University of Erfurt

Gotha Research Centre of the University of Erfurt

Projekt von Brice Kouakap Ndjeutcham M.A.

Landfrage und Landkonflikte in Kamerun: Diskurse und Gegendiskurse über das Bodenrecht (1884-2008)

Wegen der dauernden Bemühung der einheimischen Völker von Kamerun um die Wiedergewinnung ihres Grundbesitzes möchte ich in dieser Forschungsarbeit die folgende Hauptfrage beantworten: Was wurde von den Protagonisten über die Landfrage geschrieben und inwiefern führen die Verschiedenheiten zwischen ihren Diskursen zur Entstehung von Landkonflikten?

Viele Forscher haben sich zwar für die Landkonflikte in Kamerun interessiert, aber die gleichzeitige Untersuchung der Diskurse der kolonisierten Kameruner, der Diskurse der deutschen und der englischen Kolonialmächte, der Diskurse der kamerunischen Regierung und der gegenseitigen Bezugnahmen wurde kaum berücksichtigt. Diese Forscher haben das Problem immer teilweise behandelt. Die einen haben sich nur für die Kolonialzeit interessiert; die anderen haben sich nur mit der postkolonialen Ära beschäftigt. Es gibt fast keine Forschungsarbeit, die die vorkolonialen, die kolonialen und die postkolonialen Quellen von Landkonflikten in Kamerun zugleich berücksichtigt. Die afrikanischen Forscher, die sich für das Problem interessieren, verfügen nicht immer über genügende Deutschkenntnisse, um Zugang zu den vorkolonialen und kolonialen Quellen zu haben.

In dieses Vorhaben möchte ich einige Forschungsaspekte einbeziehen, die in meiner Masterarbeit ausser Acht gelassen wurden. Meine Masterarbeit interessierte sich nur für die Bakweri. Aber das Landproblem in Kamerun betrifft nicht nur dieses Volk. Deshalb möchte ich auch das Thema erweitern. Bisher habe ich die Land- und Landrechtauffassung nicht wirklich analysiert. Was die kolonialen Quellen angeht, hatte ich mich vielmehr mit Dokumenten begnügt, die Kamerun im Allgemeinen betreffen. Es geht zum Beispiel um einige Landgesetze, Schutz-und Friedensverträge, Korrespondenzen, Erzählungen und Memoiren. Kein einziges Dokument über die betroffenen Grundstücke wurde berücksichtigt. Kaufverträge, Sitzungsprotokolle, Benachrichtigungen, Protestationen, Pachtverträge, Anfragen, Berichte, Korrespondenzen, Auszüge aus dem Grundbuch, Texte über die Vollmacht und Ausfertigungen wurden nicht in Betracht gezogen. Auch die vorkolonialen Quellen wurden beiseite gelassen. Es ist somit notwendig, sich mit den Einzelheiten der Landkonflikte zu befassen, um die Dynamiken dieser Konflikte und ihrer sprachlichen Verfasstheit zu verstehen. Außerdem gehe ich davon aus, dass die Situation der Landkonflikte in Kamerun insgesamt betrachtet werden muss, um ein klareres Verständnis dieser Dynamiken über einen längeren Zeitraum zu erlangen. Damit gründet mein Promotionsvorhaben zwar auf meiner Masterarbeit, es geht jedoch in Bezug auf den analytischen Zugang und thematische Breite darüber hinaus. In dieser Arbeit möchte ich die von den anderen Forschern vernachlässigten Quellen systematisch analysieren. Das könnte mir erlauben, die Ergebnisse der bisherigen Forschungsarbeiten mit den Quellen zu konfrontieren und diese Ergebnisse sogar in Frage zu stellen.

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