festem Stundenplan folgen vier Semester freier Veranstaltungswahl. Wer möchte und der Belastung standhält, kann sein Nebenfach wie ein Hauptfach studieren, um sich die Option offen zu halten, es in einem Masterprogramm (auch an anderen Universitäten) zu vertiefen.


Stand und Planung im Studium werden regelmäßig mit dem Mentor abgestimmt. Bei diesem findet man wie bei jedem anderen Dozenten stets eine offene Tür und ein offenes Ohr für alle Belange des universitären und außeruniversitären Lebens. Auch dies ist ein Vorteil der klei-nen Universität: Die Studenten sind den Dozenten nicht nur als Nummer, sondern persönlich bekannt.

Das fachbezogene Studium wird ergänzt um fächerübergreifende (Studium Fundamentale) und praxisbezogene (Berufsfeld, Fremdsprachenerwerb) Veranstaltungen. Diese breite Streuung erfordert zwar die Belegung von mehr Veranstaltungen als an manch anderer Universität, erweitert aber auch den intellektuellen Horizont. Andererseits verringert sie die Möglichkeit, an fachlicher Stelle besonders in die Tiefe zu gehen. Insbesondere führt das rechtswissen-schaftliche Studium nicht zum Staatsexamen. Dem umfassenden Einblick in die Materie tut dies jedoch in keinem Fach einen Abbruch.

Neben dem Studium bleibt immer noch Zeit für Tätigkeiten in den Hochschulgremien, als studentischer Hilfskraft oder für sonstige Freizeitaktivitäten. Hier locken Erfurt mit seiner vielfältigen Gastronomie, Weimar mit seiner Kultur oder der Thüringer Wald mit seiner Ruhe. Dies alles ist dank Semesterticket ohne weitere Kosten zu erreichen. Erfurt selbst ist eine kleine, grüne, ruhige und hübsche Stadt, in der die Lebenshaltungskosten studentenfreundlich-gering sind.

Ich bin froh, meinen BA hier gemacht zu haben. Für den Master in Volkswirtschaftslehre wechsele ich an die Humboldt-Universität zu Berlin, an der ich auf die rechtswissenschaftliche Ausbildung allerdings so gut wie verzichten muss.

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