Osmanisch-türkische Handschriften

Inhalt, Umfang und Geschichte der Sammlung

Legende von Alexander dem Großen
Alexander der Große und sein Flugapparat aus der Alexanderlegende

Unter den mehr als 3.500 orientalischen Handschriften bewahrt die Forschungsbibliothek Gotha auch einen kleineren Sammlungskern an osmanisch-türkischen Handschriften. Zu Zeiten der Erschließung der Turcica durch Wilhelm Pertsch (Drucklegung des Katalogs 1864) zählten rund 276 Kodizes zum Bestand. Sie gelangten – sofern bekannt – entweder im Zuge der Schenkung der Gelehrtenbibliothek des Jenaer Theologen Johann Ernst Gerhard (1621–1668)  in der Frühzeit der Bibliothek in die Sammlung  und vor allem durch Ulrich Jasper Seetzen (1767–1811), der sie auf seiner Orientreise erwarb.

Unter den von Pertsch als „alte Sammlung“ bezeichneten Handschriften, die bereits vor Seetzen in die Bibliothek nach Gotha gelangt waren, sind auch Stücke, deren Weg nach Thüringen abenteuerlich anmutet: Ms. orient. T 9, eine Sammelhandschrift mit Texten magisch-astrologischen Inhalts, über Territorial- und Lehensverhältnisse, Hymnen und Gedichten, wurde vermutlich im 17. Jahrhundert moslemischen Seeräubern vor Madagaskar von dem holländischen Kapitän Pieterson abgenommen.

Die Sammlung an Turcica ist nicht abschlossen, Erwerbungen jüngeren Datums ergänzen den Bestand (vgl. die Einträge in der Datenbank der orientalischen Handschriften der Forschungsbibliothek Gotha zu Ms. orient. T 44a, 50a, 50b, 54a–d, 61a, 84c–e, 95a–b).

Das Spektrum der in den osmanisch-türkischen Handschriften vertretenen Werke ist breit und umfasst Texte aus den Disziplinen der islamischen und christlichen Theologie, Jurisprudenz, Astronomie und Astrologie, der Geographie, Medizin, Chemie, Politik, aber auch der Mantik. Poesie und Literatur bilden darunter einen kleinen Schwerpunkt.

Unter den Turcica sind bemerkenswert aufwendig gestaltete Handschriften vertreten, so Ms. orient. T 184, die nachweislich und durch einen Stempel dokumentiert aus dem Besitz der Saray-Bibliothek Sultans Süleymān II. stammt. Sehr elegant und vor 1689 ausgeführt ist Ms. orient. T 186, ein mittels 13 Miniaturen im sog. Turkmenenstil illustrierter Alexanderroman.

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