University of Erfurt

Lehrveranstaltungen SoSe 2016

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S-9: Geschichte, Theorie und Praxis des Sammelns

Prof. Dr. Martin Eberle 7 Thomas Huck

Fr 9:45-11:15 | Perthesforum - Vortragsraum (Eingang Hof 1)

Die Ur- und Frühgeschichte ist, unter Einbeziehung der Herausbildung Hominiden in Afrika, mit ca. zwei Millionen Jahren die längste Epoche in der Menschheitsgeschichte. In Mitteleuropa lässt sich die Kulturentwicklung anhand archäologischer Artefakte seit 700.000 Jahren verfolgen. Wohl auf Grund der überwiegenden Schriftlosigkeit der Epochen, etablierte sich die Ur- und Frühgeschichte (Prähistorische Archäologie) im Gegensatz zur Klassischen Archäologie erst um die Mitte des 19. Jahrhundert als Geschichtswissenschaft. Von frühen Ausnahmen abgesehen entstanden in den 1830er bis 1860er Jahren die ersten eigenständigen prähistorischen Sammlungen. Seit 1827 regelte eine Verordnung der Herzoglich Sächsischen Landesregierung die Abgabe archäologischer Bodenfunde an die Herzoglichen Sammlungen. Einige der bürgerlichen Privatsammlungen gelangten über die 1894 gegründete „Vereinigung für Gothaer Geschichte und Alterthumsforschung“ in das 1928 eröffnet Gothaer Heimatmuseum. Derzeit umfasst die Sammlung ur- und frühgeschichtlicher Artefakte der Stiftung Schloss Friedenstein fast 80.000 Einzelinventare und über 250.000 Einzelstücke.

Neben einer Einführung in die Ur- und Frühgeschichte als Wissenschaft und die Kulturgeschichte Westthüringens von Jungpaläolithikum bis in die Völkerwanderungszeit sollen am Beispiel der Gothaer Sammlung die Grundsätze des Umgangs sowie die Möglichkeiten des Erschließens archäologischer Quellen und Sachzeugen im Museum behandelt werden.

M SWK 2014 M01#02

V-3: Restaurierung

Prof. Thomas Staemmler, Prof. Dr. Christoph Merzenich, Prof. Dr. Sebastian Strobl

Di 08:00-12:00 | FH Erfurt | Raum 1.2.10
Di 05.04 08:00-12:00
Di 12.04 08:00-12:00
Di 19.04 08:00-12:00
Di 26.04 08:00-12:00
Ein weiterer Blocktermin nach Vereinbarung

Die Studierenden erwerben interdisziplinäre Kenntnisse über die methodischen, ästhetischen und technologischen Fragen der Festigung, der Reinigung und der Behandlung von Fehlstellen. Sie eignen sich interdisziplinäres Wissen über Fragen der Ursachenanalyse und Behandlungskonzeption an.

Literatur:
T. Brachert: Patina, München 1995; Cesare Brandi: Theorie der Restaurierung, hrsg. und übers. Von U. Schädler-Saub und Dörte Jakobs, München 2006; N. Lachmann (Red.): Schmutz, Wien 1999; P. Mora/L. Mora/P. Philippot: The Conservation of Wall Paintings, London 1984.

M SWK 2014 M02#04

S-9: Ostasienreisen in der Frühen Neuzeit. Mental Mapping eines Handelsraumes

Dr. Evelyn Korsch

22.04.2016 | Fr 12:00-18:00 | LG 4/D07
23.04.2016 | Sa 10:00-14:00 | LG 4/D07
20.05.2016 | Fr 12:00-18:00 | LG 4/D02
21.05.2016 | Sa 10:00-14:00 | LG 4/D02
17.06.2016 | Fr 12:00-18:00 | LG 4/D02
18.06.2016 | Sa 10:00-14:00 | LG 4/D02

Die Veranstaltung ergänzt ein im Wintersemester durchgeführtes Seminar, bei dem vornehmlich von Kaufleuten geschriebene Reiseberichte zu den Küsten Ostafrikas und Westindiens sowie entlang des Euphrat untersucht wurden. Nun gilt es, Reisende in den Blick zu nehmen, die im 16. Jh. Fernost und Südostasien besuchten. So z. B. Fernão Mendes Pinto, der durch seine 21jährige Reisezeit, u.a. nach Malakka, China und Japan, zum geschätzten Asienkenner wurde. Er gilt als Begründer des Namban-Handels. Oder Tomé Pires, ein portugiesischer Apotheker, der zum ersten europäischen Botschafter am chinesischen Kaiserhof avancierte. Der Seefahrer und Kartograph Jean Parmentier versuchte vergeblich, das portugiesische Gewürzmonopol in Sumatra aufzubrechen. Dazu trug jedoch entscheidend das Werk von Jan Huyghen van Linschoten bei. Als Sekretär des Erzbischofs von Goa hatte er heimlich die Seekarten der Portugiesen kopiert. Die Veröffentlichung dieser neuen Seewege sowie von Details zum Handel führten zur Gründung der Niederländischen Ostindien-Kompanie, die fortan um Gewürze konkurrierte. Die Erkenntnisse des Londoner Kaufmanns Ralph Fitch, der bis Burma reiste, beförderten hingegen die Gründung der Englischen Ostindien-Kompanie. Bei seiner Weltumseglung wurde Ferdinand Magellan vom Kosmographen Antonio Pigafetta begleitet, der die Reise beschrieb und zahlreiche Karten anfertigte. Antonio Galvão war nicht nur Gouverneur auf den Molukken, sondern er erstellte auch ein Verzeichnis aller bis 1550 erfolgten portugiesischen sowie spanischen Entdeckungen und Eroberungen. Anhand der Quellen soll ein Profil der Berichterstatter und ihren jeweiligen Wahrnehmungen von Raum und Kulturen geschaffen werden. Anschließend werden die Ergebnisse in einer Datenbank zusammengeführt.

Interessierte werden gebeten, sich vor Beginn des Sommersemesters mit Frau Dr. Korsch per E-Mail (evelyn.korsch@uni-erfurt.de) über die Wahl eines Textes abzustimmen, um sich vorbereiten zu können. Eigene Vorschläge zu Reiseberichten sind willkommen.

M SWK 2014 M04#01
M SWK 2014 M15#01

S-9: Das Heilige Land in Afrika: Die Gothaer Abessinienkartographie – ein Forschungsseminar zur Sammlung Perthes (gemeinsam mit Wolbert Smidt und Fesseha Berghe)

Prof. Dr. Iris Schröder

Do 10:00-12:00 | Forschungszentrum Gotha
22.06.-24.06  

Die in der Forschungsbibliothek Gotha verwahrte Sammlung Perthes birgt eine der weltweit wichtigsten Kartensammlungen zu Nordostafrika, besonders der  Kartenbestand zu Äthiopien bietet einen bisher kaum bekannten Fundus historisch-geographischen Wissens. Es handelt sich dabei auch um ein bedeutendes indigenes Kulturerbe, das über die Dokumentationen geographischer und ethnographischer Daten unterschiedlicher Berichterstatter in jeweils individueller und zeitbedingter Interpretation und Umformung in Gotha aufzufinden ist. Lokales territoriales afrikanisches Wissen und sozio-politische Konzeptionen von Territorien, Ethnien und alten Staatswesen, die heute in Nordostafrika meist nur in mündlicher Überlieferung durch Erinnerungen von Ältesten weitertradiert werden, sind in den Karten der Gothaer Sammlungen insbesondere ab den 1840er Jahren erhalten. Das Gothaer Material erlaubt somit die Rekonstruktion der Territorialkonzepte nordostafrikanischer Königreiche, Sultanate, tributärer Fürstentümer sowie autonomer Bauern- und Nomadenvölker. Überdies ist es möglich, innerafrikanische Expansionen, Eroberungen und Annexionen ebenso historisch nachzuvollziehen wie die koloniale Aufteilung des Kontinents, die im Übrigen mit der Erfindung linear gefasster Grenzen einherging, die, in Unkenntnis lokaler Verhältnisse, auf den Karten des späten 19. Jahrhunderts von den Europäern verzeichnet werden sollten.

Das Seminar steht sowohl Anfängern als auch fortgeschritteneren Studierenden der historischen Kartographie offen. Im ersten Teil sollen ausgewählte thematisch relevante Teile der Kartographiegeschichte und Raumtheorie erarbeitet sowie der grundlegende Umgang mit historischem Kartenmaterial geübt werden. Anschließend werden die Teilnehmenden anhand ausgewählter Bestände aus der Sammlung Perthes eigene quellengestützte Fallstudien anfertigen. Das Seminar findet anfangs zweiwöchentlich statt, im zweiten Teil wird in Einzelarbeit am Material der Sammlung Perthes gearbeitet. Die Ergebnisse werden dann der Seminargruppe in einer gemeinsamen Blockveranstaltung am 22.-24.6 2016 präsentiert. Die genauen Seminartermine werden in der ersten Seminarsitzung mit den Teilnehmenden vereinbart. Die Veranstaltung beginnt am 14.4.2016 im Seminarraum des Forschungszentrums Gotha.

Literatur:
Anke Fischer-Kattner: Spuren der Begegnung. Europäische Reiseberichte über Afrika 1760-1860, Göttingen 2015; Bahru Zewde: A History of Modern Ethiopia, 1855-1991, Oxford 2001.

M SWK 2014 M04#01
M SWK 2014 M05#01
M SWK 2014 M15#01 

S-9: Wissensdinge und materielle Kultur

Prof. Dr. Iris Schröder

Di 10:00-12:00
Einzeltermin 12.04. von 12:00-14:00 | LG4/E01
Blocktermin: 30.6/01.07

Ausgestopfte Tiere, Eisbären, Vögel sowie Reptilien aller Art, Fossilien, Knochen, Skelette, präparierte Schmetterlinge, Insekten und Pflanzen – mit all diesen in musealen Schaukästen, Sammlungen und Depots verwahrten Dingen verbinden sich Geschichten. Als Artefakte materieller Kultur rückt das Seminar naturkundliche, museale Objekte in den Mittelpunkt. Dabei wird gefragt, wie die Objekte zu Sammelobjekten wurden, wie und auf welchen Wegen sie ins Museum gelangten und unter welchen historischen Bedingungen sie zu wissenschaftlichen Objekten, zu Wissensdingen, werden sollten.
Das Seminar ist in drei Teile geteilt. Im ersten Teil sollen grundlegende Texte zum Seminarthema gelesen und ein eigenständiger Zugang zu Wissensdingen erarbeitet werden. Im zweiten Teil sollen die Studierenden auch mit Blick auf die Gothaer Sammlungen eine eigene Objektbiographie erarbeiten, die in der Gruppe vorgestellt und diskutiert werden. Das Seminar ist endet mit dem am Forschungszentrum Gotha veranstalteten NachwuchswissenschaftlerInnenworkshop „Wissensdinge“, der in Kooperation mit der Göttinger Graduiertenschule „Materialität des Wissens“ und dem Deutschen Schiffahrtsmuseum Bremverhaven stattfindet. Das Seminar beginnt am 10. Mai 2016; eine erste Vorbesprechung findet am Dienstag, den 12.4.2016 um 12 Uhr statt.

Literatur:
Peter Braun: Objektbiographie. Ein Arbeitsbuch, Weimar 2015; Lorraine Daston (Hg.): Biographies of Scientific Objects, Chicago u.a. 2000; Lorraine Daston (Hg.): Things that Talk: Object Lessons from Art and Science, New York 2004; Anita Hermannstädter/Ina Heumann/Kerstin Pannhorst (Hg.): Wissensdinge. Geschichten aus dem Naturkundemuseum, Berlin 2015 sowie die dazugehörige Homepage des Projekts: http://www.mfn-wissensdinge.de/.

M SWK 2014 M04#01
M SWK 2014 M05#01
M SWK 2014 M15#01
M SWK 2014 M16#01

S-9: Mappings: Raum- und neue Kartographiegeschichte (Perthes-Seminar)

Prof. Dr. Iris Schröder

Do 14:00-18:00 | FZ Gotha
A-Wochen

Die LV findet im Forschungszentrum Gotha, Seminarraum, statt. Das Perthes Kolloquium richtet sich an fortgeschrittene Studierende, die im Rahmen ihrer Masterarbeit oder einer anvisierten Promotion eigene Forschungen zur Sammlung Perthes begonnen haben. Ziel der Veranstaltung ist es, mit den unterschiedlichen Beständen der Sammlung weiter vertraut zu werden, überdies sollen die methodischen Herausforderungen der sammlungsbezogenen Forschung mit Schwerpunkt auf der Sammlung Perthes im Mittelpunkt stehen. Promovierende sind ebenso wie Postdocs herzlich willkommen. Für Studierende des Master Geschichtswissenschaften und des Masterstudiengangs „Sammlungsbezogene Wissens- und Kulturgeschichte“ gibt es die Möglichkeit einen qualifizierten Studiennachweis zu erwerben. Bitte achten Sie auch auf die aktuellen Ankündigungen auf der Lehrstuhlhomepage [https://www.uni-erfurt.de/geschichte/globalgeschichte/] ] sowie insbesondere auf den im Rahmen des Seminars zu besuchenden Workshop „Kartographien zeitlicher Dynamik“ (2-3. Juni 2016), der ebenfalls in Gotha stattfinden wird. Die Veranstaltung beginnt am 14.4. 2016.

M SWK 2014 M04#01

S-9: Global Cities. Zum Zusammenhang von Prozessen der Globalisierung und Urbanisierung in der Neuzeit

Prof. Dr. Susanne Rau

Di 14:00-16:00 | LG4/D07

Metropole – Weltstadt – Global City: dies sind verschiedene Begriffe für verschiedene Konzepte. Saskia Sassen hat in den 1990er Jahren den Begriff der Global City geprägt und verstand darunter vor allem Zentren eines transnationalen Städtesystems, die eine wichtige Rolle in der Globalisierung der Weltwirtschaft einnehmen. Angesichts der zunehmenden Verstädterung der Welt wollen wir uns mit diesem Phänomen auseinandersetzen, zugleich aber auch prüfen, ob und, wenn ja, in welcher historischen Genealogie diese Global Cities stehen: angefangen bei spätmittelalterlichen Metropolen, frühneuzeitlichen Welthandelszentren bis zu den ersten Millionen-Metropolen des 19. Jahrhunderts. Inwiefern trugen quantitative wie qualitative Urbanisierungsprozesse zur „Metropolisierung“ (oder Weltstadt-Werdung) bei? Welches Bild der „Welt“ (Kosmos wie Globus), welche Verbindungen zur Welt hatten frühneuzeitliche Städte? Und welche von ihnen wurden später Global Cities im Sinne von Sassen? Aspekte wie Gesellschaft (arm-reich) und sozialräumliche Segregation (Vorstädte, Slums etc.) sollen hier ebenfalls in ihren Gründen bzw. Ursprüngen, Genealogien und Problematiken betrachtet werden. Nach einer einführenden Lektüre in Stadtentwicklung und theoretische Ansätze widmet sich idealerweise jeder Studierende einer ausgewählten „Weltstadt“, um sie mit anderen im Seminar untersuchten Städten in einen Vergleichshorizont zu stellen.

Literatur:
Saskia Sassen: Metropolen des Weltmarkts. Die neue Rolle der Global Cities, Frankfurt a.M. 1996.

 M SWK 2014 M04#01

S-9: Handschriften in der Sondersammlung der Universitätsbibliothek Erfurt

Prof. Dr. Sabine Schmolinsky

Mi  10:00-12:00 | LG1/326

M SWK 2014 M05#01

S-9: Text und Bild: Gelehrtenbriefe der Frühen Neuzeit mit beigefügten Zeichnungen

Prof. Dr. Martin Mulsow

Mi 06.04 10:00-12:00 | LG 1/332
24.06.-25.06 9:00-19:00 | Gotha

Briefe waren das wichtigste Kommunikationsmedium unter Gelehrten und Wissenschaftlern in der Frühen Neuzeit. In Briefen wurden nicht nur Neuigkeiten ausgetauscht und Literaturhinweise gegeben, sondern auch sachliche Probleme diskutiert. Dabei reichte es nicht immer aus, sich nur in Worten zu verständigen. Wenn es um antiquarische Funde, um Münzen, um geometrische, künstlerische, botanische, architektonische oder technische Details ging, mußten auch Bilder im Brief transportiert werden, entweder als ausgeschnittene Kupferstiche, als Abzeichnungen oder als selbstgefertigte Skizzen. Horst Bredekamp geht sogar so weit zu behaupten, daß solche Skizzen die Denkweise der Wissenschaftler maßgeblich mitgeprägt haben.
Das Seminar wird sich solche Fälle ansehen und bei ihnen die Text-Bild-Beziehung diskutieren. Es bemüht sich, die Studierenden an die Originalmaterialien heranzuführen; daher findet das Seminar als Blockseminar in Gotha statt. Vornehmlich anhand von Briefen aus der Forschungsbibliothek Gotha geht es darum, solches Material zu transkribieren, zu übersetzen, zu kontextualisieren und zu analysieren.

M SWK 2014 M05#01

S-9: Literature and Geography

Prof. Dr. Jörg Dünne / Yann Calbérac

Mi  10:00-12:00 | LG 1/319

This course will provide an interdisciplinary overview of the multiple interferences (and maybe also the tensions) between literary studies and geography that have been developping over the last years, since space has become a major issue in social sciences and humanities. The seminar will deal with recent theoretical paradigms in social geography and in literary studies, such as „nonrepresentational theory“ (Nigel Thrift), „literary cartography“ (Franco Moretti/Barbara Piatti), and „geocriticism“ (Bertrand Westphal); at the same time, it will provide historical insight into the history of the entanglement of literature and geography from the ‚literary‘ origins of Ancient geography until modern landscape theories and present-day „geopoetics“.

The interdisciplinary perspective of seminar will be assured through co-teaching with French geographer Yann Calberac who will spend half a year in Erfurt as research fellow of the „Cultural techniques Research Lab“.

M SWK 2014 M15#01

S-9: Die Verfolgten des Naziregimes im Kontext der DDR-Erinnerungspolitik

PD Dr. Annegret Schüle / Verena Bunkus, M.A.

Do  16:00-18:00
Die Veranstaltung findet im Erinnerungsort Topf & Söhne (Erfurt, Sorbenweg 7) statt.

SBZ und DDR distanzierten sich nach dem Zweiten Weltkrieg demonstrativ vom Regime des Nationalsozialismus. Die Entscheidungen zur Anerkennung der Opfer und die Formen der Wiedergutmachung wurden allerdings von politischen Prämissen abhängig gemacht. So gab es im Verband der Verfolgten des Naziregimes (VVN) „Opfer des Faschismus“ und „Kämpfer gegen den Faschismus“ und damit auch eine Hierarchisierung von Entschädigungen und Vergünstigungen. Opfergruppen aus unbequemem sozialdemokratischem, bürgerlichem oder religiösem Widerstand wurden nicht anerkannt oder – wie die Zeugen Jehovas 1950 – gar verboten.

Das Seminar möchte ausgehend vom antifaschistischen Gründungsmythos der DDR die staatlichen Formen des Erinnerns in der SBZ/DDR reflektieren. Im Fokus stehen dabei der Umgang mit den „Verfolgten des Naziregimes (VdN)“ in der Ambivalenz zwischen echter Wiedergutmachung und politischer Begünstigung bzw. Ausgrenzung. Als biografische Beispiele werden der Topf-Reisemonteur Heinrich Messing, der für ein halbes Jahr in Auschwitz die Be- und Entlüftungsanlagen der Gaskammern installierte und in der DDR als „Kämpfer gegen den Faschismus“ anerkannt war, sowie der Topf-Buchhalter Willy Wiemokli, dessen VdN-Status in der DDR zeitweise aberkannt wurde, untersucht. Weiter wird die Geschichte des VdN-Ehrenhains auf dem Erfurter Hauptfriedhof sowie der heutige Umgang damit zum Thema.

M SWK 2014 M15#01

S-9: Selbstzeugnisse - eine Quelle zur Alltagsgeschichte und Wissenskultur in der Frühen Neuzeit

Dr. Reiner Prass

Mo  16:00-18:00 | LG4/E01

Selbstzeugnisse sind nach einer weitgehend akzeptierten Definition Texte, in denen eine „Selbstthematisierung durch ein explizites Selbst geschieht.“ (v. Krusenstjern) Solche sind sowohl von Gelehrten und Angehörigen sozialer Eliten, als auch von einfachen Bürgern, Handwerkern und Bauern abgefasst worden. Daher sind sie als Quellen zum Studien von Lebens- und Denkwelten der Angehörigen unterschiedlicher sozialer Gruppen immer stärker in den Fokus der Forschung gerückt. In diesem Seminar soll anhand ausgewählter Beispiele diskutiert werden, wie Selbstzeugnisse als Quellen in der Alltagsgeschichte und der Wissensgeschichte genutzt werden können

M SWK 2014 M05#01
M SWK 2014 M15#01

S-9: Ausstellungstexte

Dr. Nina Wiedemeyer

13.04.2016 Mi 12:00-14:00 | LG 2/106
Exkursion 27.04.2016
11.05.2016 Mi 12:00-16:00 | LG 2/106
25.05.2016 Mi 12:00-16:00 | LG 2/106
08.06.2016 Mi 12:00-16:00 | LG 2/106
22.06.2016 Mi 12:00-16:00 | LG 2/106

It is now accepted that every exhibition, even the most objective, museum-like, historical, retrospective, is fiction. The exhibition is a trap: masked as a spatial juxtaposition of elements, it is also a fiction factory, a place of „storytelling“.
[Jean-Max Colard: „The Novel as an Exhibition, the Exhibition as a Novel“, Cura, (15) 2013, S. 62-65.]
Museen sammeln Objekte, seien es Kunstwerke oder Artefakte. Im Ausstellungsraum werden die Objekte meist in Kombination mit Texten gezeigt. Die Thesen einer Ausstellung und das „Denken im Raum“ werden von Texten mit argumentiert, wenn nicht maßgeblich getragen und/oder Texte bilden eine ganz eigen(sinnige) Objektkategorie. Die Texte vermitteln eine bestimmte Haltung der Ausstellungsmacher bzw. einer Institution und ihren je spezifischen Wissensbegriff (Geht es darum etwas oder normatives Wissen zu vermitteln oder wird etwas in Frage gestellt oder eine steile These aufgestellt?). Es gibt praktische Leitfäden, was solche Texte leisten können und wie sie für einen durchschnittlich anderthalbstündigen Museumsaufenthalt leserfreundlich gestaltet sein sollten; „Reader“ oder eine Geschichte dieser Textart gibt es bisher nicht. Im Seminar wird daher Material gesammelt und analysiert, es werden Theorien zum Verhältnis von Objekt und Text diskutiert und es werden Texte für eine virtuelle Ausstellung verfasst.

Literatur:
Evelyn Dawid/Robert Schlesinger (Hg.): Texte in Museen und Ausstellungen, Ein Praxisleitfaden, Bielefeld 2012.

M SWK 2014 M16#01
M SWK 2014 M16#02

S-9: Sammlungen in Bibliotheken: Einführung in die bibliothekarische Wissenschaft und Praxis

Dr. Kathrin Paasch

Do 10:00-12:00 | Forschungsbibliothek Gotha

Die Studierenden erwerben Grundlagenwissen zu Handlungsfeldern und Arbeitsweisen von Forschungsbibliotheken und wissenschaftlichen Universalbibliotheken und ihren Sammlungen. Sie lernen Sammlungs- und Rarifizierungskonzepte, Prinzipien retrospektiver Sammlungsergänzung sowie Methoden und Standards in der Erhaltung und Erschließung kennen. Sie gewinnen Einsichten in die aktuelle Vermittlungspraxis historischer Sammlungen und in die Grundlagen der Provenienzverzeichnung und –forschung in Bibliotheken.

Die Veranstaltung findet in der Forschungsbibliothek Gotha statt. Sie beinhaltet Übungen zur Provenienzermittlung anhand der originalen Handschriften, alten Drucke und Landkarten der Bibliothek.

M SWK 2014 M05#01
M SWK 2014 M15#01

S-9: Religion in Complex Societies: Judaism

Prof. Dr. Andreas Gotzmann

Mo 10:00-12:00 | Büro des Dozenten

This course focuses on the analysis of religious systems and the position of religion in society with the focus on Judaism.

M SWK 2014 M15#01

S-9: Religion in Complex Societies

Prof. Dr. Vasili Makrides

Mo  10:00-12:00 | LG4/D05

The obligatory P1 course of the MA-Program will systematically deal with central issues of examining, describing and analyzing religion in modern, postmodern and global contexts from a social-scientific and cultural-historical perspective. Whereas the P2 course puts emphasis on hermeneutical and theoretical issues of religious studies, the main aim of this course is to offer an overview of recent developments and research trends in religious studies on the basis of selected cases from the European and non-European religious scene.

M SWK 2014 M15#01

S-9: Vergangene Lebenswelten: Film in der DDR

Prof. Dr. Patrick Rössler

Di  14:00-16:00 | LG 4/D02

Zwischen 1946 und 1989 nahmen die Filmproduktion und der Filmvertrieb zunächst in der Sowjetischen Besatzungszone, später in der DDR eine andere Entwicklung als in der Bundesrepublik Deutschland. Die Branche unterlag den systemtypischen Einschränkungen, womit nicht nur die eigene Szene in einer Mischung aus Kontrolle und staatlicher Förderung eng an den Zielen des sozialistischen Staates ausgerichtet war. Auch der Verleih ausländischer Filme – aus den Bruderstaaten, dem befreundeten Ausland, aber genauso ausgewählte westliche Produktionen aus den USA und der BRD – folgte den Vorgaben des SED-Regimes. Der Film genoss in der DDR einen besonderen Stellenwert, weshalb ihm auch für kulturhistorische Forschungen zu jener Epoche eine herausragende Rolle zukommt. Das Seminar, an dem Master-Studierende der Kommunikations- und Literaturwissenschaft und der SWK gemeinsam teilnehmen, widmet sich dem Thema auf der Grundlage eines von der UE erst kürzlich übernommenen, umfangreichen Bestands an Filmwerbung aus der DDR, der die seit ca. 1955 in Kinos gezeigten Spielfilme quasi vollständig abdeckt. Im Seminar erwerben alle Teilnehmer Kompetenzen in den drei Feldern Erschließung – inhaltliche Aufarbeitung – Präsentation: Gegenstand sind (1) die Durchsicht und Sortierung des Originalmaterials unter fachgerechter Anleitung; (2) die literaturgestützte Auswertung eines Teilkorpus‘ nach eigener Themenwahl; und (3) die Aufbereitung des Themas für eine (Wander-)Ausstellung zum Film in der DDR.

Literatur:
Klaus Finke: Politik und Film in der DDR, Oldenburg 2007; Peter Jansen/Wolfram Schütte (Hg.): Film in der DDR, München 1977 (Reihe Film, Bd. 13); Günter Jordan: Film in der DDR: Daten, Fakten, Strukturen, Potsdam 2009; Dagmar Schittly: DDR-Alltag im Film. Verbotene und zensierte Spielfilme der DEFA, in: Aus Politik und Zeitgeschichte 17 (2002), S. 23-29.

M SWK 2014 M15#01
M SWK 2014 M16#01
M SWK 2014 M16#02

S-9: Philosophie des Symbols (Susanne K. Langer)

PD. Dr. Richard Breun

Di  10:00-12:00 | LG4/D05

Wie zuvor Ernst Cassirer hat Susanne K. Langer das Symbol ins Zentrum der Philosophie gestellt. Mit dem Symbolbegriff gelingt es ihr, die Vielfalt kultureller Formen unter einem Aspekt zu deuten und so deren Einheit in der Expressivität des Menschen zu sehen.

M SWK 2014 M16#01
M SWK 2014 M16#02

S-9: Das „Selbst“ in der Kunst zwischen Repräsentation, Dekonstruktion und Rekonstruktion

Prof. Dr. Melanie Franke

23.04.2016 | Sa 14:00-18:00
 24.04.2016 | So 08:00-16:00
 04.06.2016 | Sa 14:00-18:00
05.06.2016 | So 08:00-16:00

Blockseminar, ein Termin für eine Vorbesprechung kann mit der Dozentin abgesprochen werden.

Migration und Mobilität gehören nicht erst seit der großen Welle an Flüchtlingen, die gegenwärtig nach Europa und in alle Welt strömen zu den zentralen Themen der zeitgenössischen Kunst. In den vergangenen Jahrzehnten haben sich weltweit Auflösungserscheinungen in gesellschaftlichen, sozialen und politischen Systemen bemerkbar gemacht. In seinem Aufsatz „Nomands“ beschreibt der Kunsthistoriker James Meyer die Zeit nach dem Fall der Berliner Mauer und dem Ende des Kalten Krieges als geprägt von beispielloser Mobilität und Migration, expandierender multinationaler Konzerne und Nachrichten-Systeme, sich ausbreitender Kommunikationstechnologien. Die Politik des Kalten Krieges wird durch transnationale Tendenzen der Globalisierung ersetzt. Diese nur angedeuteten Entwicklungen wirken sich vielfältig auf Formen ästhetischer Praktiken aus: Mit welchen Darstellungsformen und Medien reagieren Künstlerinnen und Künstler auf Migration und Mobilität? Welche Aspekte werden aufgegriffen, welche bleiben im Verborgenen? Welche Rolle spielt die eigene Mobilität in der Auseinandersetzung mit der Thematik?

Wir diskutieren Fragestellungen dieser Art anhand ausgewählter künstlerischer Positionen im Zusammenhang mit Texten aus der Kunstwissenschaft und teilweise aus der Sozial – und Politikwissenschaft.

M SWK 2014 M16#01
M SWK 2014 M16#02

V-3: Cusanus bis Kant

Prof. Dr. Michael Gabel

Di  14:00-16:00 | Domstr.10/SR 2

Die Heraufkunft der Neuzeit ist geprägt durch die Entdeckung der Subjektivität. Diese wird vor allem als Rationalität, als sich selbst verantwortliche Erkenntnis und Beherrschung der Wirklichkeit durch Denken undWissenschaft verstanden. Dieser Prozess äußert sich als beständiges Ringen um die Leistungsfähigkeit reinen Denkens und die Bedeutung der empirischen Erfahrung. Die Philosophien von Cusanus und Kant lassen sich als Gestalten einer Synthese verstehen, die nach einem ausgewogenen Verhältnis von Leistungskraft und Grenzen des reinen Denkens trachtet.

M SWK 2014 M17#01

V-3: Christologie II

Prof. Dr. Josef Freitag

Do  08-10:00 | Domstr.10/SR1

Die Lehrentwicklung der Alten Kirche auf der Basis des ntl. Zeugnisses ist bleibendes Fundament aller weiteren Lehrentwicklung in lat. Mittelalter, in der Neuzeit und der Gegenwart. Heute stellt sich die Frage nach der Rolle Christi für und in den Religionen und die Frage nach kontextuellen Christologien.

M SWK 2014 M17#01

V-3: Historischen Grundlagen des Rechts

Prof. Dr. Manfred Baldus

Do  12:00-14:00 | APS/Audimax
Die Klausur findet am 14.07. statt.

Die Vorlesung führt in die historischen Grundlagen des deutschen Rechts ein. Zunächst werden die verschiedenen Rechtsbegriffe dargestellt und erörtert, sodann die Gründe der Notwendigkeit einer historischen Betrachtung aufgezeigt. Im Mittelpunkt der Veranstaltung steht die Entstehung des Verfassungsrechts der Bundesrepublik Deutschland und seiner historischen Wurzeln im Kontext der Entwicklung des westlichen Verfassungsstaates. Darüber hinaus werden die wichtigen Momente in der Geschichte des deutschen Privatrechts präsentiert.

M SWK 2014 M18#02

SE-9: Selbststudieneinheit zur Geschichte und Anthropologie des Raumes

Prof. Dr. Susanne Rau

nach Vereinbarung

M SWK 2014 M04#03
M SWK 2014 M05#03
M SWK 2014 M15#03
M SWK 2014 M16#04
M SWK 2014 M17#03

SE-9: Selbststudieneinheit zur Globalgeschichte

Prof. Dr. Iris Schröder

nach Vereinbarung

M SWK 2014 M04#03
M SWK 2014 M05#03
M SWK 2014 M15#03
M SWK 2014 M16#04
M SWK 2014 M17#03

SE-9: Selbststudieneinheit zur mittelalterlichen Geschichte (EG)

Prof. Dr. Sabine Schmolinsky

nach Vereinbarung

M SWK 2014 M04#03
M SWK 2014 M05#03
M SWK 2014 M15#03
M SWK 2014 M16#04
M SWK 2014 M17#03

Ko-9: Kolloquium zu laufenden Abschluss- und Qualifikationsarbeiten in der Neueren Geschichte (EG)

Prof. Dr. Susanne Rau

Mi 18:00-20:00 | LG4/D06

Das Kolloquium bietet Gelegenheit zur Präsentation und Diskussion Ihrer laufenden Forschungsarbeiten. In einzelnen Sitzungen werden wir Vorträge auswärtiger Gastreferenten hören und diskutieren. Bitte melden Sie sich spätestens in der ersten Semesterwoche mit Ihrem Projekt oder Teilnahmeinteresse an. Als Student/in eines Masterprogramms sollten Sie das Seminar belegen.

M SWK 2014 M04#02

Ko-9: Kolloquium Globalgeschichte

Prof. Dr. Iris Schröder

nach Vereinbarung

Im Kolloquium werden neben gemeinsamer Textlektüren laufende Forschungsarbeiten zur Globalgeschichte zur Diskussion gestellt. Das Kolloquium findet in diesem Semester als Blockveranstaltung vom 16.-17.6.2016 statt. Fortgeschrittene BA- und Masterstudierende der Universität Erfurt sind herzlich willkommen; für Studierende des Master Geschichtswissenschaften gibt es die Möglichkeit einen qualifizierten Studiennachweis zu erwerben. Um Anmeldung wird gebeten per Email an iris.schroeder@uni-erfurt.de

M SWK 2014 M04#02

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