Professur für Alte Kirchengeschichte, Patrologie und Ostkirchenkunde

Die Alte Kirchengeschichte lebt als „Bürgerin zweier Welten“ zwischen Geschichtswissenschaft und Theologie. Sie verwendet die historisch-kritische Methode und hat eine wichtige Brücken- und Vermittlungsfunktion zwischen Theologie und Altertumswissenschaften. Neben der rein historischen Forschung legt die Patrologie besonderes Augenmerk auf die theologischen Quellentexte der Kirchenväter. Die Ostkirchenkunde leistet mittels der wissenschaftlichen Erschließung der Geschichte und Theologie des christlichen Ostens einen wichtigen Dienst für den ökumenischen Dialog.

Lehrveranstaltungen

Bitte informieren Sie sich zu aktuellen Lehrveranstaltungen über die elektronische Lehrveranstaltungs- und Informationsplattform der Universität Erfurt E.L.V.I.S. sowie über die eLearning-Plattform moodle. Für Rückfragen steht Ihnen die Professur gern jederzeit zur Verfügung.

Vorlesungen im Sommersemester 2020

Die Frühchristlichen Apologeten

Dozent: Dr. Daniel Greb

Inhalt

Die Christen standen von Anfang an in Auseinandersetzung mit ihrer Umwelt und rangen um den rechten Weg zwischen Abgrenzung und Anpassung. In der heidnischen Umwelt des Römischen Reiches galten sie zunächst als Anhänger einer obskuren, neuartigen und staatsfeindlichen Gruppierung, die sich dem gesellschaftlichen Leben und dem Kult verweigerte und mit den überlieferten Einrichtungen der Väter (mos maiorum) radikal zu brechen schien. Zahlreiche Vorurteile und Missverständnisse führten zum Ausbruch von Gewalt und Verfolgungen. Unter diesen Vorzeichen unternahmen es die Apologeten auf literarischem Weg, das Christentum einerseits gegen die erhobenen Vorwürfe zu verteidigen und diese zu widerlegen. Andererseits versuchten sie auch, ihre religiösen Überzeugungen mit rationalen Argumenten einsichtig zu machen und so neben der negativen Abgrenzung zum paganen Kult positiv für das Christentum zu werben. Darüber hinaus boten die apologetischen Schriften den Christen selbst die Möglichkeit der Vergewisserung des eigenen theologischen und ethischen Standpunkts.

Neben einem historischen Überblick, der die wichtigsten griechischen und lateinischen Apologeten und ihre Werke vorstellt, will die Vorlesung zentrale Themen und argumentative Strategien der Apologeten beleuchten und nach ihrer Relevanz für die Gegenwart befragen.

Literatur

  •  Luise Ahmed: Bilder von den Anderen. Christliches Sprechen über Heiden bei den lateinischen Apologeten (JbAC.E Kleine Reihe 14), Münster 2017.
  • Jakob Engberg /Anders-Christian Jacobsen / Jörg Ulrich (Hg.), In Defence of Christianity. Early Christian Apologists, Frankfurt a. M. u.a. 2014.
  • Michael Fiedrowicz, Apologie im frühen Christentum. Die Kontroverse um den christlichen Wahrheitsanspruch in den ersten Jahrhunderten, Paderborn / München 22001.
  • Michael Fiedrowicz, Christen und Heiden. Quellentexte zu ihrer Auseinandersetzung in der Antike, Darmstadt 2004.
  • Christine Mühlenkamp, „Nicht wie die Heiden“. Studien zur Grenze zwischen christlicher Gemeinde und paganer Gesellschaft in vorkonstantinischer Zeit (JbAC.E Kleine Reihe 3), Münster 2008.

Termin

Donnerstags, 18:00 - 20:00 Uhr.

Entwicklung des trinitarischen und christologischen Dogmas bis zum Konzil von Chalkedon (451)

Dozent: Dr. Daniel Greb

Inhalt

Die Vorlesung thematisiert die frühchristlichen Auseinandersetzungen um das Verhältnis Jesu zum Gott Israels und die Deutung der Inkarnation. Sie nimmt dabei die unterschiedlichen christologischen Entwürfe (z. B. Logostheologie, Monarchianismus, Subordinatianismus, Arianismus, die Diskussion um Nestorius von Konstantinopel und den Streit um den Monophysitismus) und ihr jeweiliges Anliegen in den Blick und beschreibt die Versuche, diese Probleme auf den Konzilien von Nizäa (325), Konstantinopel (381), Ephesus (431) und Chalkedon (451) zu lösen. Neben der dogmengeschichtlichen Entwicklung soll auch die Rolle der jeweiligen Herrscher Beachtung finden.

Literatur

  • Franz Dünzl, Kleine Geschichte des trinitarischen Dogmas in der Alten Kirche, Freiburg i. Br. 22011.
  • Franz Dünzl, Geschichte des christologischen Dogmas in der Alten Kirche (hg. von Michael Bußer / Johannes Pfeiff), Freiburg i. Br. 2019.
  • Josef Wohlmuth (Hg.), Dekrete der ökumenischen Konzilien. Band 1: Konzilien des ersten Jahrtausends, Paderborn 32002.
  • Wolfgang-Dieter Hauschild / Volker Henning Drecoll (Hg.), Lehrbuch der Kirchen-und Dogmengeschichte. Band 1: Alte Kirche und Mittelalter, Gütersloh 52016.

Termin

Donnerstags 12:00-14:00 Uhr.

Das Team der Professur

Professurvertretung

Dr. Daniel Greb
Inhaber der Vertretungsprofessur für Alte Kirchengeschichte, Patrologie und Ostkirchenkunde
Mitarbeitergebäude 3 (Villa Martin) / Raum E 10
Office hour
nach Vereinbarung

Sekretariat

Matthias Kraus
Sekretariat der Professur für Alte Kirchengeschichte, Patrologie und Ostkirchenkunde
Mitarbeitergebäude 3 (Villa Martin) / Raum 8
Office hour
montags bis donnerstags 14-15 Uhr, mittwochs und donnerstags 10- 12:30 Uhr

Kontakt

Die Villa Martin der Katholisch-Theologische Fakultät der Universität Erfurt im Frühjahr
Blick auf die Villa Martin

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Universität Erfurt | Alte Kirchengeschichte, Patrologie und Ostkirchenkunde
Dienstgebäude Villa Martin | Nordhäuser Straße 63 | 99089 Erfurt

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