Assoziierter Fellow (Max-Weber-Kolleg für kultur- und sozialwissenschaftliche Studien)

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Universität Erfurt
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Dr. Haiyan Hu-von-Hinüber

Zur Person & Publikationen

Curriculum Vitae

  • 1959-69: Schulausbildung in Peking.
  • 1969-73: Arbeit auf einer Militärfarm in der Inneren Mongolei während der „Kulturrevolution“.
  • 1973-77: BA-Studium Germanistik in Chongqing und technische Übersetzerin in Chengdu.
  • 1978-82: MA-Studium Süd- und Südostaisenkunde mit Schwerpunkt Sanskrit- Philologie und Buddhismuskunde an der Peking-Universität.
  • 1982-87: Promotion in Indologie, Tibetologie und Sinologie an der Universität Göttingen (DAAD).
  • 1987-88: DFG-Projekt (Sanskrit-Handschrift Prātimokṣasūtra) an der Universität Freiburg.
  • 1988-90: Projekt des Danish Research Council (Sanskrit-Handschrift Pramāṇavārttikavṛtti) an der Universität Kopenhagen.
  • 1989-2019: eine Reihe von wissenschaftlichen Vorträgen an renommierten Universitäten.
  • 1991-96: Lehre und Forschung am Institut für Tibetologie und Buddhismuskunde der Universität Wien (1991-95) sowie am Institut für Geistes- und Kulturgeschichte Asiens der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (1995-96).
  • 1997-2011: Lehrtätigkeit im Fach Indologie und Sinologie an der Universität Freiburg.
  • 1998-2004: China-Referentin des Rektors und DAAD-Projektleiterin an der Universität Freiburg.
  • 1999-2009: Leiterin der chinesische Sprachausbildung an der Universität Freiburg (Sinologie und Sprachlehrinstitut).
  • 1999-2018: Senior Consultant der Kooperation des Zentralamtes für Statistik der VR China mit der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Freiburg und Magdeburg (ab 2016).
  • 2005-16: Geschäftsführerin des China-Marketingprojektes der Stadt Freiburg (2005-08); Gründungs- und Vorstandsmitglied des „China-Forum Freiburg“ (2005-16).
  • 2007-16: Beauftragte des Rektorats zum Aufbau des Konfuzius-Instituts an der Universität Freiburg (2007-09) und Geschäftsführende Gründungsdirektorin des Instituts (2009-2016).
  • 2010-11: Gastwissenschaftlerin der Fondation Collett Caillat, L ́Institut de France. Research Fellow am International Research Institute for Advanced Buddhology der Soka-Universität (Japan).
  • 2015-: Ernennung zum Professor-at-large, Faculty of Historical and Cultural Studies of the Shandong University (China); Associate Member of the Centre of Jaina Studies at the School of Asian and African Studies of the London University.
  • 2017-: Ernennung zum Senior Researcher, Center of Indian Studies of the Shenzhen-University (China). Board Member of the Chinese Association of Vijñāptimātratā Studies.
  • 2018-: Fellow und Assoziierte des Max-Weber-Kollegs der Universität Erfurt (Projektdurchführung „Chinesische buddhistische Klöster in Deutschland“ und „Dalits in Early Buddhism“) 
  • 2019-: Ernennung zum Senior Researcher, Center of Buddhist Studies of the Peking-University; Forschungsaufenthalt und –präsentation an der University of California, Berkeley (Jan.-Feb.)
  • 2020-: Ernennung zur Gastprofessorin der Philosophischen Fakultät der Wuhan-Universität.

Ausführlicher CV von Dr. Haiyan Hu-von Hinüber & Publikationen 2020 (Stand: 08.06.2021)

Forschungsprojekt

Die „Unberührbaren“ Indiens (Caṇḍālas/Dalits) nach den Aussagen des buddhistischen Kanons in Pāli und chinesischer Sprache.

Das Ziel des Projektes besteht darin, die ursprüngliche Vorstellung des „Gleichbe­rech­ti­gungsideals“ der Buddhisten und die Beziehung der frühen Gemeinde Śākya­mu­nis (5.-4. Jh. v. Chr.) zu den caṇḍālas, den sogenannten „Kas­ten­lo­sen“, die außerhalb des Kastensystems stehen, herauszu­arbeiten. Zugleich soll die Frage der  „buddhisti­schen Toleranz“  durch einen Vergleich mit den Verhältnissen im Neo-Buddhismus in Indien in einer historischen Perspektive untersucht werden. Als Quellen für die Untersuchung werden hauptsächlich die beiden ältesten Korpora der buddhistischen Schriften, der Pāli- und der chinesische Kanon, erfasst und analysiert. Es handelt sich um die Textstellen, die die Lebenssituation und den sozialen Status der Caṇḍālas dokumentieren.

Da der historische Buddha Śākyamuni gemäß der Überlieferung aus einer aristokratischen Kṣatriya Familie stammt, gelten bei den Buddhi­sten der Varṇa Kṣatriya als den Brahmanen mindestens gleichwertig. Es ist doch zu beobachten, dass es widersprüchliche Angaben gibt. In manchen buddhistischen Schriften kann ein Buddha oder ein Bodhisattva (zukünftiger Buddha) nur aus einem höheren (uccākula) und niemals aus einem niedrigen Geschlecht (hīnakula) stammen. Andere, eher spätere Texte erzählen aber, dass viele Buddhas der Vergangenheit in ihrer frühen Existenz Kastenlose (caṇḍāla), Wagenbauer oder Lederarbeiter waren. Das geplante Projekt beabsichtigt auch, die Gründe für diese Widersprüche zu untersuchen, auch mit der Absicht, darauf hinzuweisen, dass es sich beim indischen Kastensystem, das erst im vieren Jahrhundert schriftlich belegt und trotzdem von vielen Hindu-Nationalisten als eine seit jeher gültige Sozialordnung angesehen wird, um eine historische Entwicklung handelt. Wie es z.B. von den Sprachwissenschaftlern nachgewiesen werden konnte, kommt die Bezeichnung Śūdra für die vierte Kasten nicht in der ältesten Schicht der vedischen Literatur vor, sondern erst im später entstandenen Kapitel X “Puruṣasūktam” des Ṛgveda.

Weitere Informationen

Abgeschlossenes Projekt (MWK 2018) "Chinesische buddhistische Klöster in Deutschland. Zu Entwicklungen im 21. Jahrhundert" (siehe Nachrichten des Max Weber Kollegs der Univer­sität Erfurt 19 (2019): 15-16; und Journal of the Oxford Center for Buddhist Studies 19 (2020): 52-100).