University of Erfurt

Gotha Research Centre of the University of Erfurt

Projekt von Dr. Lars-Thade Ulrichs

Die Toleranzidee zwischen Reformation und Aufklärung

Das Forschungsprojekt will auf Basis einer ideengeschichtlichen Untersuchung des Zusammenhangs von Reformation und Aufklärung eine systematische Analyse des Konzepts der Toleranz vornehmen. Zwar ist die Toleranzidee kein genuines Aufklärungskonzept, zur Zeit der Aufklärung wurde aber ihr Geltungsbereich erweitert: Toleranz bezieht sich von nun an auf alle Überzeugungen, die der normativen Orientierung dienen. Damit geht eine Reflexion auf die Rechtmäßigkeit dieses Geltungsanspruchs einher, der nur dann erhoben werden kann, wenn man sich auf eine rationale Begründung verpflichtet. Zugleich wird man sich bewusst, dass diese Begründungen immer unzulänglich sind. Auf Basis dieser selbstreflexiven Überlegungen bemühen sich die Aufklärer um eine Begründung des Toleranzkonzepts selbst. Das Projekt will untersuchen, (1) in welcher Weise dem die Reformation vorgearbeitet hat und (2) was daraus für die systematische Analyse der Toleranzidee folgt. Das soll anhand von exemplarischen historischen Konstellationen erfolgen. Hierbei soll auch das Wirken der Gothaer Herzöge Ernst des Frommen und Ernst II. betrachtet werden. Bei beiden bildete die Idee der Toleranz für ihre politische Praxis zwar einen maßgeblichen Orientierungsrahmen, fand jedoch in eben dieser Praxis auch ihre Grenzen – im ersten Fall am Konfessionsstaat, im zweiten an der Politik der Geheimgesellschaften.

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