University of Erfurt

Projekt von Simone Eckert

„Videte ne ex comoedia nascatur tragoedia – das Verhältnis von poetischer Theorie und Musterdramen in Jakob Masens Palaestra Eloquentiae Ligatae“

Das Projekt ist dem Forschungsfeld „Frühe Neuzeit“ zuzuordnen. Jakob Masens Palaestra Eloquentiae Ligatae ist deswegen so exzeptionell, weil der Jesuit Jakob Masen (1606-1681) seine Barockpoetik mit sieben Musterdramen illustriert. Die Gliederung der gesamten Palaestra sieht folgendermaßen aus: Der erste Teil umfasst allgemeine Grundlagen der Dichtung, der zweite Teil elegische, heroische und lyrische Dichtung. Den dritten Teil, der Gegenstand der Dissertation ist, bildet Masens Dramenpoetik mit seinen sieben Musterdramen (Drucke: 1. Auflage 1657; 2. verbesserte Auflage: 1664).
Auch wenn Jakob Masen zahlreiche Beispieldramen antiker Autoren – wie Senecas Tragödien – anführt, ist das erste Drama, das der Jesuit nennt, seine eigene Tragikomödie Androphilus (Palaestra Dramatica, Liber I, Caput II)!
Eine Untersuchung des Wechselverhältnisses zwischen Masens poetischer Theorie und seinen Musterdramen ist trotz vorliegender älterer Dissertationen ein Desiderat. Lohnend ist zudem, die Dramen als programmatisch konzipierte Sequenz zu betrachten. Einen Hinweis auf die zyklische Anordnung seiner Dramen gibt Masen selbst (Palaestra Dramatica, Liber I, Caput VII). Der Jesuit zeigt an dieser Stelle auf, dass seine drei Dramen Bacchi Schola Eversa, Telesbius und Rusticus Imperans thematisch verbunden sind. Masens Dramen sollen nicht nur als Zyklus untersucht werden, es erfolgt auch eine Analyse der Einzeldramen. Dabei steht im Zentrum, mit welchen Mitteln der Jesuit seine Dramen an die Poetik anbindet.
Die methodische Ausrichtung des Dissertationsprojekts lässt sich an der Gliederung der (Promotions-) Arbeit in eine pars poetica und eine pars dramatica veranschaulichen. Der Fokus liegt gerade auf dem Vergleich zwischen Masens poetologischen Positionen und seinen Musterdramen, wobei die antike (insbesondere die aristotelische) wie auch die zeitgenössische Dramentheorie (verbunden mit Namen wie Gerardus Joannes Vossius und Jacob Balde) eine zentrale Rolle spielen.

Kurzbiographie

Simone Eckert studierte nach der Absolvierung eines Freiwilligen Sozialen Jahres die Fächer Geschichte, Deutsch und Latein auf Gymnasiallehramt an der Universität Frankfurt am Main. Zum Sommersemester 2014 nahm sie das Masterstudium „Deutsche Literatur“ ebendort auf, das sie aktuell mit einer Arbeit über literarische Kommunikation im Naturalismus abschließt. Seit dem Wintersemester 2014 ist sie Doktorandin an der Universität Frankfurt am Main und promoviert zum frühneuzeitlichen Thema „Videte ne ex comoedia nascatur tragoedia – das Verhältnis von poetischer Theorie und Musterdramen in Jakob Masens Palaestra Eloquentiae Ligatae“.

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