University of Erfurt

Lehrveranstaltungen SoSe 2018

S-9: Einführung in die Druckgraphik

Ulrike Eydinger

Fr 09:30-11:30 | Schloss Friedenstein Gotha

Im Laufe der Jahrhunderte entwickelten sich verschiedene Verfahren, Abbilder herzustellen. Ziel dieser Techniken war die Vervielfältigung und Verbreitung von eigenen oder auch fremden Ideen in Bild und Schrift. In der Folge erkannte man das künstlerische oder auch informative Potential von solch druckgraphisch hergestellten Blättern, die als sammlungswürdige Objekte Eingang in unterschiedlichste Kollektionen gefunden haben. Das Seminar führt in einem ersten Teil anhand von Originalen in die unterschiedlichen Techniken der Druckgraphik ein, klärt Begrifflichkeiten und wirft einen Blick auf die Geschichte der Vervielfältigung. Der zweite Teil beschäftigt sich mit dem Gebrauch von Druckgraphiken, dem Sammeln sowie der Aufbewahrung – auch in historischer Perspektive –, fernerhin mit der Erschließung und Präsentation.

Von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern wird ein Kurzreferat und eine Hausarbeit zum Leistungserwerb erwartet. Am 20.04. und am 22.06. werden Doppelstunden angeboten, letztere in Kooperation mit dem Seminar zum Dreißigjährigen Krieg von Dr. Markus Meumann, in dem es speziell um die Medien jener Zeit und ihren Wechselwirkungen gehen soll. Die letzte Seminarstunde findet entsprechend am 29.06.2018 statt.

Literatur:
Walter Koschatzky: Die Kunst der Graphik. Technik, Geschichte, Meisterwerke, versch. Aufl., z.B. München: Dt. Taschenbuch-Verl., 1993; Heinrich Theodor Musper: Der Holzschnitt in fünf Jahrhunderten, Stuttgart: Kohlhammer, 1964; Ad Stijnman: Engraving and etching 1400–2000. A history of the development of manual intaglio printmaking processes, London [u.a.]: Archetype Publ. [u.a.], 2012; Stephan Brakensiek: Vom „Theatrum mundi“ zum „Cabinet des Estampes“. Das Sammeln von Druckgraphik in Deutschland 1565–1821, Hildesheim [u.a.]: Olms, 2003.

M SWK 2014 M01#02

V-3: Methoden der Konservierung / Restaurierung

Prof. Dr. Thomas Staemmler / Prof. Dr. Christoph Merzenich / Prof. Dr. Sebastian Strobl

ab 10.04.2017 Di 08:00-12:00 (A-Woche) | FH Erfurt

Die Studierenden erwerben interdisziplinäre Kenntnisse über die methodischen, ästhetischen und technologischen Fragen der Festigung, der Reinigung und der Behandlung von Fehlstellen. Sie eignen sich interdisziplinäres Wissen über Fragen der Ursachenanalyse und Behandlungskonzeption an.

Literatur:
T. Brachert: Patina, München 1995; Cesare Brandi: Theorie der Restaurierung, hrsg. und übers. von U. Schädler-Saub und Dörte Jakobs, München 2006; N. Lachmann (Red.): Schmutz, Wien 1999; P. Mora/L. Mora/P. Philippot: The Conservation of Wall Paintings, London 1984.

M SWK 2014 M02#04

S-9: Mappings: Raum- und neue Kartographiegeschichte (Perthes-Seminar)

Prof. Dr. Iris Schröder

Do 14:00-18:00 (A-Woche) | FZ Gotha

Das Perthes Kolloquium richtet sich an fortgeschrittene Studierende, die im Rahmen ihrer Masterarbeit oder einer anvisierten Promotion eigene Forschungen zur Sammlung Perthes begonnen haben. Ziel der Veranstaltung ist es, mit den unterschiedlichen Beständen der Sammlung weiter vertraut zu werden, überdies sollen die methodischen Herausforderungen der sammlungsbezogenen Forschung mit Schwerpunkt auf der Sammlung Perthes im Mittelpunkt stehen. Promovierende sind ebenso wie Postdocs herzlich willkommen. Für Studierende des Master Geschichtswissenschaften und des Masterstudiengangs „Sammlungsbezogene Wissens- und Kulturgeschichte“ gibt es die Möglichkeit einen qualifizierten Studiennachweis zu erwerben. Bitte achten Sie auch auf die aktuellen Ankündigungen auf der Lehrstuhlhomepage.

Im Rahmen des Seminars ist ein Studientag am 31. Mai 2018 zu besuchen, ebenso wie der Workshop „Geschichte(n) über Räume und Zeiten. Translokale Perspektiven auf globale RaumZeiten“ (26./27. April 2018), der ebenfalls in Gotha stattfinden wird. Die Veranstaltung beginnt am 19.4.2018.

M SWK 2014 M04#01
M SWK 2014 M05#01

S-9: Vermessen. Kartographische Aufnahmen in Zeiten neuer Territorialität – Einführung in die Kartographiegeschichte

Prof. Dr. Iris Schröder

Do 09:45-11:45 | FZ Gotha

Die Ausmessung und Abbildung der Erdoberfläche, die sogenannte Geodäsie, verfügt in der Neuzeit über eine erstaunlich wechselvolle Geschichte, wurden die dazugehörigen Verfahren, wie neuere Studien gezeigt haben, doch an den unterschiedlichsten Orten auf durchaus verschiedene Arten und Weisen aufgegriffen und umgesetzt. Das Spektrum der hier interessierenden Unternehmungen reichte von den trigonometrischen Vermessungen Frankreichs, Schottlands und Englands, über die Aufnahmen Ägyptens und Indiens bis hin zu jenen Versuchen, die Erdoberfläche, den jeweiligen politischen Grenzen folgend, auch in den (post)kolonialen Staaten zu vermessen. Administrative und militärische Belange griffen hier eng ineinander: schließlich war die Erstellung topographische Karten ein Projekt, das durchaus explizit Regierungszwecken dienen sollte.

Das geplante Seminar geht anhand ausgewählter Fallbeispiele verschiedenen topographischen Unternehmungen nach und setzt den Schwerpunkt auf Aufnahmen Europas und Asiens. Das Seminar wird sich darüber hinaus auch der Vorbereitung der 8. Gothaer Kartenwochen beteiligen, die im kommenden Herbst unter dem Titel „Meridian Gotha“ der „Vermessung und Triangulation Thüringens um 1800“ gewidmet sind. Vor diesem Hintergrund ist daran gedacht, die Beiträge der Studierenden begleitend zu den Kartenwochen auf dem Blog des Sammlungs- und Forschungsverbunds zu publizieren. Studientag am 12.7.2018, Forschungszentrum Gotha – Seminarraum/neuer Seminarraum und Perthesforum.

Literatur:
Bourguet, Marie-Noëlle/ Licoppe, Christian/ Sibum, Hans Otto (Hg.), Instruments, Travel and Science: Itineraries of Precision from the Seventeenth to the Twentieth Century, London/New York 2002; Branch, Jordan, The Cartographic State. Maps Territory and the Origins of Sovereignty, Cambridge 2014; Gugerli, David/ Speich Chassé, Daniel, Topografien der Nation. Politik, kartographische Ordnung und Landschaft im 19. Jahrhundert, Zürich 2002; Rankin, William, After the Map: Cartography, Navigation, and the Transformation of Territory in the Twentieth Century, Chicago u.a. 2016; Withers, Charles W. J., Zero Degrees. Geographies of the Prime Meridian, Cambridge /Mass. 2017.

M SWK 2014 M04#01
M SWK 2014 M05#01

S-9: Das Mittelmeer als Interaktionsraum für wirtschaftliche und kulturelle Transferprozesse in der Frühen Neuzeit (mit Exk.nach Venedig)

Dr. Evelyn Korsch

ab 03.05.2018, Do 18:00-20:00 | LG 4/D07
Exkursion: 16.07.2018-21.07.2018

Das Mittelmeer ist heutzutage im Rahmen der Flüchtlingspolitik ein vieldiskutierter Raum. Es gilt als Grenze zwischen Europa, Asien und Afrika. Auf der einen Seite stehen die Europäer, die diese Grenze schützen möchten. Auf der anderen Seite befinden sich Migranten, die sich um eine Überwindung des Grenzraumes bemühen. In der Frühen Neuzeit hingegen wurde im Mittelmeer weniger ein abgrenzendes Moment gesehen, als vielmehr dessen verbindender Charakter herausgestellt. Das Meer bot vielfältige Möglichkeiten, um wirtschaftliche Gewinne zu erzielen sowie kulturelle Kompetenzen zu transferieren. Es verknüpfte die Küstenstädte nicht nur untereinander, sondern auch mit allen anderen Meeren. So reichte das merkantile Wegesystem bis nach Fernost und zu den Westindischen Inseln und förderte die Entstehung globaler Handelsnetzwerke. Kaufleute und Piraten profitierten gleichermaßen vom regen Seehandelsverkehr. Zu den Waren zählten Objekte für den alltäglichen Bedarf ebenso wie Luxusgüter und Sklaven. Im Zuge dieser „materiellen“ Transferleistungen kam es zur Vermittlung von kulturellen und technologischen Kompetenzen. Es wurden neue Handelsplätze erschlossen sowie Diasporen und Kolonien gebildet. Doch auch Diplomaten, Pilger, Missionare und Forscher reisten über das Meer. Anhand der Seerepublik Venedig sollen exemplarisch die „flows“ der Akteure, der Güter und von Wissen aufgezeigt werden. Dazu werden in Venedig an signifikanten Orten und Bauwerken die verschiedenen Aspekte diskutiert. Dies geschieht vor dem Hintergrund der militärischen Konflikte zwischen den christlichen Staaten und dem Osmanischen Reich, welche die Frühe Neuzeit prägten. Aufgrund der Priorität kommerzieller Interessen konnten sich jedoch sowohl in der Republik Venedig als auch im Osmanischen Reich multikulturelle Gesellschaften entwickeln, die fremde Ethnien aufnahmen und konfessionelle Freiheiten garantierten.

Maximal 10 Teilnehmer/innen.

Voranmeldungen ab sofort erbeten an: evelyn.korsch[at]uni-erfurt.de

Literatur:
Georg Christ/Franz-Julius Morche/Roberto Zaugg u.a. (Hg.), Union in Separation. Diasporic Groups and Identities in the Eastern Mediterranean (1100-1800), Rom 2015; Noel Malcolm, Agents of Empire. Knights, Corsairs, Jesuits and Spies in the Sixteenth-Century Mediterranean World, London 2015; David Abulafia, Das Mittelmeer. Eine Biographie, Frankfurt a.M. 2013; Molly Greene, Catholic Pirates and Greek Merchants. A Maritime History of the Early Modern Mediterranean, Princeton 2010; Salvatore Bono, Un altro mediterraneo. Una storia comune fra scontri e integrazioni, Rom 2008; Fernand Braudel, Das Mittelmeer und die mediterrane Welt in der Epoche Philipps II., Berlin 1990; Frederic C. Lane, Seerepublik Venedig, München 1980.

M SWK 2014 M05#01

S-9: Gelehrte Texte der Frühen Neuzeit

Prof. Dr. Martin Mulsow

16.04.2018; Mo 12:00-14:00 | LG 2/307
06.07.2018, Fr 08:00-18:00
07.07.2018, Sa 08:00-18:00

Wie findet man Eingang in die gelehrte Welt der Frühen Neuzeit? Vielleicht über Daniel Georg Morhofs „Polyhistor“ von 1708? Oder durch das Tagebuch einer Gelehrtenreise wie das von Gottlieb Stolle? Doch wie kann man aus einem 800seitigen lateinischen Text Informationen beziehen, ohne vor der schwierigen Textmasse zu kapitulieren? Welche Gelehrtenlexika hat man im 17. oder 18. Jahrhundert konsultiert, welche benutzt man heute, um sich über die Republique des Lettres zu informieren? Welche Rolle spielen Handschriften und Briefe, und wie kommt man an sie heran? Wie funktionierte der frühneuzeitliche Universitätsbetrieb? Welche Ideale und Normen gab es im Umgang miteinander, und wie rekonstruiert man solche Normen von heute aus? Was waren die großen gelehrten Debatten in der Frühen Neuzeit? Und wie standen sie im Zusammenhang mit politischen Ereignissen, Kriegen und konfessionellen Konflikten? All das sind Fragen, denen wir uns widmen wollen, um Interessierten einen tieferen Einstieg in die komplexe intellektuelle Welt zwischen 1500 und 1800 zu ermöglichen. Wir werden in Gotha vor Ort mit Originalquellen arbeiten, um auch die konkreten Aspekte einer solchen Forschung kennenzulernen. Kenntnisse im Lateinischen sind wünschenswert, aber nicht notwendig.

Literatur:
Herbert Jaumann: Handbuch Gelehrtenkultur der Frühen Neuzeit. Bd. 1: Bio-Bibliographisches Repertorium; Herbert Jaumann (Hg.): Diskurse der Gelehrtenkultur in der Frühen Neuzeit, Berlin 2010; Herbert Jaumann und Gideon Stiening (Hg.): Neue Diskurse der Gelehrtenkultur in der Frühen Neuzeit, Berlin 2016.

M SWK 2014 M05#01

S-9: Bibliotheken in der Frühen Neuzeit. Einführung in die bibliothekarische Theorie und Praxis

Dr. Kathrin Paasch

Mi 09:45-11:15 | FB Gotha

Bibliotheken waren ein integraler Teil frühneuzeitlicher Sammlungskultur, deren Ordnung und Ausbau auch eigenen Kriterien folgte. Die Studierenden erwerben Grundlagenwissen zu Funktionen, Inhalten und Typen frühneuzeitlicher Bibliotheken. Sie lernen aktuelle Methoden und Standards des Erwerbs, der Erschließung und der Erhaltung dieser Bibliotheken sowie der in ihnen überlieferten Objekte kennen und erhalten damit zugleich Einblicke in die aktuellen Handlungsfelder und Arbeitsweisen von Forschungsbibliotheken und wissenschaftlichen Universalbibliotheken. Sie gewinnen Einsichten in die aktuelle Vermittlungspraxis frühneuzeitlicher Bibliotheken und ihrer Objekte und in die Grundlagen der Provenienzermittlung, -verzeichnung und -forschung in Bibliotheken.

Die Veranstaltung findet in der Forschungsbibliothek Gotha mit ihren bemerkenswerten historischen Räumen statt. Sie beinhaltet zahlreiche Übungen anhand der originalen Handschriften, Autographe, alten Drucke und frühneuzeitlichen Sammlungen der Forschungsbibliothek-

M SWK 2014 M05#01
M SWK 2014 M15#01

S-9: Europäische Reisende im Nordosten Afrikas 1840-1880

Dr. Reiner Prass

Mo 16:00-18:00 | LG 4/D05

Im 19. Jahrhundert bildete die Erkundung Innerafrikas einen Schwerpunkt geographischer Forschung in Europa. Zahlreiche Europäer machten sich auf den Weg nach Afrika, um dort neben geographischen Daten auch botanisches, zoologisches und ethnographisches Wissen zu sammeln. Bereits aus Afrika sandten sie erste Berichte von ihren Reisen nach Europa und nach ihrer Rückkehr veröffentlichten sie zahlreiche Aufsätze und Reiseberichte, die beim europäischen Publikum auf großes Interesse stießen. Im Rahmen des Seminars werden Berichte von Europäern, die zwischen 1840 und 1890 im ägyptischen Sudan und Äthiopien unterwegs waren, eingehend analysiert. Es wird diskutiert, unter welchen Bedingungen Europäer in diesen Regionen reisten, wie diese Rahmenbedingungen ihre Reisepläne beeinflussten und in welchem Kontakt sie mit der örtlichen Bevölkerung standen.

Literatur:
Johannes Fabian, Im Tropenfieber. Wissenschaft und Wahn in der Erforschung Zentralafrikas, München: Beck 2001; Michael Pesek, „Die Kunst des Reisens. Die Begegnung von europäischen Forschungsreisenden und Ostafrikanern in den Kontaktzonen des 19. Jahrhunderts“, in: Winfried Speitkamp (Hrsg.), Kommunikationsräume – Erinnerungsräume. Beiträge zur transkulturellen Begegnung in Afrika, München: Martin Meidenbauer 2005, S. 65-99.

M SWK 2014 M05#01

S-9: Zwischen Wunderkammer und Wirtshaus. Topographien naturkundlichen Wissens am Hof und in der Stadt

Prof. Dr. Iris Schröder / PD Dr. Julia A. Schmidt-Funke

18.04.2018, Mi 12:00-14:00 | LG 4/D02
02.05.2018, Mi 18:00-20:00 | LG 4/D02
23.05.2018, Mi 12:00-14:00 | LG 4/D02
23.05.2018, Mi 18:00-20:00 | LG 4/D02
01.06.2018, Fr 10:00-18:00 | Gotha/°
06.06.2018, Mi 12:00-14:00 | LG 4/D02
06.06.2018, Mi 18:00-20:00 | LG 4/D02
20.06.2018, Mi 18:00-20:00 | Gotha/°
04.07.2018, Mi 18:00-20:00 | Gotha/°
11.07.2018, Mi 12:00-14:00 | LG 4/D02

Die Wissens(schafts)geschichte hat sich wiederholt und insbesondere unter dem Einfluss des spatial turn mit den Topographien des Wissens befasst. Höfe und Städte sind dabei immer wieder als Orte gelehrten Naturstudiums, Schauplätze naturkundlichen Sammelns oder Bühnen experimenteller Naturforschung in den Blick genommen worden. Das Wissen über die Natur unterhielt vielerorts die Hofgesellschaften und avancierte mitunter zum urbanen Spektakel, doch es machte auch vor anderen Orten wie etwa dem Wirtshaus nicht halt. Die Beobachtung, dass Naturforschung am Hof und in der Stadt an unterschiedlichsten Plätzen betrieben wurde, trifft indes nicht allein auf die Verhältnisse im Europa der Neuzeit zu. Aus diesem Grund wird das Thema in einem Epochen und Weltregionen übergreifenden Zugriff behandelt.

Die Lehrveranstaltung begleitet die gleichnamige Vortragsreihe und vertieft die einzelnen Vorträge durch gemeinsame Lektüre. Die Vortragstermine gelten als reguläre Seminarsitzungen. Ergänzend findet am 01.06.2018 eine eintägige Blockveranstaltung am Forschungszentrum Gotha statt.

Literatur:
Adi Ophir, Steven Shapin, The Place of Knowledge. A Methodological Survey, in: Science in Context 4 (1991), H. 1, S. 3-21; Anne Secord, Science in the Pub. Artisan Botanists in Early Nineteenth-Century Lancashire, in: History of Science 32 (1994), S. 269-315; Sven Dierig, Jens Lachmund, J. Andrew Mendelsohn, Introduction: Toward an Urban History of Science, in: Osiris 18 (2003), S. 1-19; Fischer-Tiné, Harald, Pidgin-Knowledge. Wissen und Kolonialismus, Zürich 2013; Hole Rößler, Das barocke Schloss als Wissensraum. Einleitende Überlegungen, in: Berthold Heinicke, Hole Rößler, Flemming Schock (Hg.), Residenz der Musen. Das barocke Schloss als Wissensraum, Berlin 2013, S. 9-33; Sivasundaram, Sujit, Sciences and the Global: On Methods, Questions, and Theory, in: Isis 101 (2010), S. 146-158.

M SWK 2014 M15

S-9: Wahrheitspraktiken

Prof. Dr. Bernhard Kleeberg

Mo 16:00-18:00 | LG 1/104

„Post-truth“, „fake news“, „alternative Fakten“: Die Frage nach der Wahrheit ist in besonderer Weise akut geworden. Seltsamerweise aber sind die Theorien, mit denen man die entsprechenden Phänomene zu analysieren und ihnen beizukommen versucht, weitestgehend die alten. Im Seminar wählen wir einen anderen Zugriff und wenden uns den historischen und rezenten Praktiken zu, über die Wahrheit hergestellt, stabilisiert oder dementiert wird: dem Wahrsprechen, Beichten und Bezeugen, dem Beweisen und Richten, dem Manipulieren, Entlarven und Aufdecken. Wir suchen die historischen und aktuellen Szenen auf, die mit der Wahrheit verbunden sind: Das Orakel, den Beichtstuhl und den Prozess, die Couch, die Spurensuche und das Verhör, das Experiment und den Untersuchungsausschuss. Und wir befassen uns mit Wahrheitsfiguren und ihren historischen Konjunkturen: dem Propheten, dem Herrscher und dem Inquisitor, dem wissenschaftlichen Beobachter, dem verdeckten Ermittler und dem Enthüllungsjournalisten, dem Troll, dem Bot und dem Spin-Doktor. So wollen wir Bausteine zu einem neuen und anderen Zugriff auf die Wahrheit, einer Praxeologie der Wahrheit zusammentragen.

M SWK 2014 M15#01
M SWK 2014 M16#01

S-9: Rom sammeln

Prof. Dr. Eckhard Leuschner / Prof. Dr. Susanne Rau

02.05.2018 Mi 08:00-18:00 | Gotha
03.05.2018 Do 08:00-18:00 | Gotha
04.05.2018 Fr 08:00-16:00 | Gotha

Das Seminar „Rom sammeln“ beschäftigt sich vor Ort mit den drei großen Gothaer Sammelbänden des Speculum Romanae Magnificentiae aus dem späten 16. Jahrhundert, die – wie alle derartigen Specula – oft nach Gusto des zukünftigen Besitzers individuell mit gedruckten Darstellungen des antiken und modernen Roms zusammengestellt wurden. Von hier aus lassen sich zahlreiche Brücken in die Sammelkultur sowie Kultur- und Wissensgeschichte der Frühen Neuzeit zu schlagen. Es werden dann weitere derartige, z.T. ebenso individuell zusammengestellte oder durch weitere Bilder oder Textzutaten „bereicherte“ Bände mit Rom betreffenden Themen hinzugenommen, u.a. Stadt- und Umgebungspläne sowie numismatische Literatur. Führungen durch das Herzogliche Museum und die Forschungsbibliothek sind vorgesehen.

Das Blockseminar findet in Kooperation mit Studierenden und Professor Eckhard Leuschner von der Universität Würzburg statt.

Literatur:
Rebecca Zorach, The Virtual Tourist in Rome. Printing and Collecting the Speculum Romanae Magnificentiae, Chicago 2008; Manfred Luchterhand u.a. (Hg.), Abgekupfert. Roms Antiken in den Reproduktionsmedien der Frühen Neuzeit, Petersberg 2013.

M SWK 2014 M16#01

S-9: Die Tiefengeschichte des Denkens

Prof. Dr. Martin Mulsow

Mo 14:00-16:00 | LG 4/D06

„Deep History“ nennt man einen neuen Ansatz, der die Tiefenzeit der menschlichen Spezies erkundet, indem Anthropologie, Archäologie, Primatologie, Genetik und Linguistik zusammenarbeiten, um Themen von der Prähistorie her in einer „longue duree“ angehen zu können.

Andrew Shryock und Daniel Lord Smail (Hg.): Deep History. The Architecture of Past and Prestent, Berkeley 2011.

Das Seminar möchte die Frage stellen, ob es auch eine Tiefengeschichte des Denkens, der Philosophie und der menschlichen Ideen geben kann. Dazu werden vier Themenbereiche diskutiert, die mit ganz unterschiedlichem Fokus operieren:

1) Prähistorie des Denkens: Vom Neanderthaler zum Steinzeitmenschen
Was kann durch Vergleiche mit der Primatenforschung, Genetik und Interpretation von Felszeichnungen über das Denken in frühesten, schriftlosen Zeiten gesagt werden?

Thomas Aynn und Frederick L. Coolidge: How to Think like a Neanderthal, Oxford 2012; David Lewis-Williams und David Pearce: Inside the Neolithic Mind. Consciousness, Cosmos and the Realm of the Gods, London 2005; David Lewis-Williams und Sam Challis: Deciphering Ancient Minds. The Mystery of San Bushman Rock Art, London 2011.

2) Vorgeschichte der Philosophie
Normalerweise wird der Beginn der Philosophie mit den grichischen Vorsokratikern angesetzt. Was ist mit den ersten Hochkulturen, etwa den Sumerern in Mesopotamien? Warum haben sie keine Philosophie entwickelt? Oder haben sie doch? Wie war ihr Denken geprägt?

Marc van de Mieroop: Philosophy before the Greeks: The Pursuit of Truth in Ancient Babylonia, Princeton 2016; Sebastian Fink: Benjamin Whorf, die Sumerer und der Einfluss der Sprache auf das Denken, Wiesbaden 2015; Markus Hilgert: Von ,Listenwissenschaft' und ,epistemischen Dingen'. Konzeptuelle Annäherungen an altorientalische Wissenspraktiken. In: Journal for General Philosophy of Science 40, 2009, S. 277-309

3) „Deep Intellectual History“? Die Imprägnierung von Kulturen
Am Beispiel des indoeuropäischen Sprach- und Kulturzusammenhanges kann gefragt werden, ob es kulturelle Tiefenmuster gibt, die durch Sprachstrukturen, poetische Grundformeln und Mythen spätere Ideenentwicklungen begünstigen oder gar präformieren.

Calvert Watkins: How to Kill a Dragon. Aspects of Indo-European Poetics, Oxford 1995; Christopher Beckwith: Empires of the Silk Road. A History of Central Asia from the Bronze Age to the Present, Princeton 2009, S. 1-28; Martin Mulsow: A Reference Theory of Globalized Ideas, in: Global Intellectual History 2 (2017), Issue 1; Jürgen Kaube: Die Anfänge von allem, Berlin 2017.

4) Denkstrukturen nichteuropäischer Kulturen
Erörtert werden Aufsätze zu mentalen Strukturen der Azteken, Chinesen und afrikanischer Kulturen. Außerdem werden wir einen Blick auf das ethnologisch vergleichende „Kategorienprojekt“ von Marcel Mauss und der Durkheim-Schule werfen.

Im Seminar werden die hier genannten Texte gelesen und kritisch diskutiert werden. Von den Teilnehmern wird erwartet, daß sie bereit sind, sich über philosophische Argumente hinaus auf linguistische, anthropologische und naturwissenschaftliche Begründungen einzulassen.

M SWK 2014 M16#01

V-3: Kirche und „Staat“. Zum Verhältnis von „geistlicher“ und „weltlicher“ Gewalt

Prof. Dr. Jörg Seiler

Mo 14:00-16:00 | Domstr. 10/SR 1

Die Kirche ist zu allen Zeiten in die sie umgebende Gesellschaft eingebunden gewesen und hat mit dieser interagiert. Doch geschah dies auf völlig unterschiedliche Weise: Sie grenzte sich ab oder kooperierte. Sie gestaltete Politik und erwartete, dass alle Menschen ihren Vorstellungen und Weisungen folgten. Es gab Zeiten engster Symbiose und scharfer Gegensätze. Da sich gesellschaftliche und politische Wirklichkeit stets ändert, stellen sich begriffliche Schwierigkeiten ein: Das Begriffspaar „weltliche und geistliche Gewalt“ passt für das Mittelalter, jedoch nicht für die Neuzeit. „Staat und Kirche“ passt für die Neuzeit, jedoch nicht für das Mittelalter, in dem „Staatlichkeit“ nicht verstanden worden wäre. Die Vorlesung reflektiert historische Situationen der politischen Wirksamkeit und Selbstbeschreibung der Kirche über Epochengrenzen hinweg. Im Fokus stehen Mittealter und Neuzeit.

M SWK 2014 M17#01

V-3: Historische Grundlagen des Rechts

Prof. Dr. Manfred Baldus

Do 12:00-14:00 | KIZ/HS 1
Klausur 12.07.2018 Do12:00-14:00 | GSH/°
Klausur 09.08.2018 Do12:00-14:00 | KIZ/HS 2

Die Vorlesung führt in die historischen Grundlagen des deutschen Rechts ein. Zunächst werden die verschiedenen Rechtsbegriffe dargestellt und erörtert, sodann die Gründe der Notwendigkeit einer historischen Betrachtung aufgezeigt. Im Mittelpunkt der Veranstaltung steht die Entstehung des Verfassungsrechts der Bundesrepublik Deutschland und seiner historischen Wurzeln im Kontext der Entwicklung des westlichen Verfassungsstaates. Darüber hinaus werden die wichtigen Momente in der Geschichte des deutschen Privatrechts präsentiert.

M SWK 2014 M18#02

SE-9: Selbststudieneinheit zur Geschichte und Anthropologie des Raums

Prof. Dr. Susanne Rau

nach Vereinbarung

M SWK 2014 M04#03
M SWK 2014 M05#03
M SWK 2014 M15#03
M SWK 2014 M16#04
M SWK 2014 M17#03

SE-9: Selbststudieneinheit zur Globalgeschichte

Prof. Dr. Iris Schröder

nach Vereinbarung

M SWK 2014 M04#03
M SWK 2014 M05#03
M SWK 2014 M15#03

SE-9: Selbststudieneinheit zur mittelalterlichen Geschichte (EG)

Prof. Dr. Sabine Schmolinsky

nach Vereinbarung

M SWK 2014 M04#03
M SWK 2014 M05#03
M SWK 2014 M15#03
M SWK 2014 M16#04
M SWK 2014 M17#03

SE-9: Selbststudieneinheit zur Wissenschaftsgeschichte

Prof. Dr. Martin Mulsow

nach Vereinbarung

M SWK 2014 M15#03
M SWK 2014 M16#04

SE-9: Selbststudieneinheit zur Liturgiewissenschaft

Prof. Dr. Benedikt Kranemann

nach Vereinbarung

M SWK 2014 M17#03

Ko-9: Kolloquium zu laufenden Abschluss- und Qualifikationsarbeiten in der Neueren Geschichte

Prof. Dr. Susanne Rau

Mi 18:00-20:00 | LG 4/D06

Das Kolloquium bietet Gelegenheit zur Präsentation und Diskussion Ihrer laufenden Forschungsarbeiten. In einzelnen Sitzungen werden wir Vorträge auswärtiger Gastreferenten hören und diskutieren. Bitte melden Sie sich spätestens in der ersten Semesterwoche mit Ihrem Projekt oder Teilnahmeinteresse an. Als Student/in eines Masterprogramms sollten Sie das Seminar belegen.

M SWK 2014 M04#02

Ko-9: Kolloquium zur Wissenschaftsgeschichte

Prof. Dr. Bernhard Kleeberg

16.10.2017 Mo 18:00-20:00 | LG 4/E01
30.10.2017 Mo 18:00-20:00 | LG 4/E01
14.11.2017 Di 18:00-20:00 | LG 4/E01
28.11.2017 Di 18:00-20:00 | LG 4/E01
12.12.2017 Di 18:00-20:00 | LG 4/E01
09.01.2018 Di 18:00-20:00 | LG 4/E01
23.01.2018 Di 18:00-20:00 | LG 4/E01
06.02.2018 Di 18:00-20:00 | LG 4/E01

Im Kolloquium besprechen wir aktuelle Ansätze aus dem Bereich der Wissenschaftsgeschichte. Dieses Wintersemester diskutieren wir neben eigenen Arbeiten das Konzept einer „Politischen Epistemologie“. Das Kolloquium wendet sich ausdrücklich auch an TeilnehmerInnen anderer Disziplinen.

M SWK 2014 M04#02

Ko-9: Kolloquium Globalgeschichte

Prof. Dr. Iris Schröder

Sondertermine (siehe Text)

Im Kolloquium werden laufende Forschungsarbeiten zur Globalgeschichte diskutiert. Das Kolloquium ist in diesem Semester dreigeteilt. Zunächst ist es eng mit zwei Tagungen verbunden, die von der Professur für Globalgeschichte (mit-)veranstaltet werden: entsprechend werden die Diskussionen anläßlich der Tagung „Geschichte(n) über Räume und Zeiten. Translokale Perspektiven auf globale RaumZeiten“ (Gotha, 26.-27. April 2018) sowie ferner im Rahmen der Veranstaltung „Africa and the Global Cold War“ (Erfurt, 5.-6. Juli 2018) geführt. Überdies werden an einem Studientag im Juni laufende Promotions- und Habilitationsvorhaben präsentiert. Fortgeschrittene BA- und Masterstudierende der Universität Erfurt sind zu allen Veranstaltungen herzlich willkommen. Für Studierende des Master Geschichtswissenschaften und des Masterstudiengangs Sammlungsbezogene Wissens- und Kulturgeschichte gibt es die Möglichkeit, nach vorheriger Absprache einen qualifizierten Studiennachweis zu erwerben. Bei Interesse wird um eine kurze Rücksprache in der Sprechstunde gebeten (Anmeldung bitte über bettina.waechter[at]uni-erfurt.de).

M SWK 2014 M04#02

Ko-9: EPPP-Kolloquium des FZG

Prof. Dr. Iris Schröder

Do 17:00-19:00 | Seminarraum FZ Gotha

Im Kolloquium werden laufende Forschungsarbeiten zur Wissensgeschichte der Neuzeit https://www.uni-erfurt.de/forschungszentrum-gotha/nachwuchskolleg/ diskutiert. Fortgeschrittene BA- und Masterstudierende der Universität Erfurt sind zu allen Veranstaltungen herzlich willkommen. Für Studierende des Master Geschichtswissenschaften und des Masterstudiengangs Sammlungsbezogene Wissens- und Kulturgeschichte gibt es die Möglichkeit, nach vorheriger Absprache einen qualifizierten Studiennachweis zu erwerben. Bei Interesse wird um eine kurze Rücksprache in der Sprechstunde gebeten (Anmeldung bitte über bettina.waechter[at]uni-erfurt.de).

M SWK 2014 M04#02

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