Publikationen

Gut beschaffbare Heilmittel / Euporista

Heilmittel

In der Stadt ist die ärztliche Versorgung gut – aber was tut man unterwegs? Drei dem großen Mediziner Galenos im 2. Jahrhundert n. Chr. zugeschriebene Bücher über Euporista verzeichnen dafür gut beschaffbare Heilmittel. Steine, Pflanzen und Tiere samt ihrer Produkte und Ausscheidungen sollen dazu beitragen, Krankheiten von Kopf bis Fuß zu behandeln.

Die im Corpus Galenicum überlieferten Bücher wurden über viele Jahrhunderte weitergeschrieben: Während die Art der Krankheiten weitgehend konstant blieb, wurden neue Heilmittel und -verfahren notiert und neue Autoritäten – darunter auch Heilige – herangezogen. Die Bücher sind damit zugleich ein wichtiges Dokument der Medizingeschichte und ein Spiegelbild der bunten Alltagswelt in Antike und byzantinischem Mittelalter. Die drei Bücher hat Kai Brodersen, Professor für Antike Kultur an der Universität Erfurt, nun erstmals in eine moderne Sprache übersetzt. Sie werden zweisprachig in einem Band präsentiert und durch eine Einführung, einen Anhang und ein Register erschlossen.

Kai Brodersen
Gut beschaffbare Heilmittel / Euporista
(Bibliothek der griechischen Literatur, Bd. 91)
Stuttgart: Hiersemann, 2020
ISBN 978-3-7772-2038-3
464 Seiten
98,- EUR

Coping with Change: Orthodox Christian Dynamics between Tradition, Innovation, and Realpolitik

Coping_Change

2015 fand der große Weltkongress der International Association for the History of Religion (IAHR) in Erfurt statt. In dessen Rahmen widmeten sich auch zahlreiche Beiträge dem Orthodoxen Christentum und den Herausforderungen einer modernen globalisierten Welt für die Orthodoxe(n) Kirche(n). PD Dr. Sebastian Rimestad und Prof. Dr. Vasilios N. Makrides vom Seminar für Religionswissenschaft der Universität Erfurt haben nun eine Auswahl dieser Beiträge in dem Sammelband „Coping with Change. Orthodox Christian Dynamics between Tradition, Innovation, and Realpolitik“ herausgegeben.

In zehn Beiträgen von Forscher*innen aus der ganzen Welt werden verschiedene Aspekte der heutigen Orthodoxie beleuchtet, die das herkömmliche Bild der Orthodoxen Kirche als unveränderlich in Frage stellen. Dabei geht es um Orthodoxe Identitäten in Amerika und der Ukraine, um Beteiligung an (geo)politischen Gemengelagen in Südosteuropa und um inner-orthodoxe Konflikte und Uneinigkeiten.

Sebastian Rimestad und Vasilios N. Makrides
Coping with Change: Orthodox Christian Dynamics between Tradition, Innovation, and Realpolitik
Berlin: Peter Lang, 2020
ISBN 978-3-631-67146
266 Seiten
59,95 EUR

 

„Mensch Opa, du bist noch so fit!“

Mensch Opa

Bei Nomos ist ein neues Buch erschienen, in dem sich Paula Stehr, Constanze Rossmann, Johanna Geppert, Hanna Lütke Lanfer und Tabea Kremer von der Universität Erfurt der Entwicklung einer evidenzbasierten Kommunikationsstrategie zur Förderung körperlicher Aktivität bei älteren und hochaltrigen Menschen in Deutschland annehmen.

Bewegung ist ein wichtiger Bestandteil gesunden Alterns – ein Thema, das aufgrund des demografischen Wandels und der steigenden Lebenserwartung zunehmend an gesellschaftlicher Relevanz gewinnt. Um die körperliche Aktivität langfristig zu fördern, muss das Bewusstsein für den Einfluss von körperlicher Aktivität auf die Gesundheit und das Interesse für Bewegung bei den Älteren und Hochaltrigen gesteigert werden. Das nun erschienene Buch schafft eine evidenzbasierte Grundlage für die Gestaltung effektiver und effizienter Kommunikationsmaßnahmen. Mittels einer Methodenkombination aus leitfadengestützten Interviews und einer standardisierten Telefonbefragung wurden die entscheidenden Verhaltensdeterminanten und das Gesundheitsinformationsverhalten von Personen ab 65 Jahren in Deutschland identifiziert. Auf dieser Basis wurde eine evidenzbasierte Kommunikationsstrategie für Ältere und Hochaltrige in Deutschland insgesamt sowie für besonders vulnerable Teilzielgruppen formuliert.

Paula Stehr, Constanze Rossmann, Johanna Geppert, Hanna Lütke Lanfer und Tabea Kremer
"Mensch Opa, du bist noch so fit" Entwicklung einer evidenzbasierten Kommunikationsstrategie zur Förderung körperlicher Aktivität bei älteren und hochaltrigen Menschen in Deutschland
Reihe Gesundheitskommunikation | Health Communication (Band 21)
Nomos, 2020
ISBN 978-3-8487-6561-4
122 Seiten
26 EUR

Planudes: Rechenbuch

Bei De Gruyter ist soeben ein neues Buch von Kai und Christiane Brodersen erschienen. Im Blickpunkt steht Maximos Planudes, ein klassisch gebildeter Gelehrter und Lehrer des 13. Jahrhunderts, der in seinem "Rechenbuch nach den Indern" didaktisch geschickt zeigt, wie man auch komplizierte mathematische Aufgaben einfach lösen kann.

Dazu nutzt er die in der Antike unbekannte "Null" und das erst damit ermöglichte Stellenwertsystem, das aus Indien über den arabischen Raum nach Europa gekommen war. Planudes zeigt für Addition, Subtraktion, Multiplikation, Division und Wurzelziehen, wie man im Alltag, aber auch bei astronomischen Fragen diese seinerzeit neuartige Form des Rechnens einsetzen kann. Mehr als 40 erhaltene mittelalterliche Abschriften zeugen vom Erfolg des Werks, das zwar nicht das allererste war, in dem das "indische" Rechnen auf Griechisch vorgestellt wurde, doch sicher das einflussreichste Rechenbuch in seiner Zeit und darüber hinaus – wir rechnen noch heute so.

Kai Brodersen, Professor für Antike Kultur an der Universität Erfurt, und Christiane Brodersen, Gymnasiallehrerin für Mathematik, haben das Werk nun erstmals vollständig ins Deutsche übersetzt und in einer zweisprachigen Ausgabe zugänglich gemacht.

Kai und Christiane Brodersen
Planudes: Rechenbuch
Berlin: De Gruyter, 2020
ISBN 978-3-11-071192-9
240 Seiten
39,95 EUR (auch als e-book erhältlich)

Planudes

Gustav Landauer - Zwischen Anarchismus und Tradition

Gustav Landauer

Bei Hentrich & Hentrich, dem Verlag für jüdische Kultur und Zeitgeschichte, ist unter dem Titel "Gustav Landauer - Zwischen Anarchismus und Tradition" eine neue Publikation von Sebastian Kunze, Mitarbeiter an der Professur für Judaistik an der Universität Erfurt, erschienen.

Gustav Landauer (1870–1919) zählt zu den exponiertesten Vertretern des deutschsprachigen Anarchismus seiner Zeit und ist heute dennoch weitgehend unbekannt. Als politischer Denker, Philosoph, Intellektueller und Literaturkritiker war Landauer in unterschiedlichen Gruppen wie dem Arbeiteranarchismus oder dem Forte-Kreis aktiv und wurde breit rezipiert. Sein Werk entfaltete aber vor allem innerhalb der jüdischen Jugend eine große Wirkung: Gershom Scholem, Walter Benjamin, Manés Sperber, Paul Celan und viele andere lasen und priesen Landauers Schriften. Dieser Band skizziert Landauers Leben und Wirken, um einen Einblick in die verschiedenen Facetten dieses faszinierenden Intellektuellen zu eröffnen.

Sebastian Kunze
Gustav Landauer: Zwischen Anarchismus und Tradition
Leipzig: Verlag Hentrich & Hentrich, 2020
ISBN 978-3-95565-385-9
74 Seiten
8,90 EUR

Culture of Da’wa

Um das Predigen in der modernen Welt geht es in einem neuen Buch, das Itzchak Weismann und Jamal Malik soeben unter dem Titel "Culture of Da’wa" herausgegeben haben.

Das Buch bietet eine eingehende, breit angelegte Untersuchung der „da'wa“, dem „Ruf zum Islam“ bzw. dem „Ruf zu Gott“. Als schwer zu übersetzender Begriff deckt „da'wa“ ein semantisches Feld ab das vom Aufruf oder der Einladung zum Islam über religiöses Predigen und Bekehrungseifer bis hin zur Mission und Botschaft des Islam reicht. Die Beiträge in der neuen Publikation analysieren die wichtigsten Diskurse der da'wa, ihre Verankerung in den großen islamischen Bewegungen des 20. Jahrhunderts und ihre Umwandlung in neue Formen des Aktivismus durch die Medien, den Staat und Jihadi-Gruppen - einschließlich al-Qaida und ISIS - im 21. Jahrhundert.

Die Autoren
Itzchak Weismann ist außerordentlicher Professor für Islamwissenschaft und ehemaliger Direktor des Jüdisch-Arabischen Zentrums an der Universität von Haifa. Er hat umfassend über modernes islamisches Denken, islamische Bewegungen, Sufismus und interreligiösen Dialog publiziert. Jamal Malik ist Inhaber der Professur für Islamwissenschaft an der Universität Erfurt. Er hat zahlreiche Publikationen über islamische Bildung und religiösen Pluralismus, Sufismus und die Mobilisierung der Religion veröffentlicht.

Itzchak Weismann und Jamal Malik
Culture of Da’wa Islamic Preaching in the Modern World
University of Utah Press, 2020
ISBN 978-1-60781-745-1
325 Seiten
45.00 $

Da'wa
Was ist unser Lohn

Was also ist unser Lohn? Die Finanzen der nordafrikanischen Kirchen in vorvandalischer Zeit.

Dr. Ansgar Teichgräber, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Professur für Antike Kultur an der Universität Erfurt, hat unter dem Titel "Was also ist unser Lohn? Die Finanzen der nordafrikanischen Kirchen in vorvandalischer Zeit" ein neues Buch veröffentlicht.

Geld und Kirche. Diese Kombination sorgte schon seit der Entstehung des Christentums für Konflikte. Auch die nordafrikanischen Kirchen des vierten und frühen fünften Jahrhunderts bildeten dabei keine Ausnahme. Doch die Finanzen spielten eine wichtige Rolle bei der Entwicklung der kirchlichen Strukturen. Gerade in der Zeit nach der Tolerierung und Förderung des Christentums durch Konstantin I. stellte sich die Frage, wie die Kirchen mit ihren wachsenden Ressourcen umgehen sollten. Die verschiedenen Antworten darauf lassen sich in den zahlreichen Quellen aus Nordafrika finden, mit deren Hilfe ein facettenreiches Bild der dortigen Kirchen gezeichnet wird.

Von entscheidender Bedeutung waren dabei die neuen Möglichkeiten, die sich aus dem wachsenden Besitz der Kirchen ergaben. Nun waren die Kirchen nicht mehr allein von den Spenden ihrer Mitglieder abhängig, sondern verfügten über eigene finanzielle Mittel. Gleichzeitig wuchsen jedoch auch die Ausgaben der Kirchen, da die kirchlichen Strukturen größer und komplexer wurden. Deswegen mussten neue, ausdifferenzierte Organisationsstrukturen geschaffen werden, die wiederum gegenüber den Gemeinden legitimiert werden mussten. Damit wurden grundlegende Entwicklungen eingeleitet, die auch über Nordafrika hinaus wirksam werden konnten.

Ansgar Teichgräber
Was also ist unser Lohn? Die Finanzen der nordafrikanischen Kirchen in vorvandalischer Zeit.
(Jahrbuch für Antike und Christentum, Ergänzungsband. Kleine Reihe 16)
Münster: Aschendorff, 2020
ISBN 978-3-402-10925-0
248 Seiten
39 EUR

Lateinamerikaberichterstattung der deutschen Presse

Unter dem Titel "Lateinamerikaberichterstattung der deutschen Presse" ist bei Springer ein neues Buch von Dr. des. Regina Cazzamatta erschienen. Es untersucht die Struktur und Entstehungsbedingungen dieser Berichterstattung und basiert auf der Dissertation, die Cazzamatta an der Philosophischen Fakultät der Uni Erfurt vorgelegt hat.

Das Dissertationsprojekt von Regina Cazzamatta zielte darauf ab, die Struktur und Entstehungsbedingungen lateinamerikanischer Berichterstattung in der deutschen Presse hinsichtlich einer aktuellen politischen Ordnung zu untersuchen. Wie wird Lateinamerika gegenwärtig in der deutschen Presse dargestellt? Verbindet man auch heutzutage die Region mit Bürgerkrieg, Umsturzversuchen, Guerillabewegungen, Wahlmanipulation und Schuldenkrisen? Wurde das Image Lateinamerikas als „Hinterhof der USA“ abgelöst? Konzentriert sich die Berichterstattung weiterhin auf wenige Länder bzw. Brasilien, Chile und Argentinien wie Wöhlcke  in den 70er-Jahren konstatiert? Hatte die Veränderung in der Politik und Wirtschaft des Kontinentes Einfluss, wenn auch nicht unbedingt, hinsichtlich der Quantität auf die Berichterstattung? Sind die Länder innerhalb des Kontinents gleichmäßig porträtiert oder gibt es Ländermerkmale, die ihre Nachrichtenfaktoren erhöhen? Werden große Heterogenität, kulturelle Vielfalt und unterschiedliche geografische, wirtschaftliche, politische und gesellschaftliche Gegebenheiten der Länder in der Berichterstattung berücksichtigt? Sind die in der früheren Forschung identifizierten Nachrichtenfaktoren für Lateinamerika stabil geblieben? Welche Faktoren und Ausprägungen treten gegenwärtig in der Berichterstattung am häufigsten auf?

Um diese Fragen beantworten zu können, hat Regina Cazzamatta für ihre Arbeit ein Mehr-Methoden-Design entwickelt, das quantitative und qualitative Inhaltsanalysen kombiniert. Die Autorin füllt damit eine Forschungslücke in einem außenpolitisch extrem relevanten Thema. Ihr Buch betrachtet Themen und Merkmale des Mediendiskurses in kombinierter Form, zeigt Länderprofile und sucht nach theoretischen Erklärungen für die Bildkonstruktionen innerhalb der Berichterstattung. Mit dem Ergebnis, dass es das Lateinamerikabild in der deutschen Presse nicht gibt, sondern sich eine Perzeption nach Ländern und Landesgruppen ausdifferenziert lässt.

Regina Cazzamatta
Lateinamerikaberichterstattung der deutschen Presse Struktur und Entstehungsbedingungen
Wiesbaden: Springer, 2020
ISBN 978-3-658-30783-7
619 Seiten
64,99 EUR (auch als e-book erhältlich)

Cazzamatta
Karten-Meere

Karten–Meere. Eine Welterzeugung

Meere überwältigen allein schon durch ihre Größe. Sie produzieren eine Flut schier unerschöpflicher Datenmengen. Diese zu bändigen, ist die Aufgabe von Karten. Sie ermöglichen es, mit einem Blick zu überschauen, was sich in der Fülle einzelner Beobachtungen aufzulösen droht, Routen zu planen und zu navigieren, schaffen darüber hinaus Fluchträume für Phantasien von einem anderen Leben, von Idylle, Exotik und Abenteuer.

Ein neues Buch unter dem Titel "Karten-Meere. Eine Welterzeugung" lädt dazu ein, Karten als Dokumente einer Welterzeugung zu lesen und präsentiert eine Reihe literarischer und nichtliterarischer Texte, die ihrerseits das Experiment unternehmen, Karten zu lesen: indem sie ihre Erzählungen aus Karten hervorgehen lassen oder sie dort fortsetzen, wo die Karten enden; indem sie von den Sehnsüchten und Phantasien berichten, die sich den Karten eingeschrieben haben oder die aus dem Blick oder der Fingerreise auf Karten entstehen können; indem sie die Zuverlässigkeit von Karten feiern oder hochtrabende Phantasien an unberechenbaren Riffs und Eisbergen scheitern lassen.

Das Buch von Prof. Dr. Wolfgang Struck, Prof. Dr. Iris Schröder, Dr. Felix Schürmann und Elena Stirtz von der Universität Erfurt ist Teil des Verbundprojektes „Karten–Meere. Für eine Geschichte der Globalisierung vom Wasser aus“.

Wolfgang Struck, Iris Schröder, Felix Schürmann und Elena Stirtz
Karten–Meere. Eine Welterzeugung
Wiesbaden: Corso Verlag, 2020
ISBN 978-3-6-7374-0763-2
192 Seiten
20 EUR

Riskante Substanzen. Der 'War on Drugs' in den USA (1963-1992)

Riskante Substanzen

Unter dem Titel "Riskante Substanzen. Der 'War on Drugs' in den USA (1963-1992)" ist im Campus Verlag ein neues Buch von Timo Bonengel erschienen, das auf seiner Dissertation am Historischen Seminar der Universität Erfurt beruht.

Die Debatte um Drogenkonsum und dessen Bekämpfung hat Konjunktur. Timo Bonengel zeichnet die Geschichte der Drogenpolitik in den USA nach, die sich in den 1980er Jahren von wohlfahrtsstaatlichen Strategien in eine konservative, auf Abschreckung und Bestrafung setzende Sozialpolitik verwandelte. Das Buch zeigt, dass der "War on Drugs" auch mithilfe von wissenschaftlichen Expert*innen geführt wurde und dennoch ethnische Minderheiten und arme Menschen diskriminierte. Damit problematisiert die Studie Forderungen nach einer wissenschaftsbasierten und deshalb angeblich gerechten Drogenpolitik.

Timo Bonengel
Riskante Substanzen. Der "War on drugs" in den USA (1963-1992)
Campus Verlag, Frankfurt/New York 2020
ISBN 9783593511726
433 Seiten
45 EUR

Dacia Felix: Das antike Rumänien im Brennpunkt der Kulturen.

Dacia Felix

"In unseren Adern fließt Römerblut" heißt es noch heute in der rumänischen Nationalhymne. Doch was wissen wir über die antike Geschichte des Landes, das als DACIA ein Teil des Imperium Romanum wurde? Was besagen archäologische Befunde, Inschriften, Münzen und antike literarische Quellen? Und mit welchen Modellen kann man diese historischen Spuren sinnvoll deuten? Kai Brodersen, Professor für antike Kultur an der Universität Erfurt, hat nun die erste deutschsprachige Darstellung der Geschichte des antiken Dakiens vorgelegt und damit diese Epoche der Geschichte Siebenbürgens und Rumäniens neu erschlossen.

Wie verliefen die ersten Kontakte zu den Kulturen der Griechen, Perser und Makedonen und wie waren die Beziehungen zu den immer stärker werdenden Römern? Welche Folgen hatte die militärische Auseinandersetzung der Daker unter König Decebal mit den Römern unter Kaiser Trajan? Und wie nutzte das Römische Reich seine goldreiche neue Provinz Dacia - aber auch: Warum gab es sie nach nicht einmal zwei Jahrhunderten auf? Was blieb? Anhand der antiken Quellen präsentiert das Buch ein facettenreiches Panorama und zeigt, wie in der Antike die kreative Mischung unterschiedlicher Kulturen und die Integration immer neuer Bewohner Dakiens dazu beitrugen, dass DACIA glücklich - lateinisch FELIX - wurde.

Kai Brodersen
Dacia Felix: Das antike Rumänien im Brennpunkt der Kulturen.
Darmstadt: wbg Philip von Zabern, 2020
ISBN 978-3-8053-5059-4
240 Seiten, Hardcover, mit 30 überwiegend farbigen Abbildungen
40,00 EUR (32,00 EUR für wbg-Mitglieder)

Islam in Südasien

Islam_Südasien

Unter dem Titel „Islam in Südasien“ ist im Verlag Brill eine neue Publikation von Jamal Malik, Professor für Islamwissenschaft, erschienen. Die überarbeitete und erweiterte zweite Ausgabe zeichnet die Wurzeln und die Entwicklung der muslimischen Präsenz in Südasien nach.

In vier Schwerpunkten werden dabei normative Vorstellungen von Staatsbildung und der Umgang mit Vielfalt herausgearbeitet – ergänzt durch aktuelle Themen und Exkurse, bei denen eine Vielzahl muslimischer Stimmen zu Wort kommt. Die enorme Zeitspanne von 650 bis 2019 sorgt für eine umfassende und pluralistische Perspektive auf die religiöse Selbstdarstellung der südasiatischen Muslime. Unter Verwendung neuester wissenschaftlicher Arbeiten und historischer Materialien, darunter Berichte, die von offiziellen Stellungnahmen bis hin zu Gedichten reichen, argumentiert Malik überzeugend, dass diese Texte genügend Beweise liefern, um die Thematik neu zu interpretieren.

Jamal Malik
Islam in South Asia
(Reihe: Handbook of Oriental Studies. Section 2 South Asia, Band 37)
Brill, 2020
ISBN: 978-90-04-42271-1
732 Seiten
171 EUR

Theodorus Priscianus, Naturheilkunde.

Naturheilkunde

"Die Natur ist die Lenkerin aller Dinge!" Sie bietet auch eine Alternative zur traditionellen Medizin. Während nämlich Professoren noch um die geeignete ärztliche Methodik streiten, können gut beschaffbare Naturheilmittel eine rasche Genesung bringen. Dies jedenfalls ist die Grundhaltung des Theodorus Priscianus (um 400 n. Chr.) in seinem drei Bücher umfassendes Werk, das auf natürlichen Mitteln beruhende Rezepte für eine erfolgreiche Behandlung von Kopf bis Fuß zusammenstellt, um Schönheit und Gesundheit wiederherzustellen. Der Autor, der ein ganzes Buch der ärztlichen Behandlung von Frauen widmet, wird so zum Pionier einer populären Naturheilkunde.

Kai Brodersen, Professor für Antike Kultur, hat das Werk nun erstmals zweisprachig erschlossen. So kann man nachvollziehen, wie medizinische Erkenntnisse in der Antike angewandt wurden und mit welchen Mitteln und Methoden man Heilung zu finden hoffte - und wird feststellen, dass manches Kraut noch heute in der Naturheilkunde genutzt wird.

Kai Brodersen
Theodorus Priscianus, Naturheilkunde.
Zweisprachige Ausgabe
Berlin: De Gruyter 2020
384 Seiten, Leinenband mit Schutzumschlag
ISBN 978-3-11-069407-9
€ 49.95

Handbuch der Gesundheitskommunikation

Im Springer Verlag ist ein neues Handbuch erschienen, das die kommunikationswissenschaftlichen Perspektiven der Gesundheitskommunikation unter die Lupe nimmt. Herausgeber sind Constanze Rossmann, Professorin für Kommunikationswissenschaft an der Universität Erfurt, und Matthias R. Hastall, Professor für Qualitative Forschungsmethoden und Strategische Kommunikation für Gesundheit, Inklusion und Teilhabe an der Technischen Universität Dortmund.

Das Buch gibt einen Überblick zum aktuellen Forschungsstand der Gesundheitskommunikation. Im Fokus stehen kommunikationswissenschaftliche Zugänge und Erkenntnisse sowie die Vorteile und Herausforderungen einer stärkeren Evidenzbasierung von Kommunikationsempfehlungen. Die Sektionen des Handbuchs reflektieren einerseits die zentralen Elemente des Kommunikationsprozesses und andererseits die wichtigsten Anwendungskontexte. Das Handbuch richtet sich an Studierende, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unterschiedlicher Disziplinen genauso wie an Expertinnen und Experten aus der Praxis.

Constanze Rossmann, Matthias R. Hastall (Hrsg.)

Handbuch der Gesundheitskommunikation. Kommunikationswissenschaftliche Perspektiven.
Wiesbaden: Springer VS., 2019
ISBN 978-3-658-10726-0
89,99 EUR

Cassius Felix: Medizinische Praxis / De medicina

Cassius Felix

Ein Jahrtausend lang galt die "Medizinische Praxis" des Cassius Felix als Standardwerk. Von Kopf bis Fuß stellt das lateinische Werk bewährte Heilmittel und Heilmethoden zu den häufigsten Erkrankungen und Beschwerden vor - von Akne bis Zahnschmerz und von Augenleiden bis Zehengicht. Was konnte man in der Antike bei Juckreiz, Nasenbluten und Ohrenschmerzen unternehmen, was bei Asthma, Fieber und Ödemen, was zur Entfernung von Tätowierungen und was bei einer schweren Geburt?

Das Werk aus dem 5. Jahrhundert, das Kai Brodersen, Professor für Antike Kultur an der Universität Erfurt, nun erstmals in einer zweisprachigen Ausgabe zugänglich gemacht hat, eröffnet einen ungewöhnlichen Blick in die antike Wirklichkeit und zeigt, wie im Altertum medizinische Wissenschaft in die Praxis

Kai Brodersen: Cassius Felix: Medizinische Praxis / De medicina
wbg, 2020
ISBN 978-3-534-27232-7
60,- EUR / 48,- EUR für wbg-Mitglieder