Doktorand (Forschungszentrum Gotha)

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Forschungszentrum Gotha (Gotha, Schloßberg 2) / Raum XX

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Forschungszentrum Gotha der Universität Erfurt (FZG)
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Marian Hefter

Curriculum Vitae

seit April 2021

Mitglied des Forschungszentrums Gotha

seit April 2019

Promotionsstudent an der Universität Erfurt – Forschungszentrum Gotha im
Nachwuchskolleg „Wissensgeschichte der Neuzeit“; Betreuer: Prof. Martin Mulsow

Christian-Martin-Wieland-Stipendium der Universität Erfurt

2018-2019

Student an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel: MA-Studium der Geschichte und Philosophie

2016 – 2018

Student an der Universität Erfurt: MA-Studium der Geschichtswissenschaft

2014 – 2016

Studentische Hilfskraft an der Professur für Alte Geschichte (Prof. Veit Rosenberger †) an der Universität Erfurt

2013-2016

Student an der Universität Erfurt: BA-Studium der Geschichtswissenschaft (Hauptfach) und Katholischen Religion (Nebenfach)

1994

geboren in Aschaffenburg (Bayern)

Forschungsinteressen

  • Ritual Studies
  • Residenzenforschung
  • Alltags- und Kulturgeschichte
  • Kostümkunde

Forschungsprojekt

Entstehen, Bewahrung und Weitergabe zeremoniellen Wissens im 18. Jahrhundert am Beispiel des Gothaer Hofes

Die zeitgenössische Geschichtswissenschaft sieht das soziale Mit- und Gegeneinander des 17. und 18. Jahrhunderts maßgeblich geprägt von einem großen Standesbewusstsein in allen sozialen Schichtungen. Das Wissen um den eigenen Rang verlangte dessen Verteidigung sowohl gegen Attacken von oben als auch gegen Ambitionen von unten. Die damit häufig verbundenen Versuche, den eigenen Status gegebenenfalls zu erhöhen, waren Ursprung ständiger politischer, juristischer und sozialer Konflikte. In den kontroversen Fragen etwa nach der Reihenfolge bei Siegelungen von Dokumenten, nach den Kutschenparkplätzen in der kaiserlichen Hofburg oder nach der Einführung des Kammerherrenamtes an reichsfürstlichen Höfen fand der je sich selbst und anderen zugestandenen Rang seinen äußeren Ausdruck. Basierend auf Präzedenzfällen, Aushandlungen und provokanten Anmaßungen spiegelte das politische und höfische Zeremoniell die Hierarchie im Heiligen Römischen Reich wider.

Das Forschungsprojekt untersucht die Entstehung, Bewahrung und Weitergabe von Wissen um das Zeremoniell als Kommunikationsform im 18. Jahrhundert am Beispiel des Gothaer Herzogshofs. Hierbei spielen die umfangreichen Korrespondenzen der Gothaer Herzöge mit anderen geistlichen und weltlichen Reichsfürsten eine ebenso große Rolle wie die hofinterne Dokumentation einzelner zeremoniell begangener Ereignisse. Neben den Akten des Geheimen Rats und des Oberhofmarschallamts, darunter auch die bekannten Fourierbücher, zeugen auch die Bestände an zeremonialwissenschaftlichen Publikationen in den herzoglichen Bibliotheken, die Individual-Hofrangordnungen und die privaten Notizen der Herzöge von der Omnipräsenz zeremoniellen Wissens am Hof. Der bewusst nach außen kommunizierten Verortung des eigenen Standes innerhalb des politischen und sozialen Gefüges in Europa wurde ein hoher Wert zugemessen. Um diesem Anspruch gerecht werden zu können, mussten die Verantwortlichen stets bestens informiert sein und über große Wissensvorräte zum Zeremoniell verfügen.

Wie dieses politisch überlebensnotwendige Wissen um die zahlreichen und mit einander verknüpften Rangfragen entstand, bewahrt und weitergegeben wurde, soll nun untersucht werden. Zentral ist hierbei weniger die Frage, wie die Zeremonien selbst als Akte genau aussahen, sondern vielmehr, was warum als überlieferungswürdig galt und welcher Nutzen aus diesen Überlieferungen gezogen wurde.

Publikationen

Aufsätze:

Zettelwirtschaft. Die Entstehung der ersten Gothaer Fourierbücher zwischen Hofökonomie und Zeremoniell (1694–1699) (in Vorbereitung).

Magister Conrad Schechtler, in: Heinemeyer, Karl (Hg.): Begraben, Vergessen, Wiederentdeckt. Die Grabsteine der Michaeliskirche (zusammen mit Marco Philipp Krüger) (eingereicht).

„in Versammlung des ganzen Hofes“. Beobachtungen zur Beteiligung Bürgerlicher an Festen des Gothaer Herzogshofes im 17. und 18. Jahrhundert, in: Fürstliche Feste. Höfische Festkultur zwischen Zeremoniell und Amüsement (= Jahrbuch der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten, Bd. 23), Petersberg 2020, S. 209-223.

Online-Beiträge:

Beredtes Schweigen. Symbole, Worte und Riten als Elemente der Kommunikation am europäischen Hof der Frühneuzeit, in: Clio-online, Themenportal Europäische Geschichte (eingereicht)

Vereinigt durch die Krise? Unerwartete Begegnungen mit den Korrespondierenden Fürsten, in: Blog Forschen in Gotha 14.05.2020.

Tagungsberichte:

Bericht über den Workshop „Digitales Storytelling in der (sammlungsbezogenen) Wissenschaftskommunikation“, in: Blog der Forschungsbibliothek Gotha 20.10.2021.

Gefährliche Freundschaften. Wissenschaftliches Kolloquium für Martin Mulsow zum 60. Geburtstag. 1.11.2019 bis 2.11.2019 in Gotha, in: HSozKult 21.11.2019.