University of Erfurt

Philosophische Fakultät

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Nachrichten aus der Fakultät

Prof. Dr. Susanne Rau in Wissenschaftlichen Beirat des Leibniz-Instituts für Raumbezogene Sozialforschung gewählt

Susanne Rau, Professorin für die Geschichte und Kulturen der Räume in der Neuzeit an der Philosophischen Fakultät der Universität Erfurt, ist in den Wissenschaftlichen Beirat des Leibniz-Instituts für Raumbezogene Sozialforschung (IRS) gewählt worden. Die Amtszeit beträgt vier Jahre.

Die Historikerin erläutert: „Das IRS erforscht die Raumbezüge und Raumkontexte sozialen Handelns in ihrer Prozesshaftigkeit und ihrer historischen Dimension mit sozialwissenschaftlichen Methoden. Im Fokus stehen dabei die soziale Konstruktion von Räumen und handlungstheoretische Zugänge. Das ergänzt meines Erachtens die an der Universität Erfurt angesiedelte - eher kulturwissenschaftlich orientierte - Raumforschung sehr gut.“ 

Wohl älteste Münzgeschichte Sachsens in Gotha entdeckt

Als Prof. Dr. Martin Mulsow, Direktor des Forschungszentrums Gotha der Universität Erfurt, das lateinische Manuskript über die „Historiae Saxoniae … Veritas“ in der Forschungsbibliothek Gotha entdeckte, war nicht klar, von wann es stammte und ob es je veröffentlicht worden war.

Prof. Mulsow begann mit umfangreichen Forschungen und erlebte eine Überraschung: „Ich konnte zeigen, dass diese Schrift des Gothaer Numismatikers Christian Schlegel von 1696 stammt und bisher völlig unbekannt war, aber als die erste Geschichte des mittelalterlichen Sachsen gelten muss, die auf Münzen basiert geschrieben worden ist. Für die sächsische Geschichte ist das ein sensationeller Fund.“

Schlegel war Fachmann für sogenannte Brakteaten, dünne Blechmünzen aus dem 12. und 13. Jahrhundert. Zuvor waren sie unbeachtet geblieben, doch um 1700 herum begann man sie zu erforschen – Schlegel war einer der Pioniere. „Und er erkannte als Erster, dass man die legendendurchzogene Geschichte Sachsens auf besserer wissenschaftlicher Grundlage schreiben kann, wenn man nicht nur Texte, sondern Objekte hinzuzieht – in diesem Fall Münzen.“ erläutert Prof. Mulsow, der überdies zeigen konnte, welche Münzen Schlegel benutzt hatte. Sie gehörten dem Dresdener Minister Friedrich Adolph von Haugwitz, der 1697 gestürzt wurde. „Deshalb konnte Schlegels Publikation nicht mehr realisiert werden und auch die Druckplatten mit den Abbildungen blieben unbenutzt.“ Und so fiel das druckfertige Manuskript in einen „Dornröschenschlaf“, aus dem es erst jetzt erwacht ist. Prof. Dr. Martin Mulsow möchte den Text nun editieren.

Veranstaltungshinweise

Internationale LiLLT Konferenz 29.-31.08.2019 in Erfurt

Die Universität Erfurt ist Gastgeberin einer internationalen Tagung des Forschungsnetzwerks „Literature in Language Learning and Teaching“ (LiLLT), die vom 29. bis 31. August unter dem Titel „Literaturrecherche in Sprachlernumgebungen: Muster und Möglichkeiten“ in der Thüringischen Landeshauptstadt stattfindet. Ausgerichtet wird sie von der Professur für für Sprachlehr- und -lernforschung an der Philosophischen Fakultät (Prof. Dr. Petra Kirchhoff).

Als Referenten haben bereits Geoff Hall (University of Nottingham, Großbritannien); Claire Kramsch (Universität Berkeley, USA) und Emer O’Sullivan (Leuphana Universität Lüneburg, Deutschland) ihre Teilnahme zugesagt. 

Eingeladen sind die Mitglieder des LiLLT-Forschungsnetzwerks, aber auch weitere interessierte Forscher aus dem Gebiet des (Fremdsprachen-)Lernens und Lehrens sowie angrenzenden Fachgebieten. Mehr Informationen finden Sie in diesem Flyer. Die Anmeldung ist möglich unter https://eveeno.com/lillt2019.

Publikationen

Neue Publikation: „Krieg um Troja“

Der Krieg um Troja gehört zu den zentralen Mythen Europas und ist Gegenstand von Homers großem Epos Ilias – doch gibt es aus der Antike auch „alternative Geschichten“ dazu: Die lateinischsprachigen Autoren Dictys und Dares nämlich behaupten, Augenzeugenberichte zu bieten und damit authentischer als Homer über Troja zu berichten. Da die griechischsprachige Ilias im Mittelalter und bis zur frühen Neuzeit nicht zugänglich war, haben die beiden lateinischen Werke zudem größte Bedeutung für die Rezeption des Troja-Stoffs bis in die frühe Neuzeit. In den letzten Jahren sind Papyri gefunden worden, die als griechische Vorlagen der lateinischen Werke gelten. 

Kai Brodersen, Professor für Antike Kultur, präsentiert diese Funde in einer neuen Publikation nun erstmals zweisprachig und ermöglicht gemeinsam mit der zweisprachigen Vorlage der Werke von Dictys und Dares einen neuen Zugang zu „alternativen Geschichten“ von Troja. 

Kai Brodersen
Dictys/Dares: Krieg um TorjaTroja

Berlin: De Gruyter, 2019

ISBN: 978-3-11-062013-9
448 Seiten
59,95 EUR

Prof. Dr. Gila A. Schauer, last update: 15.07.2019

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