University of Erfurt

Uta Schirmer

Mein Studium an der Uni Erfurt (2002-2005)

Es war die beste Entscheidung! So viel kann ich heute, nach Abschluss meines BA-Studiums an der Uni Erfurt, sagen. Ich bereue nichts! Warum? Um das zu erklären, muss ich weiter ausholen.Nach dem Abi im Jahr 2000 war ich noch nicht bereit fürs Studium. Ich hatte erstmal die Nase voll vom Lernen. Außerdem wollte ich erst einmal herausfinden, ob mein angeblicher Traumjob Journalistin auch wirklich etwas für mich ist. Also ging ich für ein Jahr als Redaktionspraktikantin nach Bayern zum "Münchner Merkur". Danach hatte ich noch immer keinen Bock auf Uni und hab ein weiteres Jahr als freie Journalistin bei einer Dresdner Tageszeitung gearbeitet. Und so langsam wurde der Wunsch endlich zu studieren - auch im Hinblick auf ein späteres Volontariat - immer stärker. Also habe ich mich umgesehen. Politologie und Geschichte plus evtl. Anglistik oder Amerikanistik sollte es sein. Bei meinen Recherchen bin ich schnell auf Erfurt gekommen. Das neue Studiensystem mit kurzer Studiendauer und international anerkanntem Abschluss hatte es mir angetan. Also ging ich von Dresden nach Erfurt.

Im Wintersemester 2002/2003 ging es los. Für Sozialwissenschaften im Haupt- und Geschichtswissenschaften im Nebenfach hatte ich mich eingeschrieben. Nach den üblichen Anfangsschwierigkeiten lebte ich mich schnell ein und fand schnell nette Leute - zum Lernen und für alles andere, was das Studentenleben so ausmacht. Inzwischen bin ich fertig, hab meinen BA in der Tasche, stehe schon mitten im Berufsleben und frage mich, wo die Zeit geblieben ist. Die drei Jahre waren verdammt schnell vorbei. Auch deshalb, weil ich im letzten Studienjahr als studentische Hilfskraft am Lehrstuhl von Prof. Herz gearbeitet habe.

Aber was ist an der Uni Erfurt nun so besonders? Zu allererst: Sie ist relativ klein und überschaubar. Die Wege sind kurz, der Kontakt zu Mitstudenten und auch Professoren, Dozenten sowie sonstigem Personal ist sehr eng, fast schon familiär. Man kennt sich - und das schon nach sehr kurzer Zeit. Darüber hinaus ermöglicht das Mentorensystem eine intensive und kontinuierliche Betreuung der Studenten - und man hat immer einen Anlaufpunkt, wenn es doch mal Schwierigkeiten gibt. Die Lehre ist in meinen Augen ausgezeichnet - mal abgesehen von wenigen Ausnahmen. Auch das studienbegleitende Prüfungssystem ist meines Erachtens von Vorteil. Man hat zwar ständig zu tun, aber man ist dann eben auch nach drei Jahren fertig. Außerdem ist immer irgendwas los: Vorträge zu vielen interessanten Themen, Ausstellungen, Parties, Konzerte usw. Langweilig wird es jedenfalls nie.

Nachteile? Ja, auch die gibt es, wenngleich sie sich in Grenzen halten. Ich bin beispielsweise nie so richtig mit dem Studium Fundamentale (StuFu) zurechtgekommen. Von Anfang an war es schwierig, die Veranstaltungen zu belegen, für die ich mich interessiert habe. Schade war auch, dass man kaum Seminare anderer Fachrichtungen belegen konnte, weil dort mitunter bereits zu viel Fachwissen vorausgesetzt wurde. Die Auswahl war ohnehin nie sehr groß, es sei denn man war Philosoph, Theologe, Literatur-, Sprach- oder Erziehungswissenschaftler. Und für uns Stawisten blieb dann nicht mehr viel übrig oder die Seminare waren hoffnungslos überlaufen, so dass an Diskussionen etc. nicht mehr zu denken war. Am StuFu muss die Uni auf jeden Fall noch arbeiten und sie darf sich nicht auf irgendwelchen Auszeichnungen ausruhen.


Abschließend kann ich nur jedem empfehlen, in Erfurt zu studieren. Man muss sich aber darüber bewusst sein, dass man die Zeit nicht einfach absitzen kann. Wer sich für Erfurt entscheidet, entscheidet sich gleichzeitig für ein sehr arbeitsintensives Studium. Ich habe die Zeit "trotzdem" sehr genossen.
Inzwischen arbeite ich als Volontärin bei der bereits erwähnten Dresdner Tageszeitung. Mein Ziel ist es, danach in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit unterzukommen. Und dank meines Studiums an der Uni Erfurt fühle ich mich dafür fit und sehr gut ausgebildet - nicht nur in wissenschaftlicher Hinsicht, sondern auch menschlich.

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