Porträt

Turm der FB Gotha
Bibliotheksturm von Schloss Friedenstein

Die Forschungsbibliothek Gotha forscht und unterstützt Forschung. Sie versteht sich als Teil der nationalen und internationalen Frühneuzeit- und Neuzeitforschung. Sie ist eine wissenschaftliche Einrichtung der Universität Erfurt und zugleich wissenschaftliche Informations- und Serviceeinrichtung. Mit ihren kulturhistorisch bedeutenden Sammlungen ist sie Teil des kulturellen Erbes Thüringens und Europas.

Die Forschungsbibliothek Gotha sammelt, erschließt, bewahrt und erforscht ihre Bestände in originaler und digitaler Form, stellt sie bereit und vermittelt sie in Wissenschaft und Gesellschaft. Die Mitarbeiter*innen der Bibliothek publizieren ihre Arbeits- und Forschungsergebnisse und verstehen sich als starke Kooperationspartner*innen der quellengestützt und infrastrukturbezogen arbeitenden Forschung. Sie bieten digitale Dienstleistungen an und stellen die elektronischen Ressourcen der Bibliothek im Netz bereit.

Die Forschungsbibliothek ist inspirierender Arbeits- und Begegnungsort für die nationale und internationale Wissenschaft. In ihren bemerkenswerten historischen Räumen veranstaltet sie Tagungen, Vorträge und Ausstellungen. Sie ermöglicht Gastseminare auswärtiger Lehrender und unterstützt die universitäre Lehre vor Ort, unter anderem im Masterstudiengang zur Wissens- und Kulturgeschichte an der Universität Erfurt. Gemeinsam mit dem Forschungszentrum Gotha betreibt die Bibliothek Stipendienprogramme für die Arbeit mit den historischen Beständen und zur Förderung des akademischen Nachwuchses in Gotha. Daneben ist sie Ort für schulisches Lernen und ermöglicht Schulprojekte.

Die Forschungsbibliothek Gotha ist Teil der auf Schloss Friedenstein vereinten Sammlungen des 1640 bis 1825 bestehenden Herzoghauses Sachsen-Gotha-Altenburg und der zwischen 1826 und 1945 in Gotha gesammelten Bestände des Herzoghauses Sachsen-Coburg und Gotha. Sie bildet mit den musealen Sammlungen, dem Geheimen Archiv, dem Herzoglichen Museum und den ehemaligen herzoglichen Gemächern sowie der Parklandschaft ein einzigartiges Sammlungs-, Bau- und Gartenensemble von europäischem Rang.

Die Forschungsbibliothek Gotha bewahrt mehr als 700.000 gedruckte Werke, darunter etwa 350.000 Drucke des 16. bis 19. Jahrhunderts. Hinzu kommen circa 11.500 Handschriften. Den Kern ihrer bis etwa 1850 universal ausgerichteten Bestände bildet die hervorragende Sammlung von Handschriften, Autographen und Nachlässen zur Kulturgeschichte des Protestantismus in der Frühen Neuzeit. Die Sammlung von etwa 3.500 orientalischen Handschriften zählt zu den größten ihrer Art in Deutschland. Die Bibliothek bewahrt daneben eine bedeutende Briefsammlung deutscher Auswanderer nach Amerika aus dem 19. und beginnenden 20. Jahrhundert. Neben aktueller Literatur der Forschungsbibliothek können die Nutzerinnen und Nutzer auf mehr als eine Million Monographien und Zeitschriften sowie Datenbanken und elektronischen Medien der Universitätsbibliothek Erfurt in Gotha zurückgreifen.