Forschung am Historischen Seminar

Frau lehrt mit Buch in der Hand

Gemeinsame Forschungsaktivität

Forschungsgruppe Kulturtechniken

Forschungsgruppe Kulturtechniken

Drafting Instruments

Die Forschungsgruppe „Verräumlichung und Kulturtechniken“ verbindet die Disziplinen Geschichts-, Literatur- und Medienwissenschaft sowie die Wissenschaftsgeschichte an der Universität Erfurt im Ansatz der Kulturtechnikforschung. Sie versteht sich als Plattform für Fragen, Themen und Arbeitsformen, die unter kulturtechnischen Gesichtspunkten exploriert werden.

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Erfurter RaumZeit-Forschung

Erfurter RaumZeit-Forschung

Frau schaut auf Forschungsplakat, Kommunikations- und Informationszentrum (KIZ) der Universität Erfurt

Seitdem der "spatial turn" wissenschaftlich Gehör gefunden hat, befassen sich vor allem in den Kulturwissenschaften derzeit viele Projekte mit räumlichen Perspektiven. Diese Reflexionen sind mehrheitlich eindimensional – oder besser gesagt: dreidimensional, denn die zeitliche Perspektive wird häufig außer Acht gelassen. Die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit beiden Kategorien und deren Verknüpfung hat sich die Erfurter RaumZeit-Forschung zur Aufgabe gemacht. Ziel ist es, zunächst Projekte an der Universität Erfurt zusammenzubringen, andererseits aber darüber hinaus neue Impulse zur theoretischen Debatte sowie zur Regionalisierung und Historisierung des Umgangs mit Raum und Zeit zu geben.

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"Was ist westlich am Westen?"

Was ist westlich am Westen?

Das Projekt nimmt raum-zeitliche Praktiken der Produktion und Repräsentation von Westlichkeit in den Fokus. Mit der Frage, was am Westen westlich ist, greift es somit eine hoch politische und gesellschaftsrelevante Fragestellung auf. Trotz vielfältiger Versuche, den „Westen“ beziehungsweise das „Westliche“ zu erklären oder als überwunden darzustellen, ist der unreflektierte Umgang mit den damit verbundenen Denkfiguren (immer noch) enorm wirkmächtig. 

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Forschungsgruppe Freiwilligkeit

Forschungsgruppe Freiwilligkeit

Freiwillig, roter Stempel

Die interdisziplinäre Forschungsgruppe beschäftigt sich mit Freiwilligkeit als politische Praxis in Geschichte und Gegenwart.

Grundannahme ihrer Forschung in Kooperation mit Kolleginnen und Kollegen an den Universitäten Jena und Oldenburg ist, dass vielfältige Arten von „Freiwilligkeit“ von zentraler Bedeutung für das Regieren unterschiedlicher Gesellschaften sind.

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Liminalisierung - Konfigurationen des Übergangs in antiken Gesellschaften

Liminalisierung - Konfigurationen des Übergangs in antiken Gesellschaften

Ruinen Griechenland Athen

Das Projekt wurde 2018 an der Universität eingerichtet; beteiligt sind Dr. Cordula Bachmann, Prof. Dr. Kai Brodersen, Dr. Johanna Leithoff, Lucas Rischkau, Otto Ritter und Prof. Dr. Katharina Waldner. Die Arbeit der Projektgruppe findet auf drei zentralen Forschungsfeldern statt. Im Mittelpunkt des Forschungsfelds A steht die Beschreibung gesellschaftlicher und politischer Übergangsphasen und deren literarischer Umformungen, d.h. intra- und extraliterarische Phänomene. Im Forschungsfeld B wird gefragt, wie körperliche Erfahrungen (z.B. in Ritualen, aber eben auch in Strafpraktiken) als „Grenzerfahrungen“ im sozialen Bereich erfasst werden können. In Teilprojekt C soll „Liminalisierung“ in ihrer konkreten räumlichen und zeitlichen Dimension untersucht werden.

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Forschungsstelle zur Geschichte der älteren Universität Erfurt

Forschungsstelle zur Geschichte der älteren Universität Erfurt

Das Collegium Maius in Erfurt

Für das größte und bedeutendste Kollegium der älteren Erfurter Universität, das 1412 gegründet und 1816 geschlossen wurde, wird eine biographisch-bibliographische Zusammenstellung aller 322 Kollegiaten erarbeitet. Die chronologisch geordneten und regestartig formulierten Biogramme enthalten Angaben zu Herkunft, beruflicher Ausbildung und Laufbahn, zu sozialen, wirtschaftlichen, religiiös-kirchlichen Verflechtungen und zur Publizistik. Es ist vorgesehen, die Arbeit als online zugängliche Datenbank und im Druck zu veröffentlichen.  

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Forschungseinrichtungen

Außenansicht des Forschungszentrums Gotha auf dem Schlossberg

Forschungszentrum Gotha

Das Forschungszentrum Gotha beschäftigt sich mit der Wissensgeschichte der Neuzeit. In diesem Sinne interessieren wir uns sowohl für sogenannte „hohe“ Wissensformen (Philosophie, Gelehrsamkeit, wissenschaftliches Wissen) als auch für basalere, oft weniger institutionell geformte, erfahrungsgesättigtere Gestalten des Wissens (Verwaltungswissen, praktisches Wissen, Laienwissen); ein Schwerpunkt liegt dabei auf den Praktiken, die Wissen hervorbringen und prägen.

Forschungszentrum Gotha

Forschungsprofil

Die Erfurter Geschichtswissenschaften haben seit der Neugründung der Universität ein weltregionales Forschungsprofil sowie zugleich ein ausgeprägtes Theorien- und Methodenbewusstsein bei gleichzeitiger disziplinärer Offenheit und interdisziplinärer Kooperation entwickelt. Neben den derzeit laufenden Forschungsprojekten haben sie in einem Profilbildungsprozess seit 2015 zwei neue gemeinsame Profilschwerpunkte identifiziert und etabliert, zu denen größere Drittmittelanträge erarbeitet wurden bzw. werden:

1. Freiwilligkeit: Die Forschungsgruppe Freiwilligkeit wurde im März 2018 an der Universität Erfurt eingerichtet. „Freiwilligkeit“ stand bisher nicht im Fokus der historischen Forschung. Dennoch ist gesellschaftliche (Selbst‐)Organisation eng mit Freiwilligkeit verknüpft. Mit diesem Vorhaben konnte über epochale und räumliche Grenzen hinweg das Verhältnis von sozialer und politischer Ordnung ausgelotet werden und so eine bislang vernachlässigte Größe individuellen Handelns wie politischen Organisierens in das Zentrum der Forschung gestellt werden. Im Mittelpunkt der Arbeit stand in Hinblick auf Drittmittelakquise die Beantragung einer DFG-Forschungsgruppe, die im Juli 2020 bewilligt wurde und im Herbst 2020 ihre Arbeit aufnehmen wird.

2. Beziehungen: Seitdem die Verflechtungsgeschichte als einer der Königswege der Globalgeschichte ausgerufen worden ist, stehen „Beziehungen“ im Fokus der Aufmerksamkeit. Der zweite geplante Schwerpunkt will diese Diskussionen bündeln und Ansätze der Internationalen Beziehungen, der Psychologie und der Soziologie für die Geschichtswissenschaft fruchtbar machen. Nach gemeinsamen Tagungen finden derzeit Gespräche zu einer Kooperation zwischen Orient Institut Beirut, Max-Weber-Kolleg und Historischem Seminar der Universität Erfurt statt.

Die Mitglieder des Historischen Seminars sind an zahlreichen interdisziplinären – uniinternen wie drittmittelgeförderten – Forschungsgruppen beteiligt (vgl. https://www.uni-erfurt.de/forschung/forschungsprofil/forschungsstruktur/universitaetsinterne-struktur ). Darüber hinaus engagieren sich die Erfurter Geschichtswissenschaften für einen öffentlichen Dialog über ihre aktuelle Forschung: Hierzu tragen vielfältige Aktivitäten bei wie Blogs, Ringvorlesungen, Jahresvorlesungen, Ausstellungen und Medienbeiträge, wobei zu aktuellen Debatten Stellung genommen und mit außeruniversitären Institutionen (z.B. Museen und Gedenkstätten) zusammengearbeitet wird. Des Weiteren engagieren sich Lehrende für die Städtepartnerschaften Erfurt‐Haifa und Gotha-Adua sowie im Bereich der Flüchtlingsbildung.

Nachwuchsförderung

Das Historische Seminar fördert Promotionen und Habilitationen auf verschiedenen Wegen – konkret: in strukturierten Programmen wie Nachwuchskollegs, in fakultätsübergreifenden Graduiertenkollegs, in Forschungsgruppen und als individuelle Promotionen – und kommt so der Diversität des sog. wissenschaftlichen Nachwuchses entgegen. Ein 14-tägliches Kolloquium, in dem in Wintersemestern am Historischen Seminar bearbeitete Forschungsprojekte diskutiert und in Sommersemestern in thematischen Vortragsreihen aktuelle Forschungsansätze mit auswärtigen Gästen exploriert werden, sorgt für einen intensiven und anregenden Austausch zwischen Epochen, Regionen und Generationen. Mitglieder und Angehörige des Historischen Seminars erhalten automatisch eine Einladung. Interessierte sind herzlich willkommen und wenden sich dazu am besten an die jeweilige Sprecherin/den jeweiligen Sprecher des Seminars.