University of Erfurt

Gotha Research Centre of the University of Erfurt

Projekt von Dr. Kerstin Volker-Saad

Hermann Fürst von Pückler-Muskaus Orientreise 1834-40

Der Gartenkünstler und exzentrische Lebemann Hermann Fürst von Pückler-Muskau (1785-1871) reiste in den Jahren 1834 bis 1840 von Europa nach Nordafrika (Algerien, Tunesien), erkundete die Mittelmeerregion (Malta, Griechenland, Kandia/Kreta), den Nilverlauf (bis Elkueh am Dinder, ca. 200 km südlich von Khartum) sowie das damalige Syrien, Kleinasien und die Donauländer des Kaiserthums Österreichs, um via dem böhmischen Marienbad wieder nach Muskau in Preußen zurückzukehren. Seine Erkenntnisse hielt er in 20 Reisebeschreibungen fest. Durch seine umfassenden Ausführungen zu geografischen, botanischen, zoologischen, historischen, archäologischen sowie ethnographischen Gegebenheiten und seine scharfen politischen Analysen hatte er nicht nur in der literarischen Fachwelt einen heute kaum noch wahrgenommenen beachtlichen Ruf errungen. Ausgehend von einem langen Pückler-Zitat über bisher nicht erforschte Ruinen in der Butana Wüste im Osten des ägyptischen Sudans, das zwanzig Jahre nach Erscheinen der Werke "Aus Mehemed Ali's Reich, Theil I-III; 1844", Eingang in Petermann's Geographische Mittheilungen (Hassenstein & Petermann, 1861) fand, soll den Fragen nachgegangen werden, welche Bedeutung Pücklers Werke in der geografischen zeitgenössischen Forschung tatsächlich hatten, welche Briefnetzwerke mit Geografen und besonders mit Petermann und anderen Akteuren in Gotha existierten, welche geografischen Diskurse sich Pückler während seiner Reisen möglicherweise zu eigen machte und welche von denen letztlich seine Reiseroute beeinflusst haben könnten. Ferner sollen Fehlstellen ungenauer, lautmalerisch notierter geografischer Ortsbestimmungen durch die Sichtung von Karten anderer zeitgenössischer Reisender, abgeglichen und dechiffriert werden.

Kurzbiographie

Kerstin Volker-Saad arbeitete nach ihrer Promotion über „Zivilistinnen und Kämpferinnen in Eritrea während der Kriegs- und Nachkriegszeit“, FU Berlin, zunächst als wissenschaftliche Mitarbeiterin am dortigen Institut für Ethnologie, bevor sie 2004 in die Freiberuflichkeit wechselte und seither in den Bereichen Ausstellungswesen, Museumsberatung, Wissenschaftsmoderation sowie Provenienzforschung tätig ist. Sie leitet u.a. derzeit das Ausstellungsprojekt der Stiftung Fürst Pückler-Park Bad Muskau „Machbuba und die Orientreise des Fürsten Pückler-Muskau 1834-40 (Arbeitstitel)“, für das sie auch die Grundlagenforschungen durchführt. Die Recherchen zur Nilreise des Fürsten Pückler-Muskau werden wissenschaftlich begleitet von Dr. Cornelia Kleinitz, Humboldt-Universität zu Berlin, Institut für Archäologie und Kulturgeschichte Nordostafrikas.  

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