Herzogliche Sammlung

Inhalt, Umfang und Geschichte der Sammlung

Die überwiegende Mehrzahl der historischen Drucke der Forschungsbibliothek Gotha gehört zur so genannten Herzoglichen Sammlung. Sie umfasst etwa 300.000 Bände, die vom Beginn des Buchdrucks im 15. Jahrhundert bis 1850 gedruckt worden sind sowie einen großen Bestand an Werken, die zwischen 1851 und 1945 erschienen sind. Die Herzogliche Sammlung enthält die überlieferten fürstlichen Bibliotheksbestände der Herzoghäuser von Sachsen-Gotha-Altenburg (1640 bis 1825) und Sachsen-Coburg und Gotha (1826–1918) in Gotha.

Während die Bibliothek von Sachsen-Gotha-Altenburg universal ausgerichtet war und bis in das erste Drittel des 18. Jahrhunderts ihren Schwerpunkt im Bereich der Geschichte und Rezeption der Reformation sowie der lutherischen Theologie hatte, mussten die herzoglichen Bibliothekare die universale Ausrichtung in der Mitte des 19. Jahrhunderts zugunsten einer Konzentration auf die geisteswissenschaftliche Buchproduktion aufgeben.

Zwischen den 1930er Jahren und 1945 erlitt die Herzogliche Sammlung schwere Verluste. Den größten Teil der Handschriften und Drucke der Sammlung gab die Sowjetunion 1956 an die DDR nach Gotha zurück. Die Herzogliche Sammlung wird seit 1957 als – weitgehend – abgeschlossene Sammlung behandelt.

Aufstellung der Sammlung

Die in systematische Sachgruppen und Sondergruppen gegliederte Sammlung geht in ihrer Grundstruktur auf die Festlegungen des in Gotha von 1645 bis 1664 wirkenden Staatstheoretikers und Gelehrten Veit Ludwig von Seckendorff (1626–1692) zurück, der sieben Gruppen bildete: Libri theologici (Theol), Libri juridici (Jur), Libri politici (Pol), Libri medici (Med), Libri historici (Hist), Libri philosophici (Phil) und Libri mathematici (Math).

Im 19. Jahrhundert verzeichnete der Philologe und herzogliche Bibliothekar Friedrich Jacobs (1764-1847) auch die Zeitungen und Zeitschriften (Ephemeriden – Eph) und die archäologische Literatur (Antiquaria – Ant).

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurden folgende Sachgruppen neubearbeitet oder neu gebildet: Schöne Literatur (Poes), Geographie (Geogr), Städtebeschreibungen (Opp), Biographien und Memoirenwerke (Biogr) sowie Genealogie und Heraldik (Gen).

Im 20. Jahrhundert kamen die Gruppen Gotha-Literatur (Goth), Buch und Schrift (Buch), Musikalien (Mus), Statistik (Stat), Pädagogik (Päd), Kunst (K) und Numismatik (Num) hinzu.

Außerhalb dieser systematischen Gliederung stehen die Blockbücher, Inkunabeln und Postinkunabeln bis 1517 (Xyl. bzw. Mon. typ.), die Dissertationen (Diss), Leichenpredigten (LP) und Gesangbücher (Cant. spir).

Kataloge

Während die Drucke des 15., 16., 17. und 20. Jahrhunderts vollständig online erschlossen sind (zum Teil mit Provenienzen), ist für die Drucke des 18. und 19. Jahrhunderts neben dem Online-Katalog auch der Alphabetische und Systematische Katalog der Herzoglichen Sammlung zu nutzen.

Online-Katalog der Forschungsbibliothek Gotha

Verzeichnis der im deutschen Sprachbereich erschienenen Drucke des 16. Jahrhunderts

Verzeichnis der im deutschen Sprachraum erschienenen Drucke des 17. Jahrhunderts

Alphabetischer Katalog der Herzoglichen Sammlung

Systematischer Katalog der Herzoglichen Sammlung: in der Forschungsbibliothek nutzbar, wird derzeit digitalisiert

Systematik der Herzoglichen Sammlung

Kontakt

Recherchen und Digitalisierungsaufträge:

Anke Seifert
Referentin Benutzung und Digitalisierungszentrum
Forschungsbibliothek Gotha (Gotha, Schlossplatz 1)

Projekte:

Leiter der Abteilung Bestandsentwicklung und Erschließung
Forschungsbibliothek Gotha (Gotha, Schlossplatz 1)