Nachlässe

Inhalt, Umfang und Geschichte der Sammlung

Zum Bestand der Forschungsbibliothek Gotha gehören 93 Nachlässe vom 16. bis ins 20. Jahrhundert. Darunter befinden sich Briefe, Notizen, Zeichnungen – also schriftliche Materialien aus Phasen literarischer und wissenschaftlicher Produktion von Persönlichkeiten ganz unterschiedlicher fachlicher Couleur. Dies belegt schon die hier nur ansatzweise erfolgte Aufzählung ihrer Berufe und fachwissenschaftlichen Orientierung, wie Literaten und Schriftstellerinnen, Forscher, Bibliothekare und Kartographen, eine Sängerin, Botaniker, Landwirte, Theologen, Architekten, Altphilologen, Philosophen, Orientalisten, Juristen, Astronomen und Pädagogen, ferner Universalgelehrte bzw. Polyhistoren, Herzöge, Lehrer und Heimatforscher, Ärzte und Maler.

Im Bestand befinden sich zum Beispiel Nachlassmaterialien der Botaniker Jakob (1637–1697) und Johann Philipp Breyne (1680–1764), des Theologen und Gothaer Generalsuperintendenten Carl Gottlieb Bretschneider (1776–1846) sowie des für die lutherische Orthodoxie bedeutenden Theologen Johann Gerhard (1582–1637) und seines Sohnes Johann Ernst Gerhard (1621–1668), ebenfalls lutherischer Theologe. Auch der Nachlass des Astronomen Peter Andreas Hansen (1795–1874), der als Direktor der Herzoglichen Sternwarte Gotha wirkte, wird in der Forschungsbibliothek aufbewahrt.

Ebenso vertreten sind Dokumente zahlreicher Persönlichkeiten, die im kulturellen Leben Gothas und überregional ihre Spuren hinterlassen haben, so der Nachlass des Gothaer Naturwissenschaftlers und Schriftstellers Kurd Lasswitz (1848–1910) sowie des Gothaer Malers und Grafikers Franz Vetter (1886–1967) mitsamt seiner Hermann-Hesse-Sammlung, die während des mehr als 50 Jahre währenden Briefwechsels mit dem Dichter entstand. Auch der Teil-Nachlass des in Gotha geborenen, über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannten Publizisten und Herausgebers Joseph Kürschner (1853–1902; Korrespondenz u.a. mit Henrik Ibsen, Karl May und Wilhelm Raabe) wird in der Forschungsbibliothek aufbewahrt.

Die Forschungsbibliothek bewahrt darüber hinaus Nachlassmaterialien bedeutender Herzöge auf – so von August Emil Leopold, Herzog von Sachsen-Gotha-Altenburg (1772–1822), Bernhard, Herzog von Sachsen-Weimar (1604–1639) und Ernst II., Herzog von Sachsen-Gotha-Altenburg (1745–1804).

Dieses kulturelle Erbe ist reich, das Wissenspotential aufgrund der Fülle der Überlieferung zum Teil noch gar nicht im vollen Umfang bekannt.

Recherche und Benutzung

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Liste der Nachlässe in der Forschungsbibliothek Gotha

Benutzung
Die Nachlässe können nach Voranmeldung im Sonderlesesaal eingesehen werden.

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Kontakt

Leiterin der Abteilung Sammlungen und Bestandserhaltung
Forschungsbibliothek Gotha (Gotha, Schlossplatz 1)