University of Erfurt

Gotha Research Centre of the University of Erfurt

Projekt von Dr. Mike Zuber

Alchemie an sächsischen Fürstenhöfen, 1680–1750: Mäzenatentum und der Niedergang der Transmutation

Dieses Projekt untersucht eine wesentliche Frage, die sich durch den großen Erfolg der jüngeren Historiographie der Alchemie ergibt: Wenn diese geheimnisvolle Kunst ein so wichtiger Bestandteil der vormodernen Naturwissenschaft war, weshalb wurde sie dann im frühen 18. Jahrhundert innerhalb der Gelehrtenrepublik so plötzlich abgelehnt und ausrangiert? Um dieser Problematik nachzugehen, widmet sich das Projekt den dank ihrer Geschlossenheit historisch äußerst wichtigen alchemischen Nachlässen dreier sächsischer Herzöge: Friedrich I. von Sachsen-Gotha (1646–1691), Ernst Ludwig von Sachsen-Meiningen (1672–1724 ) sowie Ernst August von Sachsen-Weimar (1688–1748). Durch die Zusammenschau dieser drei Förderer der Alchemie lässt sich die historische Entwicklung, den die Alchemie vom letzten Viertel des 17. bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts durchlief, in einem kulturell wie geographisch wohldefinierten Raum nachvollziehen. Wichtige Arbeitshypothesen halten vorläufig fest, dass sich während dieser Zeit – wirtschaftlich gesprochen – eine Blase um die Glaubwürdigkeit der Alchemie und ihrer Verheißungen formierte, die anschließend platzte, und dass ein wachsendes Verdachtsmoment unter Gönnern von Alchemisten ein wichtiger Faktor innerhalb dieser Entwicklung war. Zudem scheint die Kunst des Steins der Weisen mehr und mehr mit fragwürdigen, in den Bereich des Aberglaubens abdriftenden Aktivitäten assoziiert geworden zu sein: Diese Tendenz würde damit wesentlich früher greifbar als bisher angenommen.

Kurzbiographie

Dr. Mike A. Zuber ist Postdoctoral Research Fellow am Institute for Advanced Studies in the Humanities, University of Queensland, Australien. Er promovierte 2017 an der Universiteit van Amsterdam und war anschließend als Stipendiat des Schweizer Nationalfonds an der University of Oxford tätig. Seine Forschungsschwerpunkte sind die Wissenschaftsgeschichte der Frühen Neuzeit sowie der religiöse Non-Konformismus des 17. Jahrhunderts.

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